War Vettel zu ungeduldig im Suzuka-Rennen?

Expertenstimmen zu Zusammenstoß mit Verstappen

Sebastian Vettel - Ferrari - GP Japan 2018 - Suzuka - Rennen Foto: xpb 68 Bilder

Wieder hat es zwischen Sebastian Vettel und Max Verstappen gekracht. War der Ferrari-Pilot zu ungeduldig, oder hat ihn Verstappen in eine Falle laufen lassen. Wir haben Ex-Rennfahrer gefragt.

Die beiden ziehen sich an wie Magneten. Sebastian Vettel gegen Max Verstappen. Mexiko 2016, Silverstone 2017, Singapur 2017, Mexiko 2017, China 2018. Und jetzt Suzuka. Es passierte in der 8. Runde an einem ungewöhnlichen Ort. Vettel probierte es im ersten Linksbogen der Spoon-Kurve. Er steckte die rote Nase seines Ferrari innen in ein Loch, das dann rasend schnell zuging. Verstappen fuhr nach einem Ausflug in die Auslaufzone ohne sichtbare Schäden weiter. Vettel drehte sich und setzte das Rennen als Letzter fort. Mit stark zerrupften Leitblechen auf der rechten Seite, die rund eine halbe Sekunde pro Runde gekostet haben.

Verstappen vergleicht es mit China-Unfall

Nach dem Rennen gaben sich Vettel und Verstappen gegenseitig die Schuld. „Sebastian hat einen sehr ähnlichen Fehler gemacht wie ich in Shanghai. Er hätte mich viel einfacher überholen können, wenn er gewartet hätte. Das zeigt, dass selbst die erfahrensten Piloten Fehler machen können, wenn sie unter Druck stehen.“ Die Sportkommissare teilten die Einschätzung des Holländers nicht. Sie urteilten: Ein normaler Rennunfall. FIA-Rennleiter Charlie Whiting bescheinigte Verstappen eine getrübte Wahrnehmung. „Dieser Unfall war ganz anders als der in China.“

Vettel ging mit Verstappen hart ins Gericht. „Er hat die Bremse wieder aufgemacht, als er sah, dass ich neben ihm lag. Dann hat er Gas gegeben und die Türe zugemacht. So hätte er die Kurve nie gekriegt. Ich für meinen Teil habe alles unternommen, die Kollision zu vermeiden.“ Der WM-Zweite wollte sich auch nicht Ungeduld vorwerfen lassen. „Wie lange soll ich warten? Ich kam besser aus der Haarnadel, die Lücke war da, und ich bin reingestoßen.“

Max Verstappen - Sebastian Vettel - GP Japan 2018 - Suzuka - Rennen Vettel crasht mit Verstappen Ferrari-Star gibt Verstappen die Schuld

Mika Häkkinen gab Vettel Recht. „Er musste es versuchen. Sonst wären die Mercedes weg gewesen. In seiner Situation muss er jedes Risiko gehen. Ich kann Seb verstehen.“ Ex-Weltmeister Damon Hill dagegen bedauerte: „Falscher Ort, falsche Zeit. Vettels Motor hat mehr Power, er hat DRS, und er weiß, dass Max eine Fünfsekunden-Strafe bekommt. Da muss er taktischer fahren. Für mich war es eine Verzweiflungstat.“

Auch Jacques Villeneuve sieht es wie sein früherer Teamkollege bei Williams: „Warum hat es Seb so eilig? Er muss die fünf Sekunden bei Verstappen mit einrechnen. Tut mir leid, da war Vettel selbst schuld. Ganz anders bei Kimi. Da gehört Verstappen mal richtig bestraft. Er hat Kimi das Rennen kaputtgemacht. Fünf Sekunden dafür sind viel zu wenig.“ Red Bull-Motorsportchef Helmut Marko meinte kurz und bündig: „Da war der Seb zu optimistisch mit seinem Vorstoß. In der Kurve überholst du nicht mal einen Überrundeten.“ Mercedes-Rennleiter Toto Wolff schloss sich der Meinung der Sportkommissare an. „Die Türe war offen. Sebastian musste reinstechen. Es war ein typischer Rennunfall.“

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