Formel-1-Technik 2019

Erstes Bild vom neuen Frontflügel

Force India - Formel 1 - Frontflügel 2019 Foto: ams 11 Bilder

Die Frontflügel müssen in der Saison 2019 deutlich einfacher gestaltet werden, damit die Formel-1-Autos besser überholen können. Vor dem Premierentest in Budapest zeigen wir exklusiv ein erstes Foto von einem Frontflügel in den neuen Dimensionen.

Die Fans fordern Action. Doch bis auf die künstliche Überholhilfe DRS schlugen bisher alle Maßnahmen fehl, den Autos das dichte Hinterherfahren zu erleichtern. Die komplizierte Aerodynamik der Rennwagen wird in den Luftverwirbelungen des Vordermanns so stark gestört, dass vor allem auf der Vorderachse Abtrieb verloren geht und die Autos zu rutschen beginnen. Die Folge ist erhöhter Reifenverschleiß. Der Hintermann muss irgendwann abreißen lassen.

Doch schon 2019 wollen die Verantwortlichen in der Formel 1 die Situation deutlich verbessern. Dank neuer Aerodynamik-Regeln reagieren die Autos künftig nicht mehr so sensibel auf die sogenannte „Dirty Air“ – so zumindest die Hoffnung der Techniker und der Fahrer. Das wichtigste Element im Maßnahmenpaket ist der neue Frontflügel.

Mehr Action dank neuem Frontflügel

Force India - Formel 1 - Frontflügel 2019 Foto: ams
Der neue Frontflügel darf nur noch aus 5 Profilen bestehen.

Er soll den Nachteil des Hinterherfahrenden gleich auf zwei Arten minimieren: Durch die einfachere Bauart produziert der Frontflügel unter allen Bedingungen einen vergleichbaren Anpressdruck. Der Vordermann profitiert also nicht mehr so stark von einer ungestörten Anströmung. Zweitens soll der neue Frontflügel dabei helfen, die schädlichen Luftwirbel nach hinten zu reduzieren.

Bisher versuchten die Ingenieure immer, die verwirbelte Luft außen um das Auto herum zu leiten. Untersuchungen haben ergeben, dass sich die beiden großen Luftwirbel hinter dem Auto wieder zusammenschließen. Dummerweise genau in einer Höhe, in der der Frontflügel des hinterherfahrenden Autos dringend saubere Luft bräuchte.

So sind beim neuen Frontflügel für 2019 die Endplatten stark reglementiert. Die vertikalen Abschluss-Elemente dürfen nicht stärker als 15 Grad nach außen zeigen. Slots und Winglets, die die Luft ebenfalls nach außen ablenken könnten, sind untersagt. Auch die Zweckentfremdung von Stabilisatoren zwischen den Flügelspalten steht auf dem Index. Es soll nichts mehr geben, was künstliche Wirbel generiert.

2019er Flügel 20 Zentimeter breiter

Auch die Dimension der Flügelfläche wurde verändert. Um den Abtriebsverlust etwas aufzufangen wächst das Leitwerk in der Breite von 1,80 auf 2,00 Meter. Der Flügel bekommt außerdem 2,5 Zentimeter mehr Tiefe und beginnt jetzt 122,5 statt 120 Zentimeter vor der Mittellinie der Vorderachse.

Damit der Flügel weniger sensibel auf eine gestörte Anströmung reagiert, ist der Aufbau deutlich vereinfacht. Die Elemente dürfen nur noch fünf unterschiedliche Profile (Hauptblatt + Flaps) aufweisen und nicht übereinander gestapelt sein. Damit verbieten sich die extrem verschachtelten Formen in mehreren Etagen. Außerdem sind unter dem Flügel in Zukunft nur noch jeweils zwei vertikale Strömungsausrichter pro Seite erlaubt.

Wie das in Zukunft aussehen wird, zeigen wir Ihnen jetzt schon in der Fotoshow anhand exklusiver Bilder des neuen Force India-Flügels. Zur Vorbereitung auf die neue Saison ließ das kleine Team aus Silverstone einen Flügel nach dem 2019er Reglement anfertigen, mit dem die Ingenieure an den beiden Testtagen nach dem GP Ungarn Daten sammeln wollen.

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