Max Verstappen - Red Bull - GP Aserbaidschan 2021 - Baku xpb
Safety Car - Mercedes-AMG GT R - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - Donnerstag - 3.6.2021
Lando Norris - McLaren - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - Donnerstag - 3.6.2021
Impressionen - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - Donnerstag - 3.6.2021
Red Bull - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - Donnerstag - 3.6.2021 27 Bilder

F1-Team-Check GP Aserbaidschan 2021

F1-Team-Check GP Aserbaidschan Verstappen rechnet mit Mercedes

GP Aserbaidschan

Donnerstag ist die Ruhe vor dem Sturm. Wir checken die zehn Teams auf Neuigkeiten ab. Mercedes schwört Revanche für die Niederlage von Monte Carlo, Ferrari sieht sich nicht mehr als Siegkandidat, und McLaren will einen Protest nicht ausschließen.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was neu am Auto ist und bei den Fahrern, wie sie das Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Mercedes

Teamchef Toto Wolff sieht den gleichen Kampfgeist in der Mannschaft wie nach den Testfahrten von Bahrain, als die Ingenieure nur zwei Wochen Zeit bis zum Saisonstart hatten, um Antwort auf viele Fragen zu finden. Mercedes nimmt die Niederlage von Monte Carlo als Fundament zurückzuschlagen. "Ich wollte, wir stünden mit dem was wir gelernt haben noch einmal vor dem Wochenende in Monaco."

Der Pleite von Monaco folgte die übliche ausführliche Fehleranalyse. Lewis Hamilton lobte: "Es waren gute Gespräche mit konstruktiver Kritik, ohne mit dem Finger auf Leute zu zeigen. Wir sind ein Team und alle mit verantwortlich. Auch ich war Teil der Entscheidungsprozesse."

Valtteri Bottas verrät, dass dabei auch die Schwachpunkte Boxenstopps und Reifenaufwärmen für die schnelle Runde am Samstag angesprochen wurden. Der Finne wehrt sich gegen den Vorwurf, er habe die Boxenstopp-Panne durch zu frühes Parken mit verschuldet: "Ich habe zwei oder drei Zentimeter neben der Linie geparkt. Viel genauer geht es nicht." Der Baku-Sieger von 2019 wird mit Verspätung in Aserbaidschan eintreffen. Er saß fünfeinhalb Stunden am Flughafen in Helsinki fest, weil sein Flugzeug wegen eines technischen Problems nicht starten konnte und nicht so einfach Ersatz aufzutreiben war.

Ferrari - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - Donnerstag - 3.6.2021
ams
Ferrari dürfte in Baku wieder hinter Red Bull und Mercedes fallen.

Ferrari

Baku wird für Ferrari kein zweites Monte Carlo. Auf den langen Geraden werden die roten Autos zu viel Zeit verlieren, die sie in den 20 Kurven nicht aufholen können. Damit heißt der Gegner nicht mehr Mercedes und Red Bull, sondern McLaren. "Beschleunigen und Topspeed sind immer noch unsere Schwachpunkte", gibt Carlos Sainz zu. Charles Leclerc nennt es: "Zurück in die Wirklichkeit." Am Heckflügel-Konzept hat Ferrari nichts geändert. Man stand zwar in Spanien auch im Verdacht, den Flügel zu stark zu verbiegen, beruft sich aber auf die Regeln. Wenn der Flügel den Biege-Test besteht, ist er auch legal. Deshalb wird erst reagiert, wenn der neue Test in Kraft tritt.

Im Rückblick ärgert sich Ferrari, Punkte in Monte Carlo verschenkt zu haben. Eine Stimme aus dem Team: "Wir sollten 20 Punkte mehr auf dem Konto haben. Die rote Flagge in Imola und der Fehler von Monte Carlo haben uns viel gekostet." Laut FIA hätte Ferrari die Teile auf der linken Seite des Autos nur wechseln dürfen, wenn man den Inspektoren einen Schaden hätte nachweisen können. Dazu hätte auch ein Scan eines Haarrisses in einer Radnabe gezählt. Doch diese Prüfung hat das Team nicht durchgeführt, weil speziell dieses Teil nicht unter Verdacht stand.

Red Bull

In Monte Carlo fischte die FIA das Siegerauto nach dem Rennen zum großen Check. Die Pedale, der Bremshauptzylinder und sämtliche Sensoren und Kabelverbindungen im Fußraum des Autos mit der Startnummer 33 wurden überprüft und für legal befunden. Max Verstappen möchte seine Story von Monte Carlo gerne wiederholen. Die Vorzeichen gleichen sich. Verstappen ist auch in Baku noch nie auf dem Podium gestanden. Der neue WM-Spitzenreiter würde diese Serie auch wieder gerne mit einem Sieg beenden.

Der Holländer warnt, die beiden Rennen miteinander zu vergleichen. "Wegen der langen Geraden bist du hier in den Kurven mit weniger Abtrieb unterwegs." Verstappen erwartet auch nicht, dass sich Mercedes noch einmal eine Blöße wie in Monte Carlo gibt. "Auf einer normalen Strecke ist der Mercedes immer noch das Auto, das es zu schlagen gilt."

Sergio Perez hofft, dass er den Samstag so gut über die Bühne bringt wie in Imola. Dazu braucht er ein sauberes Wochenende, ohne zu viele Experimente. "Ich hatte in Monte Carlo den Speed für die Top 5. Aber wir haben einen Fehler beim Aufwärmen der Reifen gemacht, weil wir zwischen Q2 und Q3 unsere Strategie geändert haben." Der Mexikaner macht sich keine Sorgen, dass er bei Red Bull unter die Räder gerät: "Ich weiß, dass ich schnell fahren kann. Das habe ich vorher gezeigt, und es gibt keinen Grund, warum es nicht wieder klappen sollte."

Aston Martin

War Monte Carlo der Durchbruch für Aston Martin und Sebastian Vettel? "Das hängt davon ab, was danach kommt", weicht Vettel der Frage aus. Der Trend ist jedenfalls positiv: "Wir beginnen langsam, das Auto zu verstehen und was es braucht, um es schneller zu machen. Die Jungs haben jeden Stein dafür umgedreht. Deshalb war das Ergebnis in Monaco mit zwei Autos in den Punkten so wichtig. Es war der Lohn für die harte Arbeit."

Williams

Der Baku City Circuit ist eine jener Rennstrecken, auf der Williams auf das Wunder hoffen darf. Weil auf dem Stadtkurs alles passieren kann. Das größte Problem für den Williams FW43B wird der Wind sein, der in Baku am Donnerstag in starken Böen über den Kurs fegte. George Russell relativiert: "Der Wind hier folgt innerhalb der Mauern der Strecke, egal von welcher Richtung er weht. Er kommt auf der Zielgerade entweder von vorne oder von hinten, aber nie von der Seite. Das kann deinen Topspeed um fünf km/h in die eine oder andere Richtung ändern und die Bremspunkte verschieben."

Für Nicholas Latifi ist es der erste Auftritt in einem Formel 1-Auto auf dieser Strecke, die er nur aus dem Formel 2-Cockpit kennt. Der Kanadier fürchtet: "Der Abschnitt rund um das Stadttor war schon in einem Formel 2-Auto sehr eng. Ich fürchte, das wird mir jetzt noch enger vorkommen."

Fernando Alonso - Alpine - GP Aserbaidschan 2021 - Baku
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Routinier Fernando Alonso steht nach einem durchwachsenen Saisonstart unter Druck.

Alpine

Fernando Alonso braucht dringend ein Erfolgserlebnis. Nach fünf Läufen steht es im Trainingsduell mit Ocon 1:4 und nach Punkten 5:12. In den letzten beiden Rennen blieb Alonso punktelos. Deshalb erinnert er sich gern an die letzten beiden Baku-Rennen 2017 und 2018, die er gefahren ist. "Ich habe es beide Male nicht in die Top Ten der Startaufstellung geschafft, bin aber beide Male in die Punkte gefahren."

Alonso fasst seine ersten fünf Rennen in einen kompakten Satz: "Ich bin happy mit den Sonntagen, aber nicht happy mit den Samstagen." Das führt den Spanier zu seiner Schwachstelle: "Ich muss mich in der Reifenvorbereitung in der Qualifikation verbessern. Im Rennen habe ich den Speed für Punkte. Zwei Mal war ich schon in den Punkterängen, zwei Mal knapp dran." Alpine bringt ein kleine Aero-Upgrade nach Baku mit.

Alpha Tauri

Pierre Gasly fuhr in Monaco eines seiner besten Rennen. Der sechste Startplatz war das Maximum, was man mit einem Alpha Tauri derzeit erreichen kann. Im Rennen verteidigte Gasly die Position. "Ich konnte das ganze Rennen lang Lewis hinter mir halten. Während des Rennens denkst du nicht drüber nach, aber danach wird dir klar: Du hast den Weltmeister geschlagen." Gasly flog von England aus über Dubai nach Baku. Eine Weltreise, um die Türkei als Transit zu vermeiden. Die Türkei steht in England und Frankreich auf der roten Liste. Wer über Istanbul reist, müsste bis zum nächsten Grand Prix in Frankreich erst zehn Tage in Quarantäne gehen.

Yuki Tsunoda muss wieder eine neue Rennstrecke lernen. "Ich werde es wie in Monte Carlo machen. So viele Runden wie möglich drehen und Vertrauen tanken." Der Japaner ist nach Italien umgezogen, um näher an der Fabrik zu sein. "Ich war fast jeden Tag in der Firma, um mit den Ingenieuren zu sprechen."

Die Entscheidung über den Umzug traf Red Bull am Samstag von Monte Carlo, nachdem Tsunoda wieder einmal die Leitplanken getroffen hatte. Tsunoda ist wegen des Ortswechsels nicht böse: "Das Wetter und das Essen ist besser als in England." Sein Tagesablauf ist eng getaktet und wurde von Teamchef Franz Tost festgesetzt. Er beginnt um 9 Uhr mit Training, dann Sitzungen mit den Ingenieuren, Mittagessen, Englischstunden, wieder Briefings und ein zweites Mal Fitnessstudio. Tsunoda grinst frech: "Danach werde ich wie ein Bodybuilder aussehen."

Mick Schumacher - Nikita Mazepin - Haas - GP Aserbaidschan 2021 - Baku
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Mick Schumacher dominiert bislang das Team-Duell bei Haas. In Monaco leistete Nikita Mazepin aber erstmals Widerstand.

Haas

Mick Schumacher kennt Baku aus der Formel 2. "Damals bin ich gut mit der Strecke zurechtgekommen." Auf Prophezeiungen will sich der Haas-Pilot nicht einlassen. "Lasst uns erst die erste Trainingssitzung fahren." Schumacher glaubt, dass die Strecke seinem Auto mehr entgegenkommt als Monte Carlo. "Für uns ist es besser, wenn mit weniger Abtrieb gefahren wird." Der Unfall von Monte Carlo ist abgehakt. "Wichtig war, dass ich im dritten Training und im Rennen den Speed gezeigt habe."

Nikita Mazepin gelang in Monte Carlo ein kleiner Durchbruch. Zum ersten Mal kam der Russe ohne Unfall durch das Wochenende. "Ich habe viel analysiert, was vorher schiefgelaufen ist und habe versucht, diese Fehler nicht noch einmal zu machen." Doch was in Monte Carlo funktionierte, muss es nicht automatisch in Baku tun: "Die beiden Strecke sind zu verschieden", bedauert Mazepin. Im Rückblick muss er zugeben: "Unser Teamchef hat mich vor Saisonbeginn gewarnt, dass ich mir nicht vorstellen könne, wie viel ich in den ersten Rennen lerne werde. Ich muss zugeben: Guenther hat Recht gehabt."

McLaren

McLaren-Teamchef Andreas Seidl schließt nicht aus, dass sein Team in Baku gegen allzu biegsame Heckflügel protestieren wird. "Es hängt davon ab, was wir am Freitag und Samstag an den anderen Autos sehen." McLaren sieht sich mit der Steifigkeit des Flügels auf der sicheren Seite. Und man hofft, dass man in Baku auf die Stärke des MCL35M zählen kann, und dazu zählt in aller Regel ein guter Topspeed.

Daniel Ricciardo steht weiter unter Druck. Der Australier hat zusammen mit seinen Ingenieuren die Pleite von Monte Carlo analysiert, zwei Tage im Simulator in Woking verbracht und versucht seine Lehren daraus zu ziehen. "Ich habe aber versucht, nicht Tag und Nacht darüber nachzudenken. So machst du dich nur verrückt. Das Auto ist gut. Ich muss nur den Dreh finden, das Potenzial maximal zu nutzen. Deshalb bin ich noch einmal einen Schritt zurückgegangen, habe mich unvoreingenommen in den Simulator gesetzt und habe alle mögliche Dinge probiert, auch solche, die sich falsch angefühlt haben. Jetzt habe ich ein viel besseres Verständnis dafür, was getan werden, muss um mit diesem Auto schnell zu fahren."

McLaren - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - Donnerstag - 3.6.2021
ams
McLaren sieht sich mit seinem Heckflügel auf der sicheren Seite und macht Politik gegen biegsame Versionen der Konkurrenz.

Lando Norris schwimmt auf der Welle des Erfolges. Nach seinem Podium in Monte Carlo eroberte der Engländer wieder den dritten Platz in der Fahrer-WM zurück. Norris verrät, dass der 2021er McLaren auch ihn zwingt, seinen Fahrstil zu ändern. "Dieses Auto ist anders als das vom letzten Jahr. Du musst es auch anders fahren, nicht unbedingt so, wie ich es mir wünsche. Ich habe zwei, drei Rennen gebraucht, bis ich mich angepasst habe."

Alfa-Sauber

Teamchef Frédéric Vasseur atmet auf: "Der Punkt in Monte Carlo war psychologisch wichtig. Er beendet für alle sichtbar unsere Pechsträhne." Antonio Giovinazzi erlöste den Schweizer Rennstall. Für den Italiener war es wichtig, dass der erste Punkt des Jahres aus eigener Kraft erzielt wurde. "Es wäre sogar ein achter Platz möglich gewesen. Das war eine klare Steigerung zu bevor. Wir hatten in Portugal ein sauberes Wochenende und waren trotzdem nicht besser als Zwölfter."

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