GP Australien 2018 (Ergebnis Rennen)

Vettel gewinnt den Saisonauftakt vor Hamilton

Sebastian Vettel - GP Australien 2018 Foto: sutton-images.com 66 Bilder

Sebastian Vettel hat den ersten GP des Jahres gewonnen. Allerdings brauchte der Heppenheimer etwas Glück. Eine virtuelle Safety-Car-Phase kostete Lewis Hamilton den Sieg.

Am Samstag strahlte Silber. Am Sonntag Rot. Sebastian Vettel heißt der erste Sieger der 69. Formel 1-Saison. Bei seinem 48. Sieg, dem dritten in Australien, profitierte der Ferrari-Star von einer virtuellen Safety Car-Phase, die Lewis Hamilton den Erfolg raubte.

Hamilton entschied den Start von der Pole-Position für sich. Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel hielten ihre Positionen, während Max Verstappen einen Rang gegen Kevin Magnussen im HaasF1 einbüßte. In der neunten Runde drehte sich der Niederländer in Kurve eins. Ohne Fremdeinwirkung. Dadurch schlüpfte Romain Grosjean im zweiten HaasF1 durch sowie Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg.

Ferrari zwang Hamilton zu einem Boxenstopp in der 20. Runde. Eine Runde zuvor hatten die Italiener den Rennwagen von Kimi Räikkönen mit frischen Gummis bestückt. Ein versuchter Undercut der scheiterte, allerdings Vettel die Spitzenposition bescherte. Der Schachzug sollte sich später auszahlen.

Auf dem Weg zu einer großen Punktausbeute scheiterte HaasF1 an den Boxenstopps. Sowohl Magnussen als auch Grosjean rollten nach dem einzigen Reifentausch auf der Strecke aus. Grosjean parkte seinen Rennwagen auf der Innenseite zwischen Kurve zwei und drei. Offenbar waren die Reifen nicht richtig festgezurrt. Die Rennleitung leitete ein virtuelles Safety Car ein. Das schenkte Ferrari den Sieg. Weil Vettel die Reifen tauschte, als sein Konkurrent Hamilton um die Strecke schleichen musste. Das brachte ihm die entscheidenen Sekunden.

Wenig später schickte die Rennleitung auch noch das richtige Safety Car heraus. Da war das Unheil für Mercedes schon angerichtet. Nach dem Restart in Runde 31 hing Hamilton seinem Rivalen über den Großteil zwar im Heck, fand aber keinen Weg vorbei. Das Podest komplettierte Räikkönen.

Daniel Ricciardo rollte auf dem vierten Platz ins Ziel. Auch den Australier begünstigte wie Fernando Alonso als Fünfter das virtuelle Safety Car. Verstappen belegte den sechsten Rang. Nico Hülkenberg, Valtteri Bottas, der von Rang 15 sieben Positionen gutmachte, Stoffel Vandoorne und Carlos Sainz schafften es ebenfalls in die Punkte.

Das komplette Rennen können Sie detailliert in unserem >> Live-Ticker zum GP Australien nachlesen.

GP Australien 2018: Ergebnis Rennen

Fahrer Team Zeit/Rückstand
1. Sebastian Vettel Ferrari 1:29.33,283 Std.
2. Lewis Hamilton Mercedes + 0:05.036 Min.
3. Kimi Räikkönen Ferrari + 0:06.309
4. Daniel Ricciardo Red Bull + 0:07.069
5. Fernando Alonso McLaren + 0:27.886
6. Max Verstappen Red Bull + 0:28.945
7. Nico Hülkenberg Renault + 0:32.671
8. Valtteri Bottas Mercedes + 0:34.339
9. Stoffel Vandoorne McLaren + 0:34.921
10. Carlos Sainz Renault + 0:45.722
11. Sergio Perez Force India + 0:46.817
12. Esteban Ocon Force India + 1:00.278
13. Charles Leclerc Sauber + 1:15.759
14. Lance Stroll Williams + 1:18.288
15. Brendon Hartley Toro Rosso + 1 Runde
16. Romain Grosjean HaasF1 Ausfall
17. Kevin Magnussen HaasF1 Ausfall
18. Pierre Gasly Toro Rosso Ausfall
19. Marcus Ericsson Sauber Ausfall
20. Sergey Sirotkin Williams Ausfall

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GP Australien 2018 (Ergebnis Qualifying)

Erste Pole geht an Hamilton

Machtdemonstration des Weltmeisters: Lewis Hamilton hat sich souverän die Pole-Position für den GP Australien 2018 gesichert. Die erste Reihe teilt sich der Engländer mit Kimi Räikkönen. Sebastian Vettel und Max Verstappen starten aus der zweiten Reihe.

Bis zum entscheidenden Versuch im dritten Qualifying-Teil erlebten die Formel-1-Fans ein spannendes Qualifying im Albert Park. Dann schraubte Mercedes die Power hoch und Lewis Hamilton drehte auf. Der Titelverteidiger umrundete den Kurs in Melbourne in 1:21.164 Minuten, unterbot den bisherigen Rundenrekord um mehr als eine Sekunde und deklassierte die Konkurrenz.

Großer Unfall von Bottas

Für Hamilton ist es der 73. erste Startplatz der Karriere und die siebte Pole-Position in Australien. Am Sonntag jagt er nach dem dritten Sieg in Melbourne. „Ich bin so glücklich über die Runde. Sie war fantastisch“, freute sich der vierfache Formel 1-Champion, der sich die erste Reihe mit Kimi Räikkönen teilt. Der schnellere der beiden Ferrari-Piloten verlor bereits über sechs Zehntelsekunden auf den Mercedes. Da ist der teaminterne Erfolg über Sebastian Vettel nur ein kleiner Trost.

Der Heppenheimer beendete seine Runde nur eine Hundertstel langsamer als Räikkönen. „Gestern habe ich das Auto nicht gefühlt. Heute war es viel besser. Meine letzte Runde war aber nicht optimal“, berichtete der Vorjahressieger. Max Verstappen war dicht dran an den Ferraris. Red Bull wird den Grand Prix mit einer anderen Strategie beginnen. Sowohl Verstappen als auch Daniel Ricciardo wählten im zweiten Qualifying-Durchgang den Supersoftreifen aus, auf dem sie das Rennen starten müssen. Mercedes und Ferrari fahren auf Ultrasofts los. Ricciardo wird allerdings noch um drei Ränge zurückgestuft. Es ist die Folge einer Strafe aus dem zweiten Freien Training.

Erster Profiteur ist der einzige US-Rennstall im Feld. HaasF1 ist das viertschnellste Team im Feld. Das Qualifying lieferte den finalen Beweis. Kevin Magnussen setzte sich gegen Romain Grosjean durch. Auch beide Renault kamen in den letzten Teil. Nico Hülkenberg war dabei einen Tick schneller als Carlos Sainz.

Der erste große Unfall der Saison geht auf das Konto von Valtteri Bottas, der im Qualifying mit der Balance seines Silberpfeils kämpfte. Der Mercedes-Fahrer geriet im ersten Run in Q3 über die Randsteine von Kurve zwei und rutschte auf dem vielleicht noch feuchten Kunstrasen aus. Sein Mercedes drehte sich ein und traf mit voller Wucht mit dem Heck dem Reifenstapel. Dabei wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das Getriebe nachhaltig beschädigt. Ein Wechsel der Schaltbox würde Bottas in der Startaufstellung um fünf Plätze aus den Top Ten werfen. Bei seinem Unfall blieb der Finne nach ersten Informationen unverletzt.

McLaren verpasst Q3, Platz 11 als Joker?

Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne lagen in allen drei Trainings innerhalb der Top 10. Im Qualifying jedoch plumpsten die McLaren-Fahrer heraus. Alonso kostete ein langsamer erster Streckenabschnitt im letzten Quali-Versuch eine bessere Platzierung. „Wir sind Elfter“, funkte ihm sein Ingenieur ins Cockpit. Der Spanier nahm es gelassen. „Das ist okay.“ Der erste Platz außerhalb der besten zehn könnte sich im Rennen als Joker erweisen. Alonso hat als erster Fahrer freie Reifenwahl. Vandoorne landete gute eineinhalb Zehntelsekunden hinter dem Teamkollegen auf dem 12. Rang.

Für Force India war ebenfalls nach den zweiten 15 Minuten Schluss. Obwohl das Team für Melbourne ein großes Update-Paket geschnürt hatte. Doch auf eine Runde fehlt es dem VJM11 noch an Geschwindigkeit. Sergio Perez gewann das teaminterne Duell deutlich. Zwischen die beiden rosa-weißen Autos schob sich Lance Stroll im besseren der beiden Williams. Im Vergleich zu den Wintertestfahrten haben sich sowohl Fahrer als auch Auto verbessert.

Sauber gibt die letzten Plätze ab

Der erste Shootout des Jahres war der endgültige Beweis, dass das Mittelfeld noch enger zusammengerückt ist. Bis auf die Top-Teams kann es sich im Prinzip kein Rennstall leisten, den ersten Quali-Teil mit angezogener Handbremse zu bestreiten. Sowohl beide Toro Rosso als auch beide Sauber scheiterten.

Dennoch zeigte sich der Schweizer Rennstall verbessert gegenüber dem Vorjahr. Man gab die letzten Plätze ab. Marcus Ericsson reihte sich als 17. direkt hinter Brendon Hartley im Toro Rosso ein, der Q2 um nur 29 Tausendstel verpasste. Rookie Charles Leclerc kassierte die erste Trainingsniederlage bei Sauber. Der Monegasse verfehlte Ericssons Bestmarke um 80 Tausendstel.

Sergey Sirotkin patzte im Gegensatz zu Teamkollege Stroll im ersten Durchgang. Wie auch sein Nachbar in der letzten Startreihe, Pierre Gasly. Ein Ausritt durchs Kiesbett kostete den Franzosen alle Chancen auf eine bessere Platzierung.

GP Australien 2018: Ergebnis Qualifikation

Fahrer Team Q1 Q2 Q3
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:22.824 1:22.051 1:21.164
2. Kimi Räikkönen Ferrari 1:23.096 1:22.507 1:21.828
3. Sebastian Vettel Ferrari 1:23.348 1:21.944 1:21.838
4. Max Verstappen Red Bull 1:23.483 1:22.416 1:21.879
5. Daniel Ricciardo* Red Bull 1:23.494 1:22.897 1:22.152
6. Kevin Magnussen HaasF1 1:23.909 1:23.300 1:23.187
7. Romain Grosjean HaasF1 1:23.671 1:23.468 1:23.339
8. Nico Hülkenberg Renault 1:23.782 1:23.544 1:23.532
9. Carlos Sainz Renault 1:23.529 1:23.061 1:23.577
10. Valtteri Bottas Mercedes 1:23.686 1:22.089 ohne Zeit
11. Fernando Alonso McLaren 1:23.597 1:23.692
12. Stoffel Vandoorne McLaren 1:24.073 1:23.853
13. Sergio Perez Force India 1:24.344 1:24.005
14. Lance Stroll Williams 1:24.464 1:24.230
15. Esteban Ocon Force India 1:24.503 1:24.786
16. Brendon Hartley Toro Rosso 1:24.532
17. Marcus Ericsson Sauber 1:24.556
18. Charles Leclerc Sauber 1:24.636
19. Sergey Sirotkin Williams 1:24.922
20. Pierre Gasly Toro Rosso 1:25.295
* + 3 Plätze Strafe

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GP Australien 2018 (Ergebnis 3. Training)

Vettel-Bestzeit in Mischverhältnissen

Sebastian Vettel hat sich im dritten Training zum GP Australien die Spitzenposition geschnappt. Der Heppenheimer steckte bei auftrocknender Strecke gegen Trainingsende auf die Ultrasoftreifen um und war 2,4 Sekunden schneller als Teamkollege Kimi Räikkönen.

Am Freitag hatte sich das Wetter in Melbourne von seiner schönsten Seite gezeigt. Am Samstagmorgen hingegen fielen die Temperaturen um elf Grad und es regnete sich ein. Die Piloten fanden im dritten Training deshalb über weite Strecken eine nasse Piste vor. Erst gegen Trainingsende bildete sich eine trockene Spur. Die nutzte Sebastian Vettel zur Bestzeit.

Vettel auf Ultrasofts zur Bestmarke

Der Ferrari-Star war einer von wenigen Piloten die von den Intermediate-Reifen auf Slicks wechselten. Im Schlussakkord umrundete Vettel den 5,303 Kilometer langen Kurs in 1:26.067 Minuten auf den Ultrasoftreifen. Auch Teamkollege Kimi Räikkönen steckte um. Jedoch tat sich der Finne wesentlich schwerer und ordnete sich mit einem Rückstand von über 2,4 Sekunden hinter Vettel ein.

Das Ergebnis schönt die Performance von Ferrari. Auf nasser Strecke waren die roten Rennwagen deutlich zu langsam. Vettel fehlten zeitweise 1,5 Sekunden auf die Spitze. Mögliche Erklärung: Ferrari bekommt die Regenreifen nicht auf Temperatur. Oder es mangelt an konstantem Anpressdruck durch die Kurven. Dagegen demonstrierte Max Verstappen einmal mehr, dass er zu den besten Fahrern im Nassen zählt. Lange Zeit führte der 20-jährige Niederländer das Klassement an. Im Endergebnis reichte es für den vierten Platz. Allerdings aufgestellt mit Intermediate-Reifen. Auch Fernando Alonso zeigte seine Qualitäten auf feuchter Strecke. Sollte es im Qualifying regnen, muss man ein Auge auf den Spanier haben.

Force India verzichtet auf Runs

Marcus Ericsson stellte seinen Sauber C37 auf die dritte Position, was ebenfalls einem späten Wechsel auf Slicks geschuldet war. Am gestrigen Freitag hatte der Schweizer Rennstall auf eine Runde um den Anschluss ans Mittelfeld gekämpft. Bei den Dauerläufen gaben die Alfa Romeo gebrandeten Rennwagen eine bessere Vorstellung ab.

Carlos Sainz, dessen Renault neuerdings einen großen T-Flügel im Heck trägt, und Daniel Ricciardo reihten sich im dritten Training auf den Rängen fünf und sechs ein. Beide hatten wie Verstappen und ihre Verfolger auf den schnellsten Bahnen die Intermediates aufgeschnallt. Dahinter folgten die beiden Mercedes von Valtteri Bottas und Lewis Hamilton. Der Titelverteidiger griff erst eine halbe Stunde nach Trainingsbeginn ins Geschehen ein. Anscheinend gab es Schwierigkeiten mit dem Lenkrad. Erst nach einem Wechsel steuerte Hamilton seinen W09 mit der Startnummer 44 aus der Garage. Die Top 10 vervollständigten Stoffel Vandoorne und Fernando Alonso.

Die Aussagekraft der dritten Übungseinheit geht gegen Null. Außer es regnet tatsächlich in der Qualifikation. Was gibt es ansonsten festzuhalten? Williams löste erfolgreich einen Getriebeschlamassel im Auto von Lance Stroll. Nach 45 Minuten durfte der Kanadier mitmischen. Force India hielt seine Piloten hingegen nach einer Installationsrunde in der Garage. Weil die Wettervorhersage des Teams die Chancen auf ein trockenes Qualifying mit 80 Prozent beziffert. Und weil man Unfälle ausschließen wollte. Grund ist das neue Aerodynamikpaket, das es nur in zweifacher Ausfertigung gibt. Sobald ein Teil kaputt geht, muss das Team auf die alte Aero zurückrüsten.

GP Australien 2018: Ergebnis 3. Training

Fahrer Team Zeit/Rückstand Runden
1. Sebastian Vettel Ferrari 1:26.067 Min. 15
2. Kimi Räikkönen Ferrari + 2.432 Sek. 13
3. Marcus Ericsson Sauber + 2.823 14
4. Max Verstappen Red Bull + 5.613 8
5. Carlos Sainz Renault + 7.105 11
6. Daniel Ricciardo Red Bull + 7.976 14
7. Valtteri Bottas Mercedes + 8.107 14
8. Lewis Hamilton Mercedes + 8.158 7
9. Stoffel Vandoorne McLaren + 8.166 15
10. Fernando Alonso McLaren + 8.231 13
11. Pierre Gasly Toro Rosso + 8.923 16
12. Brendon Hartley Toro Rosso + 9.371 16
13. Sergey Sirotkin Williams + 9.522 16
14. Lance Stroll Williams + 9.761 8
15. Romain Grosjean HaasF1 + 10.104 6
16. Charles Leclerc Sauber + 10.381 12
17. Kevin Magnussen HaasF1 + 10.740 7
18. Nico Hülkenberg Renault + 12.415 8
19. Esteban Ocon Force India keine Zeit 1
20. Sergio Perez Force India keine Zeit 1

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GP Australien 2018 (Ergebnis 2. Training)

Topteams rücken näher zusammen

Auch die zweite Bestzeit der jungen Saison geht an Lewis Hamilton. Jedoch konnten Red Bull und Ferrari den Rückstand verkürzen. Max Verstappen gelang es sogar, im zweiten Training das Mercedes-Duo zu sprengen.

Die drei Topautos teilten sich im zweiten Training zum GP Australien 2018 die Sektorbestzeiten auf. Lewis Hamilton bestimmte das Tempo im ersten Abschnitt. Kimi Räikkönen im Mittelsektor. Und Max Verstappen schloss den technisch anspruchsvollen Schlussteil mit sechs von 16 Kurven als schnellster Mann ab. In Summe setzte sich der Weltmeister im Auto mit der Startnummer 44 durch.

Red Bull und Ferrari legen zu

Auf den Ultrasoftreifen brannte Hamilton eine Rundenzeit von 1:23.931 Minuten in den über 40 Grad heißen Asphalt. Damit steigerte sich der 62-fache GP-Sieger um 95 Tausendstel gegenüber dem Vormittag. Hamilton zeigte sich zufrieden mit sich und seinem Auto. Eine Kurvenkombination hat es ihm besonders angetan. „Die Kurven elf und zwölf sind verrückt. In dieser Kurve bremsen wir überhaupt nicht mehr, das ist irre.“ Red Bull und Ferrari steigerten sich hingegen mehr. Deshalb schrumpfte der Vorsprung der Silberpfeile. Max Verstappen schaffte es sogar, das Mercedes-Duo zu splitten. In seinem schnellsten Umlauf war der 20-jährige Niederländer im Red Bull RB14 lediglich 0,127 Sekunden langsamer als Hamilton. „Ich bin zufrieden mit dem Auto. Ein bisschen Regen würde aber nicht schaden.“

Der geschmolzene Abstand dürfte den Fans Hoffnung machen. Gegen eine explosive erste Startreihe Hamilton-Verstappen hätten sicher die wenigsten etwas dagegen. Jedoch sind die Zeiten mit Vorsicht zu genießen. Die Konkurrenz fürchtet sich vor dem Power-Modus, der Mercedes in den letzten Jahren in den Qualifyings beflügelte. Im Rennen rechnen sich Red Bull und Ferrari mehr aus.

Räikkönen und Bottas zu den Stewards

Valtteri Bottas halbierte den Rückstand auf den Teamkollegen, muss sich aber weiter verbessern, wenn er Hamilton im Kampf um die Pole-Position wirklich herausfordern möchte. Dicht hinter dem Mann aus Nastola fügte sich Kimi Räikkönen im schnelleren der beiden Ferraris ein. Auf den Spitzenplatz fehlten dem Weltmeister von 2007 keine drei Zehntelsekunden. Die beiden Finnen mussten eine halbe Stunde nach Trainingsende bei den Rennkommissaren antanzen. Es ging um einen Zwischenfall in Kurve 3. Bottas lief auf einer schnellen Runde in der Bremszone auf Räikkönen auf, der sich auf einer Bummelrunde befand. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, wich der Mercedes-Pilot aus und rodelte durch das Kiesbett, ohne seinen W09 nachhaltig zu beschädigen. Die Kommissare entschieden, dass Räikkönen Bottas zwar im Weg stand. Jedoch nicht absichtlich. Dem stimmte auch Bottas zu.

Sebastian Vettel schaffte es auch am Nachmittag nicht, das Tempo von Teamkollege Räikkönen zu halten. Zweieinhalb Zehntel auf den Garagennachbarn und über eine halbe Sekunde Rückstand auf den Titelrivalen dürften den Heppenheimer nachdenklich stimmen. „Wir konnten zwar unser Programm durchbringen, aber es läuft nicht wie gewünscht. Es hängt an der Balance. Wir müssen viel ändern, dass es besser passt. Meine Runde war auch nicht gut. Es fehlte an Rhythmus“, berichtete der vierfache Weltmeister. Selbst der Ferrari-befeuerte HaasF1 von Romain Grosjean rückte Vettel bedrohlich nah. HaasF1 zeigte sich nach überraschend starken Testfahrten weiter als vierte Kraft im Feld. Die kleinen Upgrades scheinen zu wirken. Auch wenn Kevin Magnussen als Neunter nicht ganz so schnell war.

Renault verfehlt die Top 10

Für Daniel Ricciardo reichte es zum siebten Rang. Jedoch hätte sich der Australier weit besser platzieren können. Vermutlich vor Vettel. Allerdings raubte Ricciardo die einzige rote Flagge des Tages die Chance auf eine Verbesserung. Nach zwei persönlich besten Sektoren musste der fünffache GP-Sieger verlangsamen. Eine der Induktionsschleifen für die Zeitnahme auf dem Zielstrich hatte sich aus dem Asphalt gelöst. Nach dem Training kam es dick für den 28-Jährigen. Die Stewards belegten Ricciardo mit einer Strafe von drei Startplätzen, weil der Mann aus Perth während der Rotphase nicht genügend verlangsamt hatte. Ricciardo gestand sein Fehlverhalten ein.

McLaren hinterließ auch im zweiten Training einen guten Eindruck. Die Plätze acht und zehn für Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne untermauern die Ambitionen des Teams, mit beiden Autos im Qualifying den dritten Teil zu erreichen. McLaren fährt in Australien mit einem neuen Diffusor, neuen Verkleidungsteilen am unteren Ende der Motorhaube und geänderten hinteren Bremsbelüftungen.

Renault erlebte nicht den gewünschten Trainingsfreitag. Sowohl Carlos Sainz als auch Nico Hülkenberg landeten außerhalb der Top 10. Bei Force India fand zumindest Sergio Perez zu mehr Geschwindigkeit. Der Mexikaner kletterte vom 16. Platz in der Früh auf die 12. Position am Nachmittag. Williams, Toro Rosso und Sauber fanden sich im Südteil der Zeitentabelle wieder.

GP Australien 2018: Ergebnis 2. Training

Fahrer Team Zeit/Rückstand Runden
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:23.931 Min. 35
2. Max Verstappen Red Bull + 0.127 Sek. 34
3. Valtteri Bottas Mercedes + 0.228 34
4. Kimi Räikkönen Ferrari + 0.283 39
5. Sebastian Vettel Ferrari + 0.520 38
6. Romain Grosjean HaasF1 + 0.717 34
7. Daniel Ricciardo Red Bull + 0.790 28
8. Fernando Alonso McLaren + 1.269 28
9. Kevin Magnussen HaasF1 + 1.315 30
10. Stoffel Vandoorne McLaren + 1.354 34
11. Carlos Sainz Renault + 1.459 35
12. Sergio Perez Force India + 1.482 30
13. Nico Hülkenberg Renault + 1.532 35
14. Lance Stroll Williams + 1.612 32
15. Esteban Ocon Force India + 1.957 33
16. Brendon Hartley Toro Rosso + 1.994 41
17. Pierre Gasly Toro Rosso + 2.014 39
18. Sergey Sirotkin Williams + 2.043 37
19. Marcus Ericsson Sauber + 2.883 31
20. Charles Leclerc Sauber + 2.884 35

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GP Australien 2018 (Ergebnis 1. Training)

Hamilton dominiert den Auftakt

Mercedes hat im ersten freien Training zum GP Australien 2018 seine Favoritenstellung untermauert. Lewis Hamilton raste zur Bestmarke. Vor Teamkollege Valtteri Bottas. Red Bull und Ferrari balgten sich um die Position hinter den Silberpfeilen.

Die 69. Formel 1-Saison läuft. Zum Auftakt in Australien drehten die 20 Fahrer zusammen 476 Runden. Das sind 62 mehr als im Vorjahr. Damit ist die erste Befürchtung vom Tisch. Experten fürchteten, dass die Teams aufgrund der strengeren Motorenregeln mit nur noch drei statt vier Aggregaten pro Saison am ersten Trainingstag weniger fahren würde, um die Antriebseinheiten zu schonen. Das war bei 27 Grad Asphalt und 43 Grad Streckentemperatur im sonnigen Melbourne nicht der Fall.

Hamilton eine halbe Sekunde vor Bottas

Eine zweite Befürchtung scheint sich hingegen zu bewahrheiten. Es kam wie es nach den Testfahrten zu erwarten war. Mercedes bestimmte zum Auftakt des Australien-Wochenendes den Takt. Lewis Hamilton sicherte sich wie im Vorjahr im ersten freien Training die Bestzeit. Auf den Ultrasoftreifen kurvte der Weltmeister in 1:24.026 Minuten um die sechs links und zehn Rechtskurven im Albert Park. Auf die Pole-Zeit 2017 fehlte mit 1,8 Sekunden noch ein gutes Stück.

Auf dem zweiten Rang reihte sich Teamkollege Valtteri Bottas ein. Der Mann aus Finnland büßte bereits über eine halbe Sekunde auf den Titelverteidiger ein. Auf demselben Reifentyp. „Ein vernünftiger Start für uns“, resümierte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. „Wir müssen noch abwarten, wie sich das Feld sortiert. Dafür reicht das erste Training nicht.“ Mercedes verzichtet in Australien auf Updates. Und trotzdem ist die Konkurrenz weit weg. Auch Red Bull griff in den ersten 90 Minuten bereits auf den Ultrasoft-Gummi zurück. Max Verstappen glückte damit die drittschnellste Runde. Der Rückstand von 0,745 Sekunden bestätigt die Pessimisten unter den Experten im Fahrerlager. „Mercedes ist in einer beeindruckenden Form“, erkennt Red Bulls Teamchef Christian Horner an. Sollte Red Bull nicht mit wesentlich mehr Benzin im Tank gefahren sein, deutet alles darauf hin, dass Mercedes zumindest auf eine Runde nicht zu schlagen ist.

HaasF1 führt Mittelfeld an

Auch nicht von Ferrari. Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel rückten in der ersten Session erst mit den weichen, später mit den Supersoftreifen aus. Doch selbst die etwas härtere Mischung im Vergleich zum Ultrasoft dürfte keine Ausrede für den Abstand auf Mercedes sein. Nach Pirellis ersten Hochrechnungen liegt zwischen den beiden weichsten Reifentypen an diesem Wochenende etwa eine halbe Sekunde. So hoch soll auch die Differenz zwischen dem Supersoft und Soft auf eine schnelle Runde sein.

Lokalheld Daniel Ricciardo belegte hinter Stallrivale Verstappen und den beiden Ferrari den sechsten Rang. Zwischen Platz drei und sechs liegen keine drei Zehntelsekunden. Dahinter klaffte eine Lücke von sieben Zehntelsekunden zum Mittelfeld, das Romain Grosjean im HaasF1 anführte. Damit bestätigte der US-Rennstall zumindest in den ersten 90 Minuten die gute Form der Vorsaisontests. Ganz glatt verlief das erste Training allerdings nicht für das Team. Bei einem Ritt über die Kerbs von Kurve 12 rissen Teile des Unterbodens vo Grosjeans Auto ab. Teamkollege Kevin Magnussen plagte ein fehlerhafter Sensor. Dazu kam ein Ausritt ins Gras in Kurve 15. Deshalb reihte sich der Däne nur auf dem 17. Rang ein.

McLaren erst mit Problemen, dann schnell

Im Kampf McLaren gegen Renault hatte der britische Rennstall die Nase vorn. Fernando Alonso stand zunächst lange in der Garage, weil der Auspuff überhitzte. Im letzten Drittel des Trainings glückte dem Spanier auf den Supersoft-Reifen die achtschnellste Runde. Carlos Sainz war in seinem Renault 16 Tausendstel langsamer. Stoffel Vandoorne komplettierte im zweiten McLaren die Top 10. Nico Hülkenberg hingegen erreichte nur den 13. Rang. Pierre Gasly fügte sich als Elfter im vorderen Teil des Mittelfeldes ein. Die Sportkommissare sprachen gegen den Franzosen die erste Strafe des Jahres aus. Weil er mit 65,9 km/h in der Box geblitzt wurde. Für die Überschreitung des 60-km/h-Limits muss Gasly 600 Euro bezahlen.

Williams zeigte sich gegenüber den Testfahrten formverbessert. Force India testete in der ersten Session die zahlreichen Updates am VJM11. Noch ohne durchschlagenden Erfolg. Die Schlusspositionen nahmen wie schon 2017 die Sauber-Fahrer ein.

GP Australien 2018: Ergebnis 1. Training

Fahrer Team Zeit/Rückstand Runden
1. Lewis Hamilton Mercedes 1:24.026 Min. 27
2. Valtteri Bottas Mercedes + 0.551 Sek. 29
3. Max Verstappen Red Bull + 0.745 26
4. Kimi Räikkönen Ferrari + 0.849 23
5. Sebastian Vettel Ferrari + 0.969 22
6. Daniel Ricciardo Red Bull + 1.037 25
7. Romain Grosjean HaasF1 + 1.704 24
8. Fernando Alonso McLaren + 1.870 16
9. Carlos Sainz Renault + 1.896 23
10. Stoffel Vandoorne McLaren + 2.456 15
11. Pierre Gasly Toro Rosso + 2.468 25
12. Sergey Sirotkin Williams + 2.510 25
13. Nico Hülkenberg Renault + 2.557 25
14. Esteban Ocon Force India + 2.579 30
15. Lance Stroll Williams + 2.610 30
16. Sergio Perez Force India + 2.741 26
17. Kevin Magnussen HaasF1 + 3.009 13
18. Brendon Hartley Toro Rosso + 3.719 16
19. Marcus Ericsson Sauber + 3.938 28
20. Charles Leclerc Sauber + 4.827 28
Neuester Kommentar

@Valencia12

"Virtuelles Safety-Car [...] Highlight ein verschobener, ausgeloster Glückssieg von Vettel (nichts gegen Vettel) ist?"

Mimimi weil diese Mal der eine Glück hatte statt der andere wie im Vorjahr?

"Außerdem darf sich gerne mal die Frage gestellt werden, warum zum wiederholten Male erst 5 Minuten lang das VSC gilt, um dann doch das SC zu schalten?"

Das Auto sollte erst weggerollt werden, was scheinbar durch das lose Rad nicht unter Muskelkraft möglich war, also musste der mobile Kran her, welcher Widerum nach Jules Bianchis Unfall nur noch unter SC-Bedingungen auf die Strecke soll.

"Gibt es hierfür keine Tabellen, oder Streckenskizzen die genau vorgeben wo sich Bergekräne und Nieschen in den Leitplanken/Mauern befinden, an denen man genau definieren kann wann und wo ein VSC oder ein SC eingeleitet werden muss?"

Klar gibt es die, aber zeig mir mal die Tabellen, in denen drin steht, ob das Rad am Haas fest genug ist, dass man es mit den Marshals entfernt bekommt.

"Außerdem stellt sich mir die Frage, warum bei Magnussen kein VSC kommt und sein Auto sogar bis zum Ende des Rennens am Streckenrand steht? Das passt mit anderen Sicherheitsbestimmungen, wie zum Beispiel dem Halo, gar nicht zusammen und ist eine Doppelmoral."

Apropos Streckenskizzen, ein Blick auf ebendiese genügt, um die Erklärung zu liefern: MAG parkte weit abseits der Strecke und außerhalb des Sturzraums.

Proesterchen 25. März 2018, 17:40 Uhr
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