Ferrari - Formel 1 - GP Mexiko - 4. November 2021 xpb
Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - GP Mexiko - 4. November 2021
Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - GP Mexiko - 4. November 2021
Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Mexiko - 4. November 2021
Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Mexiko - 4. November 2021 63 Bilder

F1-Team-Check GP Mexiko 2021

F1-Team-Check GP Mexiko 2021 Ferrari übt für Siege

Wir haben die zehn Teams in Mexiko auf Neuigkeiten abgecheckt. Carlos Sainz sieht den Kampf um Platz 3 als Training für bessere Zeiten. Bei Red Bull dreht sich alles um die Frage, ob Sergio Perez sein Heimrennen gewinnen darf.

Der Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was neu an den Autos ist und bei den Fahrern, wie sie das Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Mercedes

Jetzt hat Red Bull auch offiziell eine Absage für ihren Verdacht erhalten, Mercedes kühle die Luft im Plenum des Motors zu stark runter. Die FIA hat nach dem GP USA das Auto von Valtteri Bottas genauer unter die Lupe genommen. Speziell den Luftsammler, die Einlasskanäle, die Kühlung in diesem Bereich, die Verkabelung und die Sensoren, die die Lufttemperatur messen. Ergebnis: Alles in Ordnung.

Für Lewis Hamilton ist Mexiko ein gutes Pflaster. Zwei Mal wurde er im Autodromo Hermanos Rodriguez bereits zum Weltmeister gekürt. Doch die letzten Auftritte auf der höchstgelegenen Strecke der Welt haben auch gezeigt, dass Red Bull-Honda hier einen Vorteil hat. "Wenn sie keine Probleme hatten, waren sie hier immer überlegen", gibt Hamilton zu. Den möglichen Einsatz eines fünften Motor schiebt der Titelverteidiger weit weg. "Wir haben einen starken Motor und gehen davon aus, dass er bis zum Schluss der Saison hält."

Ferrari - Formel 1 - GP Mexiko - 4. November 2021
ams
Kann Ferrari in Mexiko wieder auf Rang drei in der WM-Wertung springen?

Ferrari

Ferrari ist nun auf jeder Strecke ein Gegner für McLaren. "Wir hatten zuletzt viele starke Rennen. Das von Austin war besonders wertvoll, weil wir uns auf dieser Strecke nicht so viel erwartet haben. Dann kam aber viel mehr dabei heraus", freute sich Charles Leclerc. Der Kurs von Mexiko sollte Ferrari von der Papierform her besser liegen, hofft der Vierte von Austin, warnt aber zugleich: "Wir haben dieses Jahr schon viele gute und böse Überraschungen erlebt."

Leclerc glaubt deshalb auch nicht, dass Ferrari auf speziellen Strecken schon in der Lage ist, mit Mercedes und Red Bull zu kämpfen. Zum Beispiel in Mexiko. Auch wenn ein Punkt dafür spricht: "Immer wenn wir maximalen Abtrieb gefahren sind, wie in Monte Carlo oder Budapest, waren wir am besten. Aber Mercedes und Red Bull sind uns einfach noch einen Schritt voraus."

Carlos Sainz sieht das Duell um WM-Platz drei mit McLaren unentschieden: "In Monza und Sotschi war McLaren schneller, in Istanbul und Austin wir." Die Bronze-Medaille in der Konstrukteurs-WM hat für Sainz hauptsächlich einen symbolischen Wert: "Für Ferrari zählt nur der Sieg. Aber der Kampf um Platz drei ist ein gutes Training für zukünftige Aufgaben, wenn wir hoffentlich wieder um Siege kämpfen. Dieses Jahr hat schon gezeigt, dass wir gut auf Probleme reagieren können. Wir haben Pole Positions erzielt, hatten Siegchancen. Daran war letztes Jahr nicht zu denken. Die Strategie und die Boxenstopps sind besser geworden, wir haben beim Antrieb Fortschritte gemacht und sind auf Strecken besser geworden, auf denen wir letztes Jahr schlecht waren."

Sergio Perez - Red Bull - Formel 1 - GP Mexiko - 3. November 2021
Red Bull
Sergio Perez hat mit seinem Shorun am Mittwoch für Begeisterung gesorgt.

Red Bull

Die mexikanischen Fans durften schon am Mittwoch vor dem Grand Prix im Autodromo Hermanos Rodriguez das besondere Perez-Feeling erleben. Der Lokalheld begeisterte in einem Red Bull RB7 von 2011 auf der Paseo de la Reforma in der Hauptstadt 140 000 Zuschauer mit Donuts und Burnouts. "Es war, als hätten wir Mexico-City eingenommen. Es war unglaublich, diese Energie zu sehen. Die Leute haben mitten in der Stadt gezeltet, um dabei sein zu können", strahlte Perez. Sein Geschenk an seine Fans ist ein spezieller Rennoverall und ein neu lackierter Helm. Natürlich dominieren die Landesfarben.

Ein Podium ist praktisch Plicht für den Mexikaner: "Zum ersten Mal habe ich bei meinem Heimrennen ein Auto, in dem ich gewinnen kann." Wenn er gewinnen darf. Der WM-Titel von Max Verstappen geht vor. Wenn die beiden Red Bull-Piloten direkt hintereinander liegen, wird Perez wohl Platz machen müssen. Doch müsste er den Sieg herschenken, wäre das trotzdem wie ein Sieg für ihn: "Es wäre ein schönes Problem, wenn es so weit käme. Und dann hängt es immer noch von den Umständen ab, was wirklich passiert. Ich weiß nur, dass das gesamte Team mir einen Sieg in Mexiko wünscht."

Max Verstappen versucht den Ball flach zu halten. Die Favoritenrolle schmeckt ihm nicht. "Was nutzt dir die Papierform, wenn sie nicht eintritt. Hier geht es um viele Details, angefangen bei Setup. Sie müssen alle passen. Es kann schnell gehen und du bist nicht mehr Favorit."

Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Mexiko - 4. November 2021
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Sebastian Vettel hat seine Motorenstrafe abgesessen. In Mexiko soll mehr rausspringen als nur ein Punkt wie zuletzt in Austin.

Aston Martin

Sebastian Vettel will nach dem Punktgewinn in Austin auch in Mexiko zuschlagen. Diesmal von einer normalen Startposition. Nach dem Motortausch beim Texas-GP hat er jetzt ein frisches Triebwerk in seinem Pool, das die restlichen fünf Rennen abspulen muss und ein älteres, das an den Freitagen zum Einsatz kommt.

Vettel sieht in Mexiko auch deshalb gute Chancen, weil hier die Taktik eine Rolle spielt. Man kann überholen, aber es ist nicht so einfach wie es die drei DRS-Zonen vermuten lassen. 2018 wurden 36 Überholmanöver gezählt, 2019 waren es 39.

2019 führten Ein- und Zweistopp-Rennen zum Ziel. Die Reifenwahl im Q2 bringt schon eine gewisse Vorentscheidung. "Viel hängt vom Reifenmanagement ab. Da ist gute Vorbereitung und die richtige Reaktion auf die jeweilige Rennsituation gefragt. In Mexiko musst du immer mit einem Safety-Car oder einer VSC-Phase rechnen", erklärt Vettel. Teamkollege Lance Stroll ist überzeugt: "Wir können auf jeder Strecke Punkte holen, wenn wir einen guten Job machen."

George Russell - GP Miami - 2021
Miami GP
George Russell schaute zwischen den Rennen von Austin und Mexiko in Miami vorbei.

Williams

Nicholas Latifi hatte keine glamouröse Geschichte zwischen den Rennen in den USA und Mexiko zu bieten. "Ich bin noch am Sonntagabend nach dem Rennen nach London zurückgeflogen, habe ein paar Tage im Simulator verbracht und bin dann früh nach Mexiko, um mich an die Höhe zu gewöhnen und den Jetlag aus den Füßen zu bringen."

George Russell hat sich schon für nächstes Jahr vorbereitet. Der künftige Mercedes-Pilot flog nach dem GP USA nach Miami, um sich dort die Rennstrecke anzuschauen. "Ein typischer Stadtkurs mit langen Geraden und vielen langsamen Kurven. Das sollte gute Überholmanöver garantieren." Im Simulator ist der Brite auch schon die Katar-Strecke gefahren: "Es gibt viele Medium- und Highspeed-Kurven. Das erinnert ein wenig an Mugello – nur ohne die Höhenunterschiede."

Esteban Ocon - GP Mexiko 2021
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Esteban Ocon hofft nach der Pleite von Austin auf die positive Wende in Mexiko.

Alpine

Technikchef Marcin Budkowski erinnert an die speziellen Herausforderungen des Autodromo Hermanos Rodriguez: "Du fährst mit Monaco-Flügeln und bekommst Monza-Abtrieb. Du machst die Kühlung für Motor und Bremsen so weit auf wie möglich und bist trotzdem mit den Temperaturen am Limit." Für die Fahrer fühlt sich das Fahren in großer Höhe wie das Fahren auf einem Asphalt mit wenig Grip an.

Alpine sucht immer noch nach den Gründen, warum es in Austin nicht wie gewünscht lief. Im Verdacht stehen die Bodenwellen und auch ein bisschen das Layout der Strecke. Esteban Ocon atmet auf: "Die Strecke in Mexiko ist nicht so wellig."

Fernando Alonso ist froh, dass er die Motorstrafe schon hinter sich hat. Mexiko weckt da schlechte Erinnerungen. "Ich bin vier Mal in Mexiko gefahren. Zwei Mal musste ich wegen eines Motorwechsels ans Ende der Startaufstellung. Ein Mal bin ich gar nicht gestartet, weil der Motor in der Formationsrunde geplatzt ist."

Pierre Gasly - Alpha Tauri - Formel 1 - GP Mexiko - 4. November 2021
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Kann Pierre Gasly im starken Alpha Tauri mit den Spitzenteams kämpfen?

Alpha Tauri

Pierre Gasly ist zuversichtlich, dass der Kampf um Platz 5 in der Konstrukteurs-WM für Alpha Tauri noch nicht verloren ist. "Obwohl wir in den letzten vier Rennen zwei Mal ausgeschieden sind, haben wir immer noch Kontakt zu Alpine. Das Ziel ist ganz klar sie zu schlagen. Wir haben das Paket ihnen das Leben schwer zu machen."

Gasly zählte zu den Fahrern, die zwischen den Rennen nach Europa zurückgeflogen sind, um sich im Simulator auf das folgende Triple vorzubereiten. Mexiko-Neuling Yuki Tsunoda stellte extra sein Training um. "Ich habe zuletzt mehr auf Ausdauer trainiert, um mich auf die Höhe vorzubereiten." Red Bull-Sportchef Helmut Marko hofft, dass der Honda-Vorteil in Mexiko nicht nur Perez zum Helfer für Verstappen macht. "Da könnte auch der Gasly dem Hamilton gefährlich werden."

Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - GP Mexiko - 4. November 2021
Motorsport Images
Für die beiden Haas-Rookies geht das Lernprogramm weiter.

Haas

Für die Rookies Mick Schumacher und Nikita Mazepin beginnt jetzt Teil zwei der Lernphase. Ihre ersten Formel-1-Rennen sind sie noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefahren. Die Türkei und Austin waren mit ausverkauften Tribünen schon ein Schritt zurück zur Realität. Und jetzt noch einmal eine Steigerung. Mexiko erwartet an drei Tagen 350.000 Zuschauern und eine unvergleichliche Volksfeststimmung.

Für die Haas-Piloten kommt jetzt neben der üblichen Arbeit an der Strecke die Aufmerksamkeit der Fans und die gesteigerte Nachfrage der Medien dazu. "Unsere Fahrer lernen jetzt, was die wirkliche Formel 1 ist", bestätigt Teamchef Guenther Steiner. Der Südtiroler fährt fort: "Es ist auch gut, dass Mick und Nikita zuletzt wegen der vielen Motorstrafen etwas weiter vorne gestartet sind. Leider haben sie es noch nicht bis zur Pole Position geschafft. Aber die Startplätze 17 oder 18 sind auch Erfahrungen, die ihnen für 2022 helfen werden, wenn unser Auto dann hoffentlich besser ist."

Die Fahrer erwarten in der dünnen Luft von Mexico-City ein hartes Rennen. Trotz Durchschnittsgeschwindigkeiten von 200 km/h sind die Autos wie in Monte Carlo auf vollen Abtrieb getrimmt. "Wir haben davon nicht so viel wie die anderen. Das ist ein Nachteil für uns", fürchtet Mazepin. Während der Russe auf unbekanntes Terrain trifft, kennt Schumacher den Kurs schon vom Simulator: "Ich habe eine ungefähre Ahnung, was mich erwartet. Es ist ein völlig anderes Gefühl bei den geänderten Bedingungen in so großer Höhe."

Lando Norris - McLaren - Formel 1 - GP Mexiko - 4. November 2021
Motorsport Images
Lando Norris hat in der Pause nach Austin noch eine Simulator-Einheit eingelegt, um sich auf die nächsten Strecken vorzubereiten.

McLaren

McLaren und Ferrari trennen nur noch 3,5 Punkte. Daniel Ricciardo traut sich keine Prognose abzugeben, welche der drei folgenden Strecken dem einen Auto oder dem anderen mehr liegen. "Deshalb ist es das Beste, wenn wir uns auf uns konzentrieren und das Maximum herausholen." Lando Norris flog nach ein paar Tagen Ausspannen In New York zurück nach Europa um sich im Simulator von McLaren auf die Strecken von Mexico-City, Sao Paulo und Doha vorzubereiten. Daniel Ricciardo blieb noch ein paar Tage zuerst in Austin, dann in Kalifornien, bevor er direkt von den USA nach Mexiko flog.

Auf dem Papier sieht McLaren-Teamchef Andreas Seidl Ferrari leicht in Front: "Es gibt da im Mittelteil ein paar lang gezogene mittelschnelle Kurven. Das ist nicht so unser Revier." Seidl räumt ein: "Seit Ferrari mit dem neuen Hybridsystem fährt, sind sie überall besser geworden."

Während Ferrari seine Strafen für den vierten Motor schon genommen hat, wird es bei McLaren wahrscheinlich noch Land Norris treffen. "Wir wissen noch nicht, wo wir es machen", bedauert Norris. Sein Teamchef klärt auf: "Das werden wir erst nach dem Freitagstraining entscheiden. Dann haben wir ein besseres Bild."

Alfa Romeo - Formel 1 - GP Mexiko - 4. November 2021
xpb
Noch weiß man immer noch nicht, wer nächstes Jahr im zweiten Alfa-Cockpit sitzt.

Alfa Romeo

Alfa Romeo ist das Team der verpassten Chancen. Sechs Mal bereits landete einer der Sauber-Piloten auf dem 11. Platz. Kein anderes Team hat so oft die Holzmedaille gewonnen. "Das zeigt, dass wir immer um Punkte kämpfen. Das Triple gibt uns Gelegenheit, unseren Punktestand aufzubessern, wenn wir alles richtig machen. In Mexiko kommt es auch auf die Strategie und die Reifenwahl an. Die Fahrer müssen ihren Job im Cockpit und wir an der Boxenmauer perfekt erledigen, dann wird es auch mit den Punkten etwas", glaubt Teamchef Frédéric Vasseur.

Auf den Strecken, die maximalen Abtrieb verlangen hat der Sauber C41 bis jetzt seine besten Leistungen gezeigt. Trotzdem sieht Antonio Giovinazzi keine Parallele zu Monte Carlo. "Ja, wir haben hier viele langsame Kurven. Aber wir haben auch eine lange Gerade, und die ist nicht gut für uns." Der Italiener hängt immer noch in der Schwebe, was seine Zukunft betrifft. "Nächste Woche könnten wir mehr wissen", kündigt Giovinazzi an.

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