Valtteri Bottas - GP Österreich 2020 Motorsport Images
Kevin Magnussen - Haas - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 5. Juli 2020
Valtteri Bottas - Mercedes - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 5. Juli 2020
Charles Leclerc & Lando Norris - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 5. Juli 2020
Impressionen - Formel 1 - GP Österreich - Spielberg - 5. Juli 2020 51 Bilder

GP Österreich 2020 - Ergebnis Rennen

Spielberg-Krimi mit Bottas-Sieg

Valtteri Bottas hat das erste Rennen der Formel-1-Saison gewonnen. Hinter dem Mercedes belegten überraschend Charles Leclerc und Lando Norris die weiteren Podiumsplätze. Nur elf Autos schafften es über die Distanz.

Die Formel 1 hat sich mit einem spektaulären Kracher aus der Corona-Pause zurückgemeldet. Drei Safety-Car-Phasen, neun Ausfälle und jede Menge heißer Zweikämpfe auf der Strecke machten den Österreich-Grand-Prix zu einem echten Klassiker, der sich hinter dem schon sehr spannenden Vorjahresrennen nicht verstecken muss.

Auch der Sieg von Valtteri Bottas hing lange Zeit am seidenen Faden. Mercedes hatte mit Sensorproblemen im Getriebe zu kämpfen. Beide Fahrer wurden angewiesen, die Randsteine zu meiden. Am Ende hielt die Technik der schwarz lackierten Silberpfeile aber durch und Bottas konnte die ersten 25 WM-Punkte des Jahres einsammeln.

Den Österreich-Sieg schienen die beiden Werks-Mercedes lange Zeit unter sich auszumachen. Der einzige Pilot, der die große Mercedes-Show hätte verhinden können, war Max Verstappen. Dank einer Last-Minute-Strafe vor dem Rennen gegen Lewis Hamilton war der Vorjahressieger von Rang zwei aus der ersten Reihe gestartet. Diese Position konnte der Holländer zunächst auch gut verteidigen. Doch in Runde elf streikte dann plötzlich die Technik.

Valtteri Bottas - GP Österreich 2020
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Lange sah es in Spielberg nach einer großen Mercedes-Show aus.

Früher Verstappen-Ausfall

Kaum hatte Verstappen auf der Zielgerade eine Motoreinstellung verändert, da begann der Antrieb seines Autos zu stottern. Der Pilot schleppte sich mit seinem Dienstwagen zwar noch an die Box, doch alle Wiederbelebungsversuche blieben am Ende erfolglos. Das Elektronik-Problem erwies sich als hartnäckig.

"Es ist die komplette Leistung des Antriebs verloren. Wir müssen das jetzt erst einmal untersuchen", klagte Verstappen anschließend. "Natürlich will man so nicht in eine Saison starten. Valtteri ist mir zwar vorne weggefahren, aber ich denke es wäre zumindest ein einfaches Podium für mich geworden."

Damit musste Red Bull den beiden Mercedes den Kampf um den Sieg zunächst alleine überlassen. Verstappens Teamkollege Alexander Albon konnte in der ersten Rennhälfte nicht in das Duell zwischen Bottas und Hamilton eingreifen. Die Spitze fuhr bisweilen eine Sekunde pro Runde schneller als der Rest der Formel-1-Welt.

Max Verstappen  - GP Österreich 2020
Motorsport Images
Max Verstappen musste seinen Red Bull nach wenigen Runden abstellen.

Hamilton-Strafe nach Albon-Attacke

Erst eine Safety-Car-Phase 20 Runden vor Schluss brachte Red Bull dann etwass unverhofft wieder ins Spiel. Während Mercedes den Zeitpunkt zum Reifenwechsel verpasste, wurde Albon für den Schlussspurt mit frischen weichen Gummis bestückt, die einen extremen Gripvorteil gegen die alten, harten Pirellis an den Silberpfeilen aufwiesen.

So attackierte Albon Hamilton direkt nach dem Restart auf der Außenseite von Kurve 4. Der Youngster war schon fast vorbei, als sich das linke Vorderrad des Mercedes mit dem rechten Hinterrad des Red Bull verhakte. Albon drehte sich ins Kies. Motorenprobleme kurz vor Schluss bedeuteten dann das endgültige K.O.

Gegegn Hamilton verhängten die FIA-Kommissare eine 5-Sekunden-Strafe, die den Weltmeister bis auf Rang vier nach hinten warf. "Für mich hat es sich eigentlich nach einem normalen Rennunfall angefühlt. Aber ich möchte das nicht groß kommentieren sondern nach vorne schauen", nahm der Weltmeister den Fehlstart sportlich.

Durch die Probleme bei Red Bull und die Strafe gegen Hamilton schaffte es Charles Leclerc überraschenderweise noch auf den zweiten Patz. Der Ferrari präsentierte sich im Rennen etwas konkurrenzfähiger als noch im Qualifying, aus eigener Kraft hätte es aber nicht zum Podium gereicht. Neben den Ausfällen profitierte Leclerc auch von einer guten Strategie und den Safety-Car-Phasen.

"Ich habe heute das beste rausgeholt. In der aktuellen Situation müssen wir jede Gelegenheit nutzen. Ich bin sehr aggressiv gefahren", erklärte Leclerc später. "Man darf aber nicht vergessen, dass die Pace nicht besonders gut war. Daran müssen wir arbeiten. Wir können uns nicht immer darauf verlassen, dass wir von Safety-Car-Phasen und Ausfällen profitieren."

Lando Norris - GP Österreich 2020
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Lando Norris fuhr zum ersten Mal in seiner Karriere aufs Podium.

Norris im Schlussspurt aufs Podium

Auch auf dem dritten Podiumsplatz fand sich am Ende ein Pilot wieder, den man da vorher nicht erwartet hatte. Lando Norris sorgte mit einem riskanten Überholmanöver gegen Sergio Perez in der Schlussphase und einer schnellsten Runde im letzten Umlauf dafür, dass er den Rückstand zu Hamilton auf 4,8 Sekunden begrenzen konnte. Die 5-Sekunden-Strafe spülte ihn somit nachträglich aufs Podium

Teamkollege Carlos Sainz im zweiten McLaren schaffte es kurz vor Schluss auch noch vorbei am Racing Point von Sergio Perez und sicherte sich damit den fünften Platz. Dahinter landeten Pierre Gasly, Esteban Ocon, Antonio Giovinazzi und Sebastian Vettel auf den weiteren Punkteplätzen.

Für den Heppenheimer gab es damit eine herbe Pleite zum Saisonstart. Dabei muss sich Vettel auch an die eigene Nase fassen. Nach der ersten Safety-Car-Phase in Runde 26 entschied sich Vettel zu einer unüberlegten Attacke auf den McLaren von Carlos Sainz in Kurve 3. Vettel stach mit einem ambitionierten Manöver innen rein, verbremste sich dabei aber und drehte sich.

Nach dem Rennen schimpfte Vettel über seinen Ferrari: "Ich habe das Auto heute nicht wiedererkannt. Es hat sich viel schlechter angefühlt als noch am Freitag im Training. Ich kann froh sein, dass ich mich nicht noch häufiger gedreht habe. Das Heck ist ständig ausgebrochen. Das müssen wir jetzt mal untersuchen."

Nur elf Autos im Ziel

Der dramatische Saisonstart zeichnete sich nicht nur durch das überraschendes Ergebnis sondern auch durch jede Menge Ausfälle aus. Insgesamt schafften es neun Piloten nicht ins Ziel. Die heißeren Temperaturen sorgten offenbar bei vielen Teams für Probleme. Wir sind schon gespannt, ob die Ingenieure die Autos bis zum zweiten Spielberg-Rennen innerhalb von nur sieben Tage standfester bekommen.

Wie bereits erwähnt musste Bernd Mayländer drei Mal mit seinem Safety-Car ausrücken. Die erste Neutralisierung erfolgte in Runde 26, als Kevin Magnussen nach einem Dreher in Kurve drei in der Auslaufzone stehen blieb. Das zweite Mal kam das Safety-Car auf die Bahn, als George Russell seinen Williams in Runde 51 am Streckenrand abgestellt hatte. Beim ersten Restart-Versuch verlor dann Kimi Räikkönens Alfa Romeo das rechte Vorderrad, wodurch Mayländer gleich noch einmal ausrücken musste.

GP Österreich - Ergebnis Rennen

Fahrer Team Zeit
1. Valtteri Bottas Mercedes 1:30.55,739 Std.
2. Charles Leclerc Ferrari + 0:02.700 Min.
3. Lando Norris McLaren + 0:05.591
4. Lewis Hamilton Mercedes + 0:05.689
5. Carlos Sainz McLaren + 0:08.903
6. Sergio Perez Racing Point + 0:15.092
7. Pierre Gasly Alpha Tauri + 0:16.682
8. Esteban Ocon Renault + 0:17.456
9. Antonio Giovinazzi Alfa Romeo + 0:21.146
10. Sebastian Vettel Ferrari + 0:24.545
11. Nicholas Latifi Williams + 0:31.650
12. Daniil Kvyat Alpha Tauri Ausfall
13. Alexander Albon Red Bull Ausfall
14. Kimi Räikkönen Alfa Romeo Ausfall
15. George Russell Williams Ausfall
16. Romain Grosjean Haas Ausfall
17. Kevin Magnussen Haas Ausfall
18. Lance Stroll Racing Point Ausfall
19. Daniel Ricciardo Renault Ausfall
20. Max Verstappen Red Bull Ausfall
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