Red Bull - Formel 1 - GP Russland - Sotschi - Donnerstag - 23.09.2021 ams
Ferrari - Formel 1 - GP Russland - Sotschi - Donnerstag - 23.09.2021
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F1-Teamcheck GP Russland: Alonso warnt vor Regen

F1-Teamcheck GP Russland 2021 Droht in Sotschi ein zweites Spa?

Donnerstag ist die Ruhe vor dem Sturm. Wir checken die zehn Teams auf Neuigkeiten ab. Die deutschen Fahrer haben innerhalb einer Woche ihre Verträge verlängert. Und Fernando Alonso warnt, dass es bei Regen in Sotschi ein zweites Spa geben könnte.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was neu am Auto ist und bei den Fahrern, wie sie das Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Mercedes

Sieben Grand Prix in Sotschi, sieben Siege für Mercedes. Diese Bilanz sagt alles. Doch Lewis Hamilton fürchtet: "Das wird dieses Jahr enger. Unser Gegner ist stärker geworden. Auch der Regen, den sie hier erwarten, könnte die Dinge schwieriger machen." Die Unfallfolgen von Monza sind wegmassiert. An die Kollisionen mit Max Verstappen will der Titelverteidiger nicht mehr denken. "Ich mache mir keine Gedanken darüber, ob es wieder passiert. Das wird mir keine Energie rauben."

Mit der kompromisslosen Gangart seines WM-Gegners hat Hamilton kein Problem. "Ich war 2007 in der Situation, um meinen ersten WM-Titel zu kämpfen. Da lastet ein großer Druck auf dir. Damals hatte ich noch nicht die Erfahrung, damit umzugehen. Heute habe ich sie." Hamilton wird im Zweikampf seinem Stil treu bleiben. "Ich erwarte nie, dass der andere Fahrer zurückzieht. Es ist aber klug, es zu tun, wenn du merkst, dass du die Kurve nicht mehr kriegst. Die Erfahrung lehrt dich, dass noch viele Kurven folgen, wo du das korrigieren kannst."

Die Startplatzstrafe für Max Verstappen erhöht den Druck für Mercedes. Ein Sieg ist Pflicht, am besten im Doppelpack. "Ein solches Geschenk dürfen wir uns nicht entgehen lassen", fordert auch Valtteri Bottas. Der zweifache Sotschi-Sieger hat auch kein Problem damit, sich in den Dienst von Hamilton zu stellen. "Wenn ich gefragt werde, Platz für Lewis zu machen, werde ich es tun. Ich fahre für das Team, und deren Interessen stehen an erster Stelle."

Ferrari - Formel 1 - GP Russland - Sotschi - Donnerstag - 23.09.2021
ams
Neue Power Unit: Leclerc rutscht in der Startaufstellung automatisch nach hinten.

Ferrari

Ferrari verteilt seine Startplatzstrafen. Charles Leclerc bekommt das neue Hybridsystem bereits in Sotschi. Das betrifft die Batterie, die Steuergeräte und die komplette Elektrik. Das Upgrade soll 10 bis 15 PS bringen. Es ist die vierte Antriebseinheit im Pool. Wenn der Einsatz erfolgreich ist, soll Carlos Sainz beim GP Türkei folgen. So hat Ferrari in beiden Rennen wenigstens ein heißes Eisen im Feuer.

Sainz hofft, dass Ferrari in Sotschi wieder mit McLaren um Platz 3 kämpfen kann. "Wenn die Simulationen stimmen, sollten wir auf der Strecke konkurrenzfähiger sein als in Monza." Der Doppelsieg in Monza hat McLarens Vorsprung auf 13,5 Punkte anwachsen lassen.

Red Bull

Max Verstappen beharrt darauf: "Für mich war der Zwischenfall in Monza ein Rennunfall. Es bringt aber nichts, das immer wieder zu diskutieren. Wir müssen drei Startplätze zurück, und damit müssen wir klarkommen. Das ist nicht ideal, aber noch ist nichts verloren." Möglicherweise bietet es sich für Red Bull sogar an, die Strafe zu nutzen, um den vierten Motor ins Spiel zu bringen. "Nichts ist entschieden. Es wird auch davon abhängen, wie stark wir auf dieser Strecke abschneiden."

2020 schaffte es Red Bull zum ersten Mal auf das Podium in Sotschi. Den Fortschritt des Autos in diesem Jahr mit eingerechnet, sollte Verstappen in der Lage sein, die Mercedes herauszufordern. "Der angekündigte Regen könnte uns auch in die Karten spielen", hofft der WM-Spitzenreiter. An seinem Fahrstil will er nichts ändern. Den Vorwurf, er würde nie nachgeben, kann er nicht nachvollziehen: "Zum Nachgeben gehören immer zwei."

Für Hamiltons Einschätzung, dass der Druck für Verstappen höher ist, weil er zum ersten Mal um die Weltmeisterschaft fährt, hat der Niederländer nur Spott übrig. "Ich bin so nervös, dass ich nicht mehr schlafen kann." Kritik, er habe sich nach dem Unfall nicht mehr um Hamilton gekümmert, prallt an ihm ab: "Es gibt viele Heuchler in dem Geschäft. Ich habe gesehen, wie Lewis versucht hat, im Rückwärtsgang aus dem Kiesbett zu kommen. Daraus konnte ich schließen, dass es ihm gut geht. Du fliegst auch nicht zwei Tage später auf eine Mode-Gala nach New York, wenn du ein Problem hast."

Sergio Perez will auf dem 4. Platz von Monza aufbauen. Der Mexikaner zeigte in den letzten beiden Rennen eine Steigerung, kämpft aber noch damit, ein ganzes GP-Wochenende ohne Zwischenfälle über die Bühne zu bringen. In Zandvoort blieb er wegen schlechtem Timing schon im Q1 auf der Strecke und nahm dann noch eine Motorstrafe in Kauf. In Monza verlor er wegen einer Strafe einen Podestplatz. In beiden Fällen war das Team nicht ganz unschuldig. In Sotschi hat Perez eine weiße Weste. der zweifache GP-Sieger kam in allen sieben Rennen in den Punkterängen ins Ziel: 10-3-9-7-10-7-4.

Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Russland - Sotschi - Donnerstag - 23.09.2021
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Sebastian Vettel bleibt wie Mick Schumacher seinem Team treu.

Aston Martin

Vier Tage nach Monza wurde es offiziell. Sebastian Vettel ist auch 2022 ein Formel 1-Fahrer. Es gab viele gute Gründe, noch ein Jahr dranzuhängen: "Der Spaß am Fahren, der Wettbewerb, die Arbeit mit meinem Team, die Herausforderung nächstes Jahr mit neuen Autos zu beginnen. Keiner hat eine Sieggarantie."

Eine gute Balance in den vielen rechtwinkeligen Kurven ist das A und O. Dann überleben auch die Reifen bis in den letzten Sektor, in dem man die meiste Zeit verlieren kann, wenn der Gummi überhitzt. "Sotschi ist das Gegenteil von Monza", doziert Sebastian Vettel. "Speziell für die langsamen Kurven im letzten Sektor brauchst du ein gutes Setup. Das ist der Schlüssel, dich im Auto wohl zu fühlen."

Williams

Der Schlüssel für eine schnelle Runde liegt für Nicholas Latifi darin, das Auto und den Fahrstil für die 90 Grad-Kurven zu optimieren. "Das einzigartige an der Strecke ist, dass der Großteil der Kurven vom Profil her gleich ist. Wenn du dafür eine gute Lösung findest, kannst du richtig viel Rundenzeit gutmachen."

Der Kanadier hat sich in den letzten Grand Prix zu einem ordentlichen Rennfahrer entwickelt. Latifi konnte den Abstand zu Teamkollege George Russell verkürzen und fährt im Rennen an der Schwelle zu WM-Punkten. In Budapest und Spa mit Erfolg. In Monza kostete ihn das unglückliche Timing des Boxenstopps vor der Safety Car-Phase WM-Punkte. Russell meinte fair: "Nicholas hätte die Punkte mehr verdient gehabt als ich." Latifis Erklärung für die Steigerung: "Ich bin konstanter geworden und hole öfter das Maximum aus dem Auto heraus."

Williams muss man inzwischen auf jeder Rennstrecke zu den Punktekandidaten zählen. George Russell weiß warum: "Wir sind 45 Rennen Punkten hinterhergefahren. Zuletzt haben wir in vier Rennen drei Mal gepunktet. Ungarn hat den Unterschied gemacht. Seitdem ist der Druck weg, die schlechte Serie unterbrechen zu müssen. Spa war ein weiterer Boost für das Team. Wir wissen jetzt, dass wir es tun können, wenn wir alles richtig machen."

Alpine - Formel 1 - GP Russland - Sotschi - Donnerstag - 23.09.2021
ams
Alpine liegt in der WM auf dem fünften Platz, elf Punkte vor Alpha Tauri.

Alpine

Droht in Sotschi ein zweites Spa? Fernando Alonso kramte in seinen Erinnerungen an das einzige Regentraining auf dem russischen GP-Kurs. "Das war schrecklich. Das Wasser ist schlecht abgelaufen und die Sicht zwischen den Mauern war gleich null. Die erste Kurve, die normalerweise problemlos voll geht, ist im Regen eine echte Kurve. Wir müssen alle Daumen drücken, dass es am Sonntag nicht zu stark regnet."

Technikchef Marcin Budkowski rechnet damit, dass Alpine auf der Strecke in Sotschi zur alten Form zurückfindet. Und er mahnt an, dass man auch in Zukunft doppelt punkten muss, um das Saisonziel Platz 5 zu schaffen. "In keinem Team liegen die Fahrer von den Punkten her enger zusammen als bei uns. Das zeigt, wie stark unsere Fahrerpaarung ist." Fernando Alonso erinnert sich beim Stichwort Sotschi vor allem daran: "Samstags war ich nie besonders gut. Dafür habe ich am Sonntag immer Positionen gutgemacht."

Esteban Ocon hofft, dass Alpine die Form vom Vorjahr wiederholen kann. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir besser aussehen werden als in Monza." Das muss auch das Ziel sein, wenn der französische Rennstall im Kampf um Platz 5 gegen Alpha Tauri bestehen will. "Sie haben in der Regel das schnellere Auto als wir. Für Fernando und mich bedeutet das, dass wir unsere Taktik, Punkte zu hamstern, erfolgreich fortsetzen müssen."

Alpha Tauri

Nach dem Alptraum-Wochenende von Monza will Alpha Tauri mit beiden Fahrern punkten. Der Rückstand auf den WM-Fünften Alpine ist mit elf Punkten noch einholbar. Pierre Gasly baut auf die starke Serie von Startplätzen in den letzten vier Grand Prix: 5, 6, 4, 6. Und die Erfahrungen von 2020, als er sich für das Q3 qualifizierte und in den Punkterängen ins Ziel kam. Außerdem ist er seit Monza eine Sorge los. In Italien kam die vierte Antriebseinheit ins Auto. Gasly sollte jetzt ohne Strafen über die Saison kommen. Der Franzose fordert: "Wir dürfen uns solche Ausreißer wie in Monza nicht mehr leisten. Alpine punktet regelmäßig mit zwei Fahrern. Da müssen wir auch hinkommen, wenn wir sie noch einholen wollen."

Yuki Tsunoda kennt das Sochi Autodrom aus der Formel 3 und Formel 2, wo er im letzten Jahr immerhin von der Pole Position gestartet ist. Sein Eindruck: "Du brauchst eine gute Fahrtechnik durch die 90-Grad-Kurven und eine gute Traktion." Der Japaner hat sich vorgenommen, keinen Schrott mehr abzuliefern. Das ist zuletzt ganz gut gelungen, allerdings auf Kosten des Rundenzeiten. Trotzdem beharrt Tsunoda: "Ich werde meinen Schritt-für-Schritt-Ansatz beibehalten."

Nikita Mazepin - Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - GP England 2021 - Silverstone
Aktuell

Haas

Die Entscheidung lag auf der Hand, hat aber trotzdem lange gedauert. Haas bestätigte in Sotschi seine beiden Fahrer für die kommende Saison. Ein logischer Schritt, der sich trotzdem lange hinzog, weil noch andere Verträge dranhängen. Der von Mick Schumacher mit Ferrari, der von Mazepin-Sponsor Uralkali mit dem Team. "Wir wollten Beständigkeit im Team. Sie haben bei uns gelernt. Jetzt sollen sie das mit einem hoffentlich wieder konkurrenzfähigen Auto 2022 umsetzen", begründet Teamchef Guenther Steiner die Vertragsverlängerung von Mick Schumacher und Nikita Mazepin. Schumacher gibt sich optimistisch: "Neue Technikregeln, die großen Ziele des Teams und die Unterstützung von Ferrari werden uns näher an das Feld heranbringen und uns hoffentlich in die Lage versetzen, um Punkte zu kämpfen."

Nikita Mazepin freut sich auf seinen ersten Heim-Grand Prix und hofft, dass seine bisherigen Ergebnisse in den Nachwuchskategorien ein gutes Omen sind. "Ich bin in Sotschi zwei Mal auf das Podium gefahren und ein Mal von der Pole Position gestartet." Der 22-jährige Russe hat sich seit der Sommerpause gesteigert und den Abstand zu Mick Schumacher verkürzt, speziell in den Rennen. "Vielleicht ist es bei mir wie mit dem Wein. Je reifer, desto besser."

Auch für Mick Schumacher hält Sotschi gute Erinnerungen bereit. Der Deutsche gewann im Vorjahr das Hauptrennen und baute seine Führung in der Formel 2-Meisterschaft aus. Das war der Grundstein zum späteren Titel. Für Schumacher zählt der 5,848 Kilometer lange Kurs zu den "leichteren Strecken". Bei leicht liegt die Betonung im Layout der Kurven. "Die meisten gehen 90 Grad ums Eck. Wenn du gut in solchen Kurven bist, hast du eine schöne Zeit dort, wenn nicht, muss es schrecklich sein."

McLaren

McLaren reist beschwingt von seinem Doppelsieg in Monza nach Sotschi. Lando Norris blickt zurück und voraus: "Die Feier in Woking hat gezeigt, was dieser Sieg für jeden im Team bedeutet hat. Wir alle wissen aber auch, dass es nicht so weitergehen wird. Der Kampf um Platz 3 wird bis zum Ende offen bleiben." Teamchef Andreas Seidl ist zuversichtlich, dass McLaren auch in Sotschi ein starkes Auto hat. "Vom Layout her sollte uns die Strecke passen. Es gibt lange Geraden, viele harte Bremspunkte und wenig Kurven mit langen Radien."

Alfa-Sauber

Nach dem GP Russland will Alfa-Sauber eine Entscheidung über den zweiten Fahrer treffen. Teamchef Frédéric Vasseur nimmt in Sotschi die Gelegenheit wahr, seine Formel 2-Kandidaten noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Guanyu Zhou, Robert Shwartzman und Theo Pourchaire stehen auf der Liste. Vasseur kritisiert dabei die Kalenderplanung der Formel 2: "Die letzten beiden Veranstaltungen finden erst spät im Jahr statt. Wenn man sich sich für einen Fahrer aus der Formel 2 entscheidet, wäre es gut zu wissen, wer Meister wird."

Kimi Räikkönen ist wieder zurück. Der Iceman spürt keine Nachwirkungen seiner Corona-Erkrankung mehr. Er outet sich nicht gerade als Formel 1-Fan: "Ich habe mir von den letzten zwei Rennen den Start angeschaut und habe später immer mal wieder reingezappt." Antonio Giovinazzi will endlich mal die erste Runde ohne Kollisionen überstehen. "Ich wäre schon zufrieden, wenn ich in der ersten Runde meine Position halten könnte."

In Zandvoort und Monza war der Traum von Punkten schnell ausgeträumt. Beide Male legte er sich mit Carlos Sainz an. Bevor es diesmal wieder soweit kommt, muss sich der Italiener erst einmal wieder in den Top Ten qualifizieren. Was nicht garantiert ist: "Das Sochi Autodrom ist im Vergleich zu Zandvoort und Monza wieder eine völlig andere Strecke."

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