Sebastian Vettel - GP Singapur 2019 xpb
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Singapur 2019 - Rennen
Leclerc - Vettel - Ferrari - GP Singapur 2019 - Rennen
Leclerc - Vettel - Ferrari - GP Singapur 2019 - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Singapur 2019 - Rennen 58 Bilder

GP Singapur 2019 - Ergebnis Rennen

Vettel siegt, Leclerc flucht

Sebastian Vettel hat seine sieglose Serie beendet. In Singapur konnte der viermalige Weltmeister Charles Leclerc dank der besseren Strategie bezwingen. Der Teamkollege kochte im Cockpit. Max Verstappen komplettierte das Podest.

Es ist der Befreiungsschlag, auf den Sebastian Vettel lange hat warten müssen. Seit dem Grand Prix Belgien 2018, seit 392 Tagen wartete der Ferrari-Pilot auf den 53. Karriere-Sieg. In Singapur war es endlich soweit. In einem verrückten Rennen sicherte sich Vettel den ersten Saisonerfolg.

„Dieser Sieg schmeckt süß. Großes Kompliment an das Team für das schnelle Auto. Wir sind in den letzten Woche aufgewacht. Ich möchte mich auch bei den Fans bedanken. Danke für die Unterstützung, als es bei mir nicht so lief. Ich habe heute alles auf der Strecke gegeben. Schön, dass ich ihnen mit dem Sieg etwas zurückgeben kann.“

Ferrari feierte einen Doppelsieg. Und trotzdem erwarten den Rennstall der Herzen stürmische Zeiten. Charles Leclerc fühlte sich von seiner Mannschaft um den dritten Sieg in Serie betrogen. Der Monegasse hatte am Start souverän seine Führung verteidigt und führte das Rennen bis zu seinem Boxenstopp in Runde 20 ungefährdet an.

Vettel profitiert von Taktik

Leclerc bummelte an der Spitze, um die Reifen zu schonen und das Feld zusammen zu halten. Dadurch begrenzte Ferrari die taktischen Möglichkeiten für Mercedes. Verfolger Lewis Hamilton bot sich trotzdem keine Gelegenheit zum Angriff. In Singapur muss man schon zwei Sekunden schneller sein, um den Vordermann überholen zu können. Gegen den pfeilschnellen Ferrari war auf der Geraden nicht an ein Vorbeikommen zu denken.

Charles Leclerc  - GP Singapur 2019
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Nach dem gewonnenen Start diktierte Charles Leclerc die Pace.

Erst nach einem Viertel der Renndistanz zog Leclerc das Tempo an. Kurze Zeit später eröffnete Sebastian Vettel die Serie der Boxenstopps. Als erster Fahrer der Spitzengruppe tauchte der Heppenheimer bei seiner Mannschaft auf, um die gebrauchten weichen Reifen abzulegen und frische harte Gummis aufziehen zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt war er Dritter.

Der viermalige Weltmeister nutzte den Gripvorteil der Reifen aus, um sich am Teamkollegen vorbeizuarbeiten. Leclercs Geschwindigkeit auf den ausgelutschten Startreifen reichte nicht aus, um sich erfolgreich gegen den früheren Boxenstopp des Teamkollegen zu verteidigen. Der 21-Jährige kochte im Cockpit.

Leclerc schimpft auf Strategie

Leclerc fühlte sich benachteiligt, und um den Sieg betrogen. Der zweifache Saisonsieger machte seinem Unmut mehrmals am Funk Luft. „Das ist nicht fair.“ Leclerc weigerte sich sogar, den Anweisungen seines Teams folge zu leisten. Im direkten Zweikampf leistete sich Vettel trotz des formatfüllenden Ferraris mit der Startnummer 16 in seinem Rückspiegel aber keinen Fehler.

Vettel wurde seinem Ruf als Singapur-Spezialist gerecht. Für ihn ist es nach 2011, 2012, 2013 (für Red Bull) und 2015 (Ferrari) bereits der fünfte Sieg auf dem kniffligen Stadtkurs. Kein Fahrer hat mehr vorzuweisen.

Die Ferrari fuhren in ihrer eigenen Liga. Mercedes enttäuschte. Die Silberpfeile fielen bei der Renngeschwindigkeit ab, obwohl nach den Longruns am Freitag noch alles auf einen Mercedes-Erfolg gedeutet hatte. Max Verstappen profitierte wie Vettel von einem früheren Boxenstopp. Der Holländer tauschte wie der Sieger in der 19. Runde auf den harten Reifen. Auch Red Bull war in Singapur nicht schnell genug. Der dritte Platz ist das bestmögliche Ergebnis.

Podium - GP Singapur 2019
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Leclerc machte gute Miene auf dem Podium. Mercedes-Piloten waren bei der Siegerehrung nicht dabei.

Mercedes verpasst Podest

Die Silberpfeile landeten auf den Positionen vier und fünf. Zum zweiten Mal in diesem Jahr nach dem GP Deutschland sprang kein Podest für das Weltmeisterteam heraus. Auch bei Mercedes gab es Stunk. Die Strategen bremsten Valtteri Bottas ein, um Lewis Hamilton zu schützen.

Nach seinem ersten Stopp meldete sich Strategiechef James Vowles am Funk und ordnete an: Fahre langsamer, damit Lewis nach dem späteren Reifentausch vor dir bleibt. Bottas murrte, gehorchte aber. Der Finne verlangsamte deutlich und Hamilton rettete sich vor ihm zurück auf die Strecke. Die Weltmeister verpassten den perfekten Zeitpunkt für den einzigen Reifentausch. Das warf Hamilton hinter Vettel und Verstappen zurück.

Die Serie hielt. In jedem der zwölf Rennen auf dem Marina Bay Street Circuit rief die Rennleitung das Safety Car aus. Dieses Mal griff Bernd Mayländer drei Mal ins Renngeschehen eingreifen. Das erste Mal nach einer Kollision zwischen George Russell und Romain Grosjean. Für Willams war es der erste Ausfall der Saison. Das zweite Mal, nachdem Sergio Perez auf Platz zehn liegend in der 43. von 61 Runden ausrollte.

Das dritte Mal nach einem Unfall zwischen Daniil Kvyat und Kimi Räikkönen. Der Russe attackierte den Finnen in der 49. Runde aus dem Hinterhalt. Sein Manöver war ein bisschen zu optimistisch. Räikkönen rechnete nicht damit, schaute nicht in den Rückspiegel und die beiden Autos rasselten zusammen.

Giovinazzi zwischenzeitlich in Führung

Alexander Albon brachte seinen Red Bull auf dem sechsten Platz ins Ziel. Es war das nächste ordentliche Rennen des Thailänders, der sich erst noch vollends auf den RB15 einstellen muss. Dahinter folgte Lando Norris im McLaren. Dessen Teamkollege Carlos Sainz wurde in der Startrunde von Nico Hülkenberg getroffen. Beide mussten früh an die Box. Während für Sainz keine Punkte heraussprangen, schaffte es Hülkenberg immerhin auf den neunten Rang.

Davor landete Pierre Gasly im Toro Rosso. Zum zweiten Mal bescherte der Franzose seinem Team Punkte. Den letzten Zähler holte Antonio Giovinazzi, der zwischen den Runden 27 und 31 das Rennen sogar angeführt hatte. Die schnellste Runde ging an Kevin Magnussen. Einen Extra-Punkt strich der Däne trotzdem nicht ein, da der Haas-Pilot außerhalb der Top 10 ins Ziel kam.

GP Singapur 2019: Ergebnis Rennen

Fahrer Team Zeit/Rückstand
1. Sebastian Vettel Ferrari 1:58:33.667
2. Charles Leclerc Ferrari +2.641s
3. Max Verstappen Red Bull +3.821s
4. Lewis Hamilton Mercedes +4.608s
5. Valtteri Bottas Mercedes +6.119s
6. Alexander Albon Red Bull +11.663s
7. Lando Norris McLaren +14.769s
8. Pierre Gasly Toro Rosso +15.547s
9. Nico Hülkenberg Renault +16.718s
10. Antonio Giovinazzi Alfa Romeo +17.855s
11. Romain Grosjean Haas +35.436s
12. Carlos Sainz McLaren +35.974s
13. Lance Stroll Racing Point +36.419s
14. Daniel Ricciardo Renault +37.660s
15. Daniil Kvyat Toro Rosso +38.178s
16. Robert Kubica Williams +47.024s
17. Kevin Magnussen Haas +86.522s
18. Kimi Räikkönen Alfa Romeo Ausfall
19. Sergio Perez Racing Point Ausfall
20. George Russell Williams Ausfall
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