GP Spanien 2019 - Ergebnis Rennen

Hamilton siegt, Stunk bei Ferrari

Lewis Hamilton - GP Spanien 2019 Foto: Motorsport Images 50 Bilder

Mercedes hat in Spanien den fünften Doppelsieg der Saison gefeiert. Lewis Hamilton sorgte im Duell gegen Teamkollege Valtteri Bottas früh für die Entscheidung. Max Verstappen konnte beide Ferrari hinter sich lassen und das Podium komplettieren.

Der Sprint zur ersten Kurve ist in Barcelona über 565 Meter lang. Lewis Hamilton reichten schon die ersten 100 davon, um sich im Startduell gegen Valtteri Bottas durchzusetzen. Der Finne kam von der Pole Position nicht besonders gut von der Linie weg. Zudem hatte Hamilton die bessere Reaktionszeit.

Das war die Entscheidung in einem Rennen, das traditionell nur wenige Möglichkeiten zum Überholen bietet. Auch eine Safety-Car-Phase zwischen Runde 46 und 51 konnte die Reihenfolge an der Spitze nicht verändern. McLaren-Pilot Lando Norris und Lance Stroll waren in Kurve 2 kollidiert und ausgefallen. Für die sichere Bergung musste Bernd Mayländer mit seinem AMG GT-R ausrücken. Am Ende sicherte sich Hamilton mit der schnellsten Runde auch noch den Bonus-Punkt.

Bottas hätte durch seinen schlechten Start beinahe auch noch Position zwei an Sebastian Vettel verloren. Der Ferrari-Pilot saugte sich im Windschatten heran und versuchte außen vorbeizuziehen. Doch dann verbremste sich der Heppenheimer, wodurch er nicht nur den Mercedes ziehen lassen musste sondern auch noch eine Position gegen Max Verstappen verlor.

Ferrari - GP Spanien 2019 Foto: xpb
Die Ferrari-Piloten wechselten zweimal die Plätze.

Zweimal Stallregie bei Ferrari

Der Bremsplatten aus der ersten Kurve hatte sogar noch schwerwiegendere Auswirkungen. Die Pace von Vettel verlangsamte sich im ersten Stint so stark, dass er dem Kommandostand freiwillig anbot, Charles Leclerc im zweiten Ferrari vorbeizuwinken. Die Strategen nahmen das Angebot an und schickten den Befehlt zum Platzwechsel in die Cockpits.

Erst nach seinem vorgezogenen Reifenwechsel in Runde 19 konnte Vettel wieder eine normale Pace zeigen. Doch da war der Zug vorne bereits abgefahren. Immerhin bekam Vettel dank des Safety-Cars die vierte Position von Leclerc zurück. Eigentlich war der Monegasse auf eine Einstopp-Strategie gesetzt worden, doch durch die Neutralisierung wurde Ferrari gezwungen, den Neuling im Team noch einmal ungeplant an die Box zu holen.

Im zweiten Stint hatte es wegen der unterschiedlichen Strategien ordentlich Stunk am Ferrari-Funk gegeben. Vettel verlor auf weichen Gummis viel Zeit hinter dem hart bereiften Schwesterauto. Erst nach mehreren Runden ordnete der Kommandostand erneut einen Platzwechsel an. Dass für die Scuderia in Barcelona, wo man die Wintertests vor gut zwei Monaten noch dominiert hatte, am Ende nicht mal ein Podiumsplatz heraussprang, dürfte für zusätzliche Alarmstimmung in Maranello sorgen.

„Vom Speed waren wir mit Max vergleichbar“, versuchte Vettel das Positive zu sehen. „Ich hatte in der ersten Kurve gedacht, dass nach vorne eventuell etwas geht. Valtteri war etwas spät dran. Aber durch den Verbremser hatte ich danach unheimlich starke Vibrationen und das Rennen war gelaufen. Ohne den Bremsplatten hätte ich das Tempo eventuell mitgehen können.“

Haas - GP Spanien 2019 Foto: xpb
Grosjean fiel nach dem Duell gegen Magnussen fast noch aus den Punkten.

Haas-Piloten im Teamduell

Hinter den drei Top-Teams duellierten sich zunächst Haas und Toro Rosso um die verbleibenden Punkteplätze. Kevin Magnussen war schon auf Platz 8 hinter Daniil Kvyat zurückgefallen. Doch in der Safety-Car-Phase herrschte plötzlich Chaos an der Toro Rosso-Box, als beide Autos direkt hintereinander zum Reifenwechsel abbogen. Beim Schwesterteam von Red Bull lagen die frischen Gummis nicht bereit.

So duellierten sich die beiden Haas nach dem Restart untereinander um den siebten Platz. Magnussen setzte sich mehrmals in Kurve 1 beinhart gegen Romain Grosjean im Schwesterauto durch. Davon profitierte auch Carlos Sainz, der in der Safety-Car-Phase zunächst an beiden Toro Rosso vorbeiging und dann auch den angeschlagenen Haas von Grosjean hinter sich ließ. Auch Kvyat schaffte es noch an Grosjean vorbei und sammelte zwei Zähler.

Renault reiste komplett ohne Zählbares ab. Daniel Ricciardo gelang von Startplatz 13 keine Schadensbegrenzung. Am Ende sprang nur Position 12 für den Australier raus. Nico Hülkenberg zeigte aus der Boxengasse eine tolle Aufholjagd, die mit Platz 13 am Ende aber auch nicht mit Punkten belohnt wurde.

Lewis Hamilton - GP Spanien 2019 Foto: Motorsport Images
Lewis Hamilton fuhr am Ende mit 4 Sekunden Vorsprung über die Linie.

Hamilton zurück an der WM-Spitze

In der WM-Wertung führt Lewis Hamilton (112) durch den Spanien-Sieg und den Bonuspunkt für die schnellste Rennrunde wieder mit sieben Punkten Vorsprung vor Teamkollege Bottas (105). „Ein großer Dank an das Team. Der fünfte Doppelsieg in Folge. Wir schreiben hier gerade Geschichte“, strahlte der Weltmeister nach seinem dritten Erfolg dieses Jahr. „Die ersten Rennen waren nicht einfach. Das Auto hat nicht immer das gemacht, was ich wollte. Aber heute haben wir uns angefreundet.“

Bei Bottas war die Stimmung nicht ganz so gut: „Ich weiß nicht, was am Start passiert ist. Die Kupplung hat sich komisch verhalten. Das hat mich den möglichen Sieg gekostet. Platz zwei ist nicht schlecht, jeder Punkt ist wertvoll. Aber mich interessiert jetzt vor allem, warum der Start nicht funktioniert hat.“

Max Verstappen übernahm Rang 3. Mit 66 Zählern liegt der Holländer in der WM-Wertung aber schon weit entfernt. Trotzdem zeigte er sich anschließend zufrieden: „Ich habe gesehen, dass der Start relativ hektisch ist. Ich habe mich deshalb etwas zurückgehalten. Mercedes war heute etwas zu schnell für uns. Aber ich bin zufrieden damit, dass ich es aufs Podium geschafft habe.“

GP Spanien 2019: Ergebnis Rennen

Fahrer

Team

Runden

Zeit/Rückstand

1

Lewis Hamilton

Mercedes

66

1:35:50.443 h

2

Valtteri Bottas

Mercedes

66

+4.074s

3

Max Verstappen

Red Bull

66

+7.679s

4

Sebastian Vettel

Ferrari

66

+9.167s

5

Charles Leclerc

Ferrari

66

+13.361s

6

Pierre Gasly

Red Bull

66

+19.576s

7

Kevin Magnussen

Haas

66

+28.159s

8

Carlos Sainz

McLaren

66

+32.342s

9

Daniil Kvyat

Toro Rosso

66

+33.056s

10

Romain Grosjean

Haas

66

+34.641s

11

Alexander Albon

Toro Rosso

66

+35.445s

12

Daniel Ricciardo

Renault

66

+36.758s

13

Nico Hülkenberg

Renault

66

+39.241s

14

Kimi Räikkönen

Alfa Romeo

66

+41.803s

15

Sergio Perez

Racing Point

66

+46.877s

16

Antonio Giovinazzi

Alfa Romeo

66

+47.691s

17

George Russell

Williams

65

+1 Runde

18

Robert Kubica

Williams

65

+1 Runde

19

Lance Stroll

Racing Point

44

Ausfall

20

Lando Norris

McLaren

44

Ausfall

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