Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Spanien - 7. Mai 2021 Motorsport Images
Robert Kubica - Alfa Romeo - Formel 1 - GP Spanien - 7. Mai 2020
Impressionen - Formel 1 - GP Spanien - 7. Mai 2020
Alfa Romeo - Formel 1 - GP Spanien - 7. Mai 2020
Lando Norris - McLaren - Formel 1 - GP Spanien - 7. Mai 2020 56 Bilder

GP Spanien: Analyse Training & Longrun-Zeiten

Trainingsanalyse GP Spanien Kerbs bremsen Red Bull

GP Spanien

Mercedes allein auf weiter Flur? Den Eindruck vermittelt die Zeitentabelle. Doch Red Bull verlor viel Zeit mit Frontflügelschäden auf den Randsteinen. Und hatte Pech mit Verkehr in den schnellen Runden. Die Longruns deuteten an, dass es wieder eine enge Kiste werden kann.

Auf dem Papier sollte Barcelona eine Red Bull-Strecke sein. Am ersten Trainingstag aber war der Circuit de Catalunya die Spielwiese der Mercedes. Zumindest auf eine Runde. Lewis Hamilton und Valtteri Bottas spielten scheinbar mit der Konkurrenz. Fast wie früher. Die Silberpfeile waren auf allen Reifentypen die schnellsten. Am deutlichsten wieder auf dem Medium-Gummi.

Trotzdem könnte die Schlacht um die Pole Position ein Krimi werden. Ferrari war mit Charles Leclerc so nah dran wie seit 2019 nicht mehr. Bei einem Rückstand von nur 0,165 Sekunden sieht Valtteri Bottas Ferrari sogar als Gefahr. Rein theoretisch müsste dann bei Red Bull noch mehr gehen. Doch der WM-Zweite erwischte keinen perfekten Tag. Max Verstappen und Sergio Perez mussten ihre schnellen Runden abbrechen. Wegen Verkehr und weil immer wieder Frontflügel-Teile abbrachen.

Mit den Randsteinen steht der WM-Zweite auf Kriegsfuß. Entweder weil die Fahrer die Streckenlimits verletzen, oder weil sie sich wie in Barcelona die Frontflügel beschädigen. Das bedeutete viel Standzeit in der Box und keine kontinuierliche Setup-Arbeit. "Die Abstimmung für eine Runde müssen wir noch optimieren. Die Longruns waren zufriedenstellend", urteilte Sportchef Helmut Marko. Tatsächlich war Sergio Perez auf den Soft-Reifen im Schnitt nur eine Zehntel langsamer als die beiden Mercedes. Er absolvierte den Dauerlauf allerdings auf etwas frischeren Reifen.

Wenn Barcelona der ultimative Maßstab für die Autos ist, dann wäre das ein gutes Zeichen für die Formel 1. Die ersten 14 Fahrer lagen innerhalb einer Sekunde. Während Ferrari nur auf den Soft-Reifen schnell war und erneut mit der Medium-Mischung haderte, bestätigte Alpine seinen Formanstieg. Im Moment sieht es nach einem Duell mit Ferrari im den dritten Platz aus. McLaren liegt noch deutlich zurück. Möglicherweise war hier ein Upgrade ein Rückschritt. Die Autos sind so komplex geworden, dass neue Teile nicht immer auf Anhieb funktionieren. Die Aston Martin-Piloten fühlten sich besser in ihren Autos, haben aber in der Rangliste keinen Schritt nach vorne gemacht. Der Sprung ins Q3 wird wieder eine Zitterpartie.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Spanien 2021 - Training
Wilhelm
Mercedes hatte am Freitag die Oberhand im WM-Zweikampf.

Sechs Dinge, die Sie wissen müssen

1) Warum ist Mercedes so überlegen?

Am Morgen gab es noch Gegenwehr von Red Bull. Doch im zweiten Training waren die Silberpfeile unter sich. Weil Red Bulls Trainingsprogramm immer wieder gestört wurde. Auf den Medium-Reifen fuhr Valtteri Bottas mit 1.18,419 Minuten die schnellste Runde, auf den Soft-Gummis Lewis Hamilton mit 1.18,170 Minuten. Dass die Mercedes-Piloten von den Soft-Reifen weniger profitierten als der Großteil des Feldes lag an der Motoreinstellung. Für die Soft-Reifen drehte Mercedes die Leistung zurück.

Auch in den Longruns hatte Mercedes die Nase vorn. Hamilton lobte: "Die Fahrzeugbalance fühlte sich so gut an wie letzte Woche in Portimao. Es war aber noch nicht perfekt. Wir verstehen unser Auto und wissen, wo wir mit der Balance und dem Setup hin wollen." Genau das scheint beim großen Gegner noch nicht der Fall zu sein. Auch Valtteri Bottas äußerte sich trotz kleiner Makel an der Abstimmung zufrieden. "Auf dem Soft-Reifen ist es etwas schwieriger, Vorder- und Hinterreifen gleichzeitig in das Arbeitsfenster zu bringen."

Chefingenieur Andrew Shovlin atmete auf. "Wir hatten uns Sorgen gemacht, die Temperatur der Hinterreifen unter Kontrolle zu halten, aber das ist uns selbst bei den höheren Temperaturen am Nachmittag ganz gut gelungen." Den klaren Abstand zu Red Bull macht Shovlin am Timing der Runden fest. "Red Bull hatte mit dem Verkehr auf der Strecke mehr Pech als wir." Bottas warnt davor, sich nur auf Red Bull zu konzentrieren. "Ferrari macht mir einen sehr starken Eindruck."

Sergio Perez - Red Bull - Formel 1 - GP Spanien - 7. Mai 2020
xpb
Red Bull sucht noch nach der Form auf eine Runde. Im Longrun lief es besser.

2) Was war mit Red Bull los?

Platz 9 und 10 ist nicht das Resultat, das man von einem Team erwartet, das Mercedes schlagen will. Beide Fahrer brachten ihre erste Runde auf den Soft-Reifen nicht ohne Probleme durch. Max Verstappen geriet in Kurve 10 neben die Spur und brach den Versuch ab. Sergio Perez blieb im Verkehr hängen. Deshalb waren am Ende die Zeiten auf den Medium-Reifen schneller. Da verlor Verstappen drei Zehntel auf die beiden Mercedes.

Als größtes Problem erwiesen sich die Randsteine am Streckenrand. Das führte zu Schäden an den Frontflügelendplatten. "Bestimmt drei bis vier Mal", ärgerte sich Helmut Marko. Die Folge war ein unrhythmisches Programm durch den Nachmittag. Marko bedauert: "Wir brauchen noch Feintuning für das Setup auf eine Runde." Er verspricht aber: "Wir sind besser als wir aussehen. Es wird am Samstag wieder ganz eng werden." Im Vergleich zu den Mercedes verlieren die Red Bull hauptsächlich auf den Geraden. Das lag nach Meinung von Mercedes daran, dass der WM-Rivale seine Autos auf mehr Abtrieb getrimmt hatte.

In den Longruns konzentrierten sich Verstappen und Perez aus Zeitmangel hauptsächlich auf Pirellis weichste Mischung. Perez lag mit 1.23,322 Minuten im Mittel nur knapp hinter den Werten von Hamilton (1.23,207 Minuten) und Bottas (1.23,231 Minuten). Verstappen fehlten vier Zehntel. Der Holländer deutete aber mit einer 1.22,928 Runde im zehnten Umlauf an, dass der RB16B schonend mit seinen Reifen umgeht.

Verstappens Mini-Stint am Ende des zweiten Trainings auf den Medium-Gummis ist wegen der wenigen Runden nicht repräsentativ. Während Perez wegen diverser Probleme rund 15 Runden weniger drehte als gewünscht und deshalb jetzt mehr Hausaufgaben machen muss, nimmt Verstappen den ersten Trainingstag gelassen. "Das Auto scheint bei der Musik zu sein. Ich bin ziemlich happy."

Esteban Ocon - Alpine - Formel 1 - GP Spanien - 7. Mai 2020
xpb
Alpine scheint die Form von Portimao nach Barcelona gerettet zu haben.

3) Ist Alpine jetzt die dritte Kraft?

Im Augenblick ist der Kampf um Platz 3 ein Kopf-an-Kopfrennen zwischen Ferrari und Alpine. Charles Leclerc war auf den Soft-Reifen um eine Zehntel schneller als die französischen Nationalrenner, Carlos Sainz um zwei Zehntel langsamer. Doch Alpine gab das bessere Gesamtbild ab. Ocon und Alonso nahmen ihre Stammplätze auch auf den Medium-Reifen ein. Und da stürzte Ferrari wie schon in Portimao ab. Leclerc verlor eine halbe Sekunde auf Ocon, Sainz noch mehr.

In den Longruns gaben sich die beiden Autos mit Berücksichtigung des Tankinhalts nicht viel. Leclerc war zwar auf den Soft-Reifen im Durchschnitt eine halbe Sekunde schneller als Alonso, doch der Spanier legte in seiner Rennsimulation zehn Runden mehr zurück. Der Vergleich auf den Medium-Gummis mit Ocon hinkt, weil Leclerc seinen Dauerlauf am Ende des Trainings mit weniger Sprit im Tank fuhr.

Normalerweise gilt: Wer im dritten Sektor stark ist, fährt auch gute Rundenzeiten. Auf Alpine trifft das zu. Esteban Ocon und Fernando Alonso landeten in der Zeitentabelle auf den Plätzen 4 und 5 und in der Sektor 3-Rangliste auf 4 und 6. Leclerc führte den dritten Sektor sogar an, verlor aber zu viel Zeit in den ersten beiden Abschnitten. Trotz der starken Leistung sieht Ocon noch Potenzial zur Verbesserung: "Besonders in Kurve 10." Alpine rüstete sein Auto am Unterboden weiter auf. Im Gegensatz zu McLaren war es nur ein kleiner Schritt. Vielleicht hat man ihn deshalb auch besser verstanden.

Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Spanien - 7. Mai 2020
Motorsport Images
Sebastian Vettel sprach vom besten Freitag seit er für Aston Martin fährt.

4) Kriegt Aston Martin langsam die Kurve?

Auf eine Runde hat sich seit Portimao nicht viel geändert. Die Aston Martin-Piloten stehen an der Schwelle zu den Top Ten. Vom Gefühl her spüren Sebastian Vettel und Lance Stroll einen Fortschritt. Der neue Unterboden zeigt Wirkung. "Es war unser bester Freitag in dieser Saison. Man spürt, dass das Auto mehr Abtrieb hat. Ich habe mich noch mal ein bisschen wohler gefühlt als in Portugal. Das Auto hat gemacht, was ich wollte. Ich kann jetzt mehr mit ihm spielen und verschiedene Dinge vom Setup her probieren", berichtete Vettel, der in der ersten Sitzung auf Platz 8 und in der zweiten auf Rang 11 landete. Das Ziel muss wieder der Aufstieg ins Q3 sein. Prognosen sind unmöglich. Platz 3 und 16 trennen nur 0,878 Sekunden. Vettel hofft: "Von der Abstimmung her können wir noch was rausholen."

5) Warum kam McLaren nicht in Schwung?

McLaren präsentierte sich in seiner üblichen Freitagsform. Das kann daran liegen, dass der neue Frontflügel und der modifizierte Unterboden noch nicht funktionieren wie gewünscht. "Irgendetwas stimmt nicht. Die Ingenieure müssen jetzt rausfinden, welche Teile im Paket noch Probleme machen. Mit steigenden Temperaturen am Nachmittag wurde es eher noch schlechter", berichtet Lando Norris. Teamkollege Daniel Ricciardo beruhigt: "Auf dem Papier sieht es schlechter aus als es ist. Wir sind nur eine Sekunde von der Bestzeit entfernt."

In den Rennsimulationen sieht es etwas besser für McLaren aus. Norris verlor auf Leclerc auf den Medium-Reifen drei Zehntel. Da gleiche Delta lag zwischen Ricciardo und Sainz auf Pirellis weichster Mischung. Bis jetzt hat McLaren am Samstag immer noch die Kurve gekriegt. Doch diesmal fehlen auf Ferrari und Alpine sechs Zehntel. Das ist eine Menge Holz. "Da muss noch ein großer Schritt kommen", gibt Ricciardo zu.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Spanien 2021 - Training
Aktuell

6) Neue Kurve 10 ein Geschenk für Mercedes?

Kurve 10 hat einen weiteren Radius bekommen und ist jetzt rund 35 km/h schneller als vorher. "Die Kurve macht mehr Spaß, weil sie flüssiger ist", meinte Sebastian Vettel. Lando Norris dagegen hätte lieber die alte Kurve zurück. Die scheinbar kleine Änderung könnte einen großen Einfluss haben. Sie hilft denen, die Mühe haben, ihre Hinterreifen für die komplette Runde im Temperaturfenster zu halten.

Das Bremsmanöver am Ende der Gegengeraden ist weniger hart, die rundere Linie verringert beim Beschleunigen Richtung Kurve 11 die Belastung für die Hinterreifen. Das ist eine gute Nachricht für alle, die sich Sorgen gemacht hatten, im dritten Sektor mit zu heißen Hinterreifen zu viel Zeit zu verlieren. Auch Mercedes und Alpine. Am ersten Trainingstag war davon nichts zu spüren. Hamilton und Bottas fuhren im letzten Abschnitt die zwei- und drittschnellste Zeit. Ocon und Alonso rangierten durch die letzten sieben Kurven der Strecke auf den Plätzen 4 und 6.

Longruns GP Spanien 2021: Trainingsfreitag

Fahrer Ø Rundenzeit Runden Reifentyp Stint
Stroll 1.22,809 min 3 soft 2
Hamilton 1.23,207 min 9 soft 1
Leclerc 1.23,231 min 5 soft 1
Bottas 1.23,231 min 8 soft 1
Perez 1.23,322 min 12 soft 1
Verstappen 1.23,615 min 11 soft 1
Alonso 1.23,775 min 16 soft 1
Gasly 1.24,000 min 14 soft 1
Norris 1.24,165 min 4 soft 1
Tsunoda 1.24,176 min 10 soft 1
Sainz 1.24,234 min 13 soft 1
Ricciardo 1.24,500 min 9 soft 1
Russell 1.24,705 min 14 soft 1
Giovinazzi 1.24,781 min 13 soft 1
Schumacher 1.25,234 min 8 soft 2
Mazepin 1.26,089 min 7 soft 1
         
Verstappen 1.22,549 min 3 medium 2
Hamilton 1.22,735 min 9 medium 2
Bottas 1.22,952 min 9 medium 2
Gasly 1.23,104 min 3 medium 2
Sainz 1.23,133 min 3 medium 2
Leclerc 1.23,404 min 10 medium 2
Norris 1.23,786 min 13 medium 2
Ocon 1.24,040 min 16 medium 1
Tsunoda 1.24,128 min 5 medium 2
Vettel 1.24,568 min 17 medium 1
Stroll 1.24,654 min 15 medium 1
Latifi 1.25,208 13 medium 1
Schumacher 1,25,301 min 8 medium 1
Mazepin 1.27,073 min 7 medium 1
Fahrer Ø Rundenzeit Runden Reifentyp Stint
Stroll 1.22,809 min 3 soft 2
Hamilton 1.23,207 min 9 soft 1
Leclerc 1.23,231 min 5 soft 1
Bottas 1.23,231 min 8 soft 1
Perez 1.23,322 min 12 soft 1
Verstappen 1.23,615 min 11 soft 1
Alonso 1.23,775 min 16 soft 1
Gasly 1.24,000 min 14 soft 1
Norris 1.24,165 min 4 soft 1
Tsunoda 1.24,176 min 10 soft 1
Sainz 1.24,234 min 13 soft 1
Ricciardo 1.24,500 min 9 soft 1
Russell 1.24,705 min 14 soft 1
Giovinazzi 1.24,781 min 13 soft 1
Schumacher 1.25,234 min 8 soft 2
Mazepin 1.26,089 min 7 soft 1
         
Verstappen 1.22,549 min 3 medium 2
Hamilton 1.22,735 min 9 medium 2
Bottas 1.22,952 min 9 medium 2
Gasly 1.23,104 min 3 medium 2
Sainz 1.23,133 min 3 medium 2
Leclerc 1.23,404 min 10 medium 2
Norris 1.23,786 min 13 medium 2
Ocon 1.24,040 min 16 medium 1
Tsunoda 1.24,128 min 5 medium 2
Vettel 1.24,568 min 17 medium 1
Stroll 1.24,654 min 15 medium 1
Latifi 1.25,208 13 medium 1
Schumacher 1,25,301 min 8 medium 1
Mazepin 1.27,073 min 7 medium 1
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