Max Verstappen - Red Bull - GP Steiermark - Spielberg - Formel 1 - 25. Juni 2021 Motorsport Images
Robert Kubica - Alfa Romeo - GP Steiermark - Spielberg - Formel 1 - 25. Juni 2021
Robert Kubica - Alfa Romeo - GP Steiermark - Spielberg - Formel 1 - 25. Juni 2021
Pierre Gasly - Alpha Tauri - GP Steiermark - Spielberg - Formel 1 - 25. Juni 2021
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Steiermark - Spielberg - Formel 1 - 25. Juni 2021 55 Bilder

GP Steiermark: Analyse Training & Longrun-Zeiten

Trainingsanalyse GP Steiermark 2021 Red Bull weiter in Hochform

GP Steiermark

Red Bull würde gerne zum dritten Mal auf seiner Hausstrecke gewinnen. Der Auftakt am Freitag war vielversprechend. Max Verstappen führte beide Trainingssitzungen an. Doch Lewis Hamilton kam ihm im Verlauf des Trainings immer näher. Wir haben die Longrun-Zeiten und die letzten Infos gesammelt.

Der erwartete Regen blieb aus. Ein paar Tropfen zu Beginn des zweiten Trainings und dunkle Wolken rund um den Red Bull-Ring, das war‘s. Damit konnten die Teams ihre Rennvorbereitungen wie geplant abspulen. Max Verstappen setzte seinen Höhenflug mit zwei Bestzeiten fort. Hinter ihm kein Mercedes, sondern am Vormittag Pierre Gasly im Alpha Tauri und am Nachmittag Daniel Ricciardo im McLaren. Erst dann kam Lewis Hamilton.

Doch man darf sich von Verstappens Vorsprung von jeweils rund vier Zehntel auf seinen WM-Gegner nicht täuschen lassen. Die schnellste Runde fuhr Lewis Hamilton mit 1.05,355 Minuten. Sie wurde ihm aberkannt, weil er in Kurve 10 mit allen vier Rädern neben der Strecke war. Der Vorteil beträgt im Vergleich zu seiner besten legalen Runde in dieser Kurve ein halbes Zehntel.

Das heißt: Der Weltmeister ist von seinem Widersacher nicht so weit weg wie es den Anschein hat. Die zweiten Piloten von Red Bull und Mercedes sind stark abgefallen. In ihren schnellsten Runden hatten sie Verkehr und waren auch im Longrun nicht bei der Musik. Beide haderten mit der Abstimmung.

Die 19 Piloten im zweiten Training trennten 2,257 Sekunden, wobei Yuki Tsunoda auf Platz 15 nur etwas mehr als eine Sekunde auf die Bestzeit verlor. Ein Zehntel rauf oder runter kann fünf Positionen ausmachen. McLaren und Alpine drehten ihre Motoren schon am Freitag stark auf. Das erklärt ihre ungewöhnlich guten Platzierungen und den geringen Abstand zur Spitze.

Sechs Dinge, die Sie wissen müssen...

Red Bull oder Mercedes?

Im Moment hat Red Bull leicht die Nase vorn. Am Vormittag war der Rückstand der Mercedes noch dramatisch, doch im zweiten Training fand der Titelverteidiger langsam zur Normalform zurück. Auf eine Runde ist der Unterschied marginal, auch wenn Lewis Hamilton in seiner schnellsten Runde die Streckenlimit verletzte. Das hat nach Aussage seiner Ingenieure höchstens ein halbes Zehntel gekostet. Damit wäre er praktisch zeitgleich mit Verstappen gewesen. Hamilton fuhr diese Zeit übrigens mit zwei Runden Anlauf.

Verstappen konnte auch in den Longruns überzeugen. "Er war auf den harten Reifen so schnell unterwegs wie unsere Gegner auf den weichen", freute sich Red-Bull-Sportdirektor Helmut Marko. Zu einem direkten Vergleich mit identischen Reifenmischungen kam es nicht. Verstappen probierte die harten Reifen im Longrun, Hamilton die weichen. Und auf denen war er deutlich schneller als Sergio Perez. Die Medium-Dauerläufe in der Früh gingen bei Mercedes völlig in die Hose. "Da waren wir im Schnitt eine halbe Sekunde langsamer", gaben die Ingenieure zu.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Steiermark - Spielberg - Formel 1 - 25. Juni 2021
xpb
Lewis Hamilton war stärker als es die Zeitentabelle aussagte.

Im Rundenzeitenvergleich geht der erste Sektor knapp an Verstappen, die beiden anderen Streckenabschnitte ebenso marginal an Hamilton. Die beiden Titelanwärter waren am ersten Tag noch mit reduzierter Leistung unterwegs. Trotzdem zeichnet sich jetzt schon wieder ab, dass Red Bull die Oberhand auf den Geraden hat. Allerdings nicht so groß wie es die maximalen Speedwerte vermuten lassen. Wenn der Unterschied zu eklatant erscheint, ist Windschatten im Spiel.

Auf der ersten Gerade gewinnt Verstappen mit 322,3 zu 311,5 km/h gegen Hamilton. An der Messstelle auf der Schönberggerade wurde Verstappen mit 318,7 und Hamilton mit 306,3 km/h gestoppt. Und selbst auf der kurzen Zielgerade gewinnt Red Bull den Vergleich mit 286,0 zu 281,9 km/h. Das ist vermutlich der realistischste Wert.

Mercedes schiebt den Vorteil des Rivalen auf den Motor und den Luftwiderstand. Beim Motor geht man davon aus, dass Honda mit seiner zweiten Antriebseinheit um 14 PS davongezogen ist. Laut Marko wird sich der Vorteil in der Höhe von Spielberg noch deutlicher zeigen als zuletzt in Le Castellet. "Das liegt an unserem Turbolader." Der ist genauso neu wie der Rest des Antriebs. Der Lader wurde von Ingenieuren entwickelt, die bei Honda für Flugzeugmotoren zuständig sind.

Was war mit Perez und Bottas los?

Beide hatte keine freie Runde. Das ist auf einer Rennstrecke von nur 4,318 Kilometer Länge und bei Rundenzeiten von 65 Sekunden auch nicht so einfach. Doch auch in den Longruns ging nicht viel. Die Rennsimulationen im zweiten Training auf den harten Reifen sehen nur deshalb so gut aus, weil sie am Ende des Trainings gefahren wurde. Da war schon weniger Sprit im Tank.

Sergio Perez dokterte nach einem ordentlichen Morgentraining den ganzen Nachmittag an der Fahrzeugabstimmung herum und wurde nie richtig glücklich. "Das Potenzial ist da. Es dauert wie immer etwas länger bei mir, das Auto optimal abzustimmen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden und dann die paar Zehntel besser sind, die auf dieser Strecke viel ausmachen."

Sergio Perez - Red Bull - GP Steiermark - Spielberg - Formel 1 - 25. Juni 2021
Red Bull
Sergio Perez konnte das Verstappen-Tempo noch nicht mitgehen.

Valtteri Bottas wählte ein völlig anderes Setup als Hamilton. "Wir müssen uns jetzt am Abend zusammensetzen und ausfiltern, was gut und schlecht ist. Insgesamt bin ich aber ganz zufrieden mit dem Auto."

Der Tag endete für den Finnen mit einer schlechten Nachricht. Er verliert am Sonntag drei Startplätze, weil er sich beim Anfahren nach einem simulierten Boxenstopp in der Boxengasse gedreht hatte. Nachdem in Paul Ricard beim Beschleunigen nach den Boxenstopps viel Zeit im Vergleich zur Konkurrenz liegenblieb, suchte Mercedes nach Abhilfe.

Bottas fuhr im zweiten statt im ersten Gang los und legte prompt eine Pirouette auf die Bahn, die für die Mechaniker in der benachbarten McLaren-Box leicht hätte ins Auge gehen können. Die Sportkommissare stuften das als gefährliches Fahren ein.

Wo war Ferrari?

Bei der Jagd nach der schnellsten Runde spielte Ferrari keine Rolle. Carlos Sainz und Charles Leclerc landeten nur auf den Plätzen 11 und 13. Ferrari legte am Tag 1 nach der Reifenpleite von Paul Ricard seinen Fokus auf andere Ziele. Die Ferrari-Piloten spulten die längsten Dauerläufe ab, um sich ein Bild über den Reifenverschleiß zu machen.

"Wir haben viele Sachen am Auto probiert, um herauszufinden, was uns bei der Lösung der Reifenmisere helfen könnte und was nicht", berichtete Leclerc. Kollege Sainz sah gute Ansätze, warnte aber vor zu viel Optimismus: "Das ist ein Langzeit-Projekt."

Auf den Longruns mit den Soft-Reifen am Morgen und den Medium-Gummis am Nachmittag lagen die Ferrari-Piloten in den Top 5. Da half auch ein bisschen die Strecke mit. Die Probleme sind immer dort besonders stark, wo die größte Last auf den Vorderreifen liegt und die Asphalttemperaturen niedrig sind. Das ist auf dem Red Bull-Ring nicht der Fall. Der Doppelschlag von Spielberg kommt Ferrari gelegen. "Das bedeutet sechs Tage Fahrtzeit auf der gleichen Strecke. Es ist fast wie ein Test", meint Sainz.

Carlos Sainz - Ferrari - GP Steiermark - Spielberg - Formel 1 - 25. Juni 2021v
Motorsport Images
Carlos Sainz war kurz auf Abwegen.

Nur die Rennsimulation auf den harten Reifen von Leclerc warf noch Fragen auf. Da war sogar George Russell im Williams besser. Den darf man in Spielberg allerdings nicht unterschätzen. Russell machte auch im Medium-Longrun eine exzellente Figur und war im Schnitt über zwölf Runden nur zwei Zehntel langsamer als Hamilton.

Auch er bezahlte für das gute Renn-Setup bei der schnellsten Runde. Auf Platz 16 wurde der Engländer unter Wert geschlagen. Doch jetzt soll endlich der erste Punkt in einem Williams her. Leclerc betonte, dass die Experimente am Freitag hauptsächlich dazu da waren, den Ingenieuren eine Richtung zu geben. Man dürfe aber die Startaufstellung nicht ganz aus dem Auge verlieren: "Morgen müssen wir eine gute Balance zwischen dem Speed für eine Runde und für das Rennen finden."

Wieder ein Strohfeuer von Alpine?

Die Alpine hatten wie schon in Paul Ricard einen starken Freitag, den sie mit den Plätzen 3 und 5 für Esteban Ocon und Fernando Alonso untermauerten. Vor einer Woche erwies sich der verheißungsvolle Start ins Wochenende als Strohfeuer. Renndirektor Davide Brivio zieht trotzdem ein positives Fazit: "Weil der Regen ausgeblieben ist, konnten wir unser komplettes Programm durchziehen und haben jetzt viele Daten zum analysieren. Der erste Eindruck sagt uns, dass wir sowohl auf eine Runde als auch auf die Distanz schnell sind."

Alonso sieht sogar noch Verbesserungspotenzial: "Das Auto fühlte sich von Anfang an gut an, aber wir haben noch nicht alle Puzzle-Steine zusammen. Das gibt uns Vertrauen für die Qualifikation." Alpine war wie auch McLaren schon am Freitag mit anständig Power unterwegs. Ferrari und Alpha Tauri dagegen haben auf der Motorseite noch mehr Spielraum.

Sebastian Vettel - Aston Martin - GP Steiermark - Spielberg - Formel 1 - 25. Juni 2021
Motorsport Images
Sebastian Vettel war am Freitag gut unterwegs.

Fährt Vettel wieder auf Punktekurs?

Der Auftakt war gut. Beide Aston Martin rangierten sicher in den Top Ten. "An den Longruns müssen wir noch etwas arbeiten. Wir wissen, was wir ändern müssen, aber das ist nicht ganz einfach", relativierte Sebastian Vettel. In den letzten Rennen war es eher anders herum. Durchschnitt am Samstag, stark am Sonntag.

Die Soft-Longruns sind mit Vorsicht zu genießen, weil Vettel und sein Kollege Lance Stroll sie erst im zweiten Teil des Nachmittagstrainings abspulten. Auf den Medium-Reifen verlor er unter gleichen Bedingungen im Mittel zwei Zehntel auf Fernando Alonso.

Warum ist Pierre Gasly nicht gefahren?

Fünf Minuten vor Trainingsbeginn meldete Honda ein Problem im Umfeld der Antriebseinheit im Alpha Tauri mit der Startnummer 10. Die Daten gaben Anlass zur Sorge, dass ein Schaden droht. Damit war der Tag für Gasly beendet.

Der Franzose konnte nur von einer starken Vorstellung am Morgen zehren, wo er nicht nur die zweitschnellste Zeit fuhr, sondern auch im Longrun hinter Sergio Perez den zweitschnellsten Longrun auf den Soft-Reifen abspulte. So blieb die Arbeit am Nachmittag an Yuki Tsunoda hängen. Der Japaner klagte in den Dauerläufen über die Balance seines Autos.

Longrun-Zeiten GP Steiermark 2021

Fahrer Ø Rundenzeit Runden Reifentyp Stint
Perez 1.10,031 min 13 soft FP1/1
Gasly 1.10,102 min 11 soft FP1/1
Leclerc 1.10,183 min 18 soft FP1/1
Sainz 1.10,247 min 16 soft FP1/1
Alonso 1.10,263 min 13 soft FP1/1
Bottas 1.10,374 min 10 soft FP1/1
Norris 1.10,619 min 14 soft FP1/1
Ocon 1.10,668 min 10 soft FP1/1
Ricciardo 1.10,717 min 11 soft FP1/1
Stroll 1.10,735 min 13 soft FP1/1
Vettel 1.10,736 min 13 soft FP1/1
Giovinazzi 1.10,977 min 10 soft FP1/1
Mazepin 1.12,288 min 11 soft FP1/1
         
Verstappen 1.09,676 min 15 medium FP1/1
Hamilton 1.10,109 min 11 medium FP1/1
Russell 1.10,349 min 12 medium FP1/1
Tsunoda 1.10,681 min 12 medium FP1/1
Schumacher 1.11,623 min 15 medium FP1/1
         
Hamilton 1.09,559 min 13 soft FP2/1
Perez 1.09,860 min 12 soft FP2/1
Stroll 1.09,938 min 9 soft FP2/2
Sainz 1.10,113 min 23 soft FP2/1
Vettel 1.10,135 min 10 soft FP2/2
Norris 1.10,193 min 20 soft FP2/1
Bottas 1.10,249 min 11 Soft FP2/1
Tsunoda 1.10,338 min 16 soft FP2/1
Ricciardo 1.10,495 min 19 soft FP2/1
Giovinazzi 1.10,630 min 18 soft FP2/1
         
Alonso 1.10,071 min 18 medium FP2/1
Ocon 1.10,229 min 18 medium FP2/1
Vettel 1.10,294 min 16 medium FP2/1
Stroll 1.10,665 min 17 medium FP2/1
Latifi 1.10,755 min 21 medium FP2/1
Mazepin 1.11,620 min 14 medium FP2/1
         
Bottas 1.09,588 min 11 hart FP2/2
Verstappen 1.09,621 min 16 hart FP2/1
Perez 1.09,858 min 7 hart FP2/2
Russell 1.09,920 min 19 hart FP2/1
Leclerc 1.10,086 min 18 hart FP2/1
Norris 1.10,442 min 7 hart FP2/2
Fahrer Ø Rundenzeit Runden Reifentyp Stint
Perez 1.10,031 min 13 soft FP1/1
Gasly 1.10,102 min 11 soft FP1/1
Leclerc 1.10,183 min 18 soft FP1/1
Sainz 1.10,247 min 16 soft FP1/1
Alonso 1.10,263 min 13 soft FP1/1
Bottas 1.10,374 min 10 soft FP1/1
Norris 1.10,619 min 14 soft FP1/1
Ocon 1.10,668 min 10 soft FP1/1
Ricciardo 1.10,717 min 11 soft FP1/1
Stroll 1.10,735 min 13 soft FP1/1
Vettel 1.10,736 min 13 soft FP1/1
Giovinazzi 1.10,977 min 10 soft FP1/1
Mazepin 1.12,288 min 11 soft FP1/1
         
Verstappen 1.09,676 min 15 medium FP1/1
Hamilton 1.10,109 min 11 medium FP1/1
Russell 1.10,349 min 12 medium FP1/1
Tsunoda 1.10,681 min 12 medium FP1/1
Schumacher 1.11,623 min 15 medium FP1/1
         
Hamilton 1.09,559 min 13 soft FP2/1
Perez 1.09,860 min 12 soft FP2/1
Stroll 1.09,938 min 9 soft FP2/2
Sainz 1.10,113 min 23 soft FP2/1
Vettel 1.10,135 min 10 soft FP2/2
Norris 1.10,193 min 20 soft FP2/1
Bottas 1.10,249 min 11 Soft FP2/1
Tsunoda 1.10,338 min 16 soft FP2/1
Ricciardo 1.10,495 min 19 soft FP2/1
Giovinazzi 1.10,630 min 18 soft FP2/1
         
Alonso 1.10,071 min 18 medium FP2/1
Ocon 1.10,229 min 18 medium FP2/1
Vettel 1.10,294 min 16 medium FP2/1
Stroll 1.10,665 min 17 medium FP2/1
Latifi 1.10,755 min 21 medium FP2/1
Mazepin 1.11,620 min 14 medium FP2/1
         
Bottas 1.09,588 min 11 hart FP2/2
Verstappen 1.09,621 min 16 hart FP2/1
Perez 1.09,858 min 7 hart FP2/2
Russell 1.09,920 min 19 hart FP2/1
Leclerc 1.10,086 min 18 hart FP2/1
Norris 1.10,442 min 7 hart FP2/2
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