Lewis Hamilton - GP Türkei 2021 xpb
Red Bull - Formel 1 - Istanbul - GP Türkei - 7. Oktober 2021
Red Bull - Formel 1 - Istanbul - GP Türkei - 7. Oktober 2021
Red Bull - Formel 1 - Istanbul - GP Türkei - 7. Oktober 2021
Red Bull - Formel 1 - Istanbul - GP Türkei - 7. Oktober 2021 46 Bilder

F1-Teamcheck GP Türkei 2021: Motoren-Strafen?

F1-Teamcheck GP Türkei 2021 Zieht Hamilton neuen Motor?

Wir haben die zehn Teams ist Istanbul auf Neuigkeiten abgecheckt. Max Verstappen redet den Druck des WM-Duells klein. Lewis Hamilton könnte seine Motorstrafe beim Türkei-Grand-Prix nehmen. Und Fernando Alonso fordert für die Startrunde strengere Regeln.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was neu am Auto ist und bei den Fahrern, wie sie das Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Mercedes

Den GP Russland gewann Mercedes dank der richtigen Entscheidungen von der Kommandobrücke. Auch in Istanbul könnten die Ingenieure wieder eine entscheidende Rolle spielen. Wenn es trocken bleibt, sind mehrere Strategien möglich. Pirelli bringt Reifen, die um eine Stufe weicher sind als im Vorjahr. Die Boxen-Durchfahrtzeit ist mit 21 Sekunden so kurz, dass ein Stopp mehr attraktiv sein kann. Wenn er das schnellere Rennen bringt.

Was im Regen passieren kann, zeigt uns das Vorjahr. Lewis Hamilton gewann, weil er seine Reifen besser in Schuss hielt als die Konkurrenz. Die Ingenieure erkannten schnell, dass alte Intermediates auf der abtrocknenden Strecke besser waren als frische. Deshalb rieten sie von einem zweiten Boxenstopp ab und zogen damit das große Los.

Sorgen macht Mercedes der Asphalt. Der war im Vorjahr so glatt, dass die Fahrer viele Runden drehen mussten, um die Reifen auf Temperatur zu bringen. Das resultierte in den Startplätzen 6 und 9. Im Kampf gegen Verstappen darf so etwas nicht mehr passieren.

Mercedes - Formel 1 - GP Türkei - Istanbul - 7. Oktober 2021
ams
Bekommt Hamilton in Istanbul einen neuen Motor?

Zumal man weiß, dass die Red Bull ihre Reifen in der Regel schnell anzünden. Im Lager des Weltmeisters hofft man darauf, dass die Arbeiten am Asphalt und der weichere Reifen das Problem vom letzten Jahr lösen. Die Streckenbetreiber haben die obere Teerschicht abgekratzt, um den Belag rauer zu machen.

Lewis Hamilton tauchte mit einem Haarschnitt in Istanbul auf, bei dem man sich fragen muss, wie er die nach vorne gekämmten Rasta-Locken unter seinen Helm bringt. Der 100-fache GP-Sieger ist zuversichtlich, dass Mercedes besser auf die besonderen Herausforderungen gerüstet ist. "Und vielleicht kommen uns die Arbeiten an der Strecke entgegen."

Für ihn könnte es ein hartes Stück Arbeit werden. Mercedes will nicht ausschließen, dass Hamilton seine Motorstrafe beim 16. WM-Lauf nimmt. Offenbar ist einer der beiden Motoren im Pool nicht mehr über jeden Zweifel erhaben. Das erhöht das Risiko. Außerdem deutet sich an, dass nicht nur Sainz wegen eines Motorwechsels von hinten startet. Auch bei zwei Mercedes-Kunden gibt es Anzeichen, die Strafe lieber jetzt als später zu nehmen.

Carlos Sainz - Ferrari - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 27. August 2021
xpb
Carlos Sainz muss in Istanbul von ganz hinten losfahren.

Ferrari

Die erste Startplatzstrafe steht schon fest. In der Türkei bekommt Carlos Sainz Ferraris neues Hybridsystem. Charles Leclerc hatte es in Russland mit Erfolg getestet. Da es der vierte Motor ist, muss Sainz von ganz hinten starten.

Leclerc bezeichnet das Motor-Upgrade nach seiner eigenen Erfahrung als Schritt in die richtige Richtung, aber keinen Matchwinner. Ferrari tritt im Istanbul Park übrigens ohne Teamchef an. Mattia Binotto verfolgt den 16. WM-Lauf von seinem Büro in Maranello aus.

Carlos Sainz nimmt die Startplatzstrafe gelassen hin. "Die Strafe zieht mich nicht runter. Im Gegenteil. Der neue Motor hilft der Entwicklung des Teams. Dafür zahle ich gerne einen Preis. Für mich ist es eine Herausforderung, von hinten zu starten. Ich habe nichts zu verlieren, sondern kann nur nach vorne kommen. Meine Bilanz in der Vergangenheit bei Starts von hinten ist ganz gut. Der Ansatz wird ein anderer sein als üblich. Ich kann mich voll auf die Rennabstimmung konzentrieren."

Im Rückblick sieht Sainz seine erste Ferrari-Saison selbstkritisch: "Die ersten drei Rennen nach der Sommerpause waren keine Highlights für mich. Ich hatte mir einen Schritt von mir persönlich erwartet. Das Podest in Sotschi war die Bestätigung, dass mein Verständnis mit dem Auto immer besser wird."

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Türkei - Istanbul - Formel 1 - 7.10.2021
xpb
Max Verstappen will sich die Führung in der WM-Wertung zurückholen.

Red Bull

Honda bleibt der Formel 1 noch ein Jahr erhalten. Allerdings unsichtbar. Die Japaner wollen Red Bull Powertrains im ersten Jahr beim Zusammenbau und der Betreuung der Antriebseinheiten an der Strecke helfen. Der Motor darf allerdings nicht mehr Honda heißen. Ab 2023 muss Red Bull Powertrains dann auf eigenen Füßen stehen.

Der Übergangs-Service hat einen Preis. Red Bull und Honda werden in Zukunft zusammenarbeiten, um Nachwuchsfahrer in Japan zu fördern. Das erste Produkt dieser Allianz ist Yuki Tsunoda. Der Alpha Tauri-Pilot hat seinen Arbeitsplatz bis 2023 sicher.

Beim Ersatz-Grand Prix für Japan legt Red Bull seinem Motorenpartner Honda den roten Teppich aus. Die beiden Autos von Max Verstappen und Sergio Perez sind in den Honda-Farben weiß-rot lackiert. Das ist quasi ein Auftrag für die Japaner zu gewinnen. Teamchef Christian Horner sieht eine 50/50-Chance. Verstappen fehlen zwei Punkte zur WM-Führung. Wenn er sie zurückerobern würde, wäre es der fünfte Führungswechsel in der Fahrer-WM.

Der Holländer traut sich nicht eine Prognose abzugeben: "Diese Saison wird so weitergehen, wie sie bis jetzt gelaufen ist. Eine Strecke wird Mercedes besser passen, die andere uns. Es ist aber schwer vorherzusagen, wer auf dem Papier wo die Nase vorne hat."

Red Bull RB16B - Spezial-Design - GP Türkei 2021
Red Bull
Red Bull fährt in Istanbul in einer Spezial-Lackierung.

Obwohl sich der Druck mit sieben Rennen in zehn Wochen erhöht, bleibt Verstappen cool: "Du kannst nichts erzwingen. Ich kann nur mein Bestes geben. Wenn das zum WM-Titel reicht, wäre das großartig. Wenn es der zweite Platz wird, kann ich auch damit leben. Es war so oder so eine großartige Saison." Hamiltons Antwort darauf: "Was passiert, passiert. Wenn du alles richtig machst, hast du dir nichts vorzuwerfen."

Perez hat andere Sorgen. Der Mexikaner zeigte zuletzt wieder ansteigende Form, aber er bringt seine Rennen nicht zu einem zählbaren Ergebnis. Irgendetwas kommt immer dazwischen. In Sotschi das falsche Timing des Reifenwechsels.

"Ich fühle mich jetzt wohl mit dem Auto, der Speed stimmt, aber ich bringe einfach kein ganzes Wochenende problemlos über die Runden", übt der WM-Fünfte Selbstkritik. Um das zu ändern, hängte Perez ein paar Extrastunden im Simulator dran. Ein Podium ist Pflicht für ihn.

Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Türkei - Istanbul - 7. Oktober 2021
Motorsport Images
Sebastian Vettel käme Regen am Wochenende nicht ungelegen.

Aston Martin

Lance Stroll fährt mit guten Erinnerungen in die Türkei. Letztes Jahr startete der Kanadier von der Pole Position und führte das Rennen 32 Runden lang an. Auch für Sebastian Vettel war das Rennen am Bosporus ein Lichtblick in einer sonst enttäuschenden letzten Saison für Ferrari. Der 53-fache GP-Sieger kletterte als Dritter auf das Podium. Vettel hätte nichts gegen Regen: "Er könnte uns einige Chancen bieten. Und ich bin immer gerne auf dieser Strecke gefahren."

Der Ex-Weltmeister mahnt an, dass Aston Martin besser in der Chancenauswertung werden muss: "Wir haben die großen Chancen wahrgenommen, aber nicht die kleinen, wo es um die Plätze sieben bis zehn geht. Ich fühle mich jetzt wohl in meinem Auto. Uns fehlt leider ein bisschen der Speed. Etwas mehr, und wir hätten mehr Kontrolle im Kampf gegen Alpha Tauri und Alpine. Es ist am Sonntag auch bei besserem Speed nicht leicht, Plätze gutzumachen."

Williams

Fünf Rennen, vier Mal in den Punkterängen. George Russell hätte sich diese Punkteserie zu Beginn der Saison nicht einmal träumen lassen. "Das Auto ist besser geworden, aber der große Dank geht an das Team. Sie haben in Budapest, Spa und Sotschi die richtigen Entscheidungen getroffen. Nur Monza war ein normales Rennen, aber da sind wir aus eigener Kraft in die Top Ten gefahren." Nicholas Latifi hofft, dass er nach dem Ausreißer in Sotschi an seiner Form der Rennen davor anknüpfen kann. "Ich habe jetzt viel mehr Vertrauen in das Auto. Das Ziel sind WM-Punkte."

Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - GP Türkei - Istanbul - 7. Oktober 2021
Motorsport Images
Fernando Alonso musste Fragen zu seinem Startrunden-Trick in Sotschi beantworten.

Alpine

Technikchef Marcin Budkowski mahnt seine Truppe nicht den Faden zu verlieren. 14 Mal hat Alpine in Folge gepunktet. Das ist eine Verpflichtung für den Rest der Saison: "Unser Paket ist nicht so gut, wie wir uns das erhofft hatten. Trotzdem punkten wir regelmäßig. Das ist der Beweis dafür, dass wir als Team gut funktionieren und unter allen Umständen das beste aus unserem Paket rausholen. Und es zeigt, dass wir bei der Zuverlässigkeit Fortschritte gemacht haben. Für uns ist es wichtig, den fünften Platz in der Konstrukteurs-WM zu konsolidieren." Esteban Ocon warnt: "Unser Vorsprung von 19 Punkten ist kein Ruhekissen. Unser Alpine ist nicht so schnell wie der Alpha Tauri. Deshalb müssen wir immer mit beiden Autos punkten."

Fernando Alonso deutet an, dass er in Sotschi mit voller Absicht nach dem Start in der ersten Kurve durch den Notausgang gefahren war. Er hatte es in den Runden zum Startplatz geübt. Der Spanier musste die gewonnenen Positionen wieder hergeben, doch er fühlt sich trotzdem als Sieger: "Bis jetzt war ich in der ersten Runde jedes Mal der Idiot. Immer wieder haben mich Leute neben der Strecke überholt, ohne dass etwas passiert ist. Es wurde beim nächsten Rennen nicht mal diskutiert. Nach meiner Aktion in Sotschi wird das plötzlich hinterfragt." Alonso hofft auf strengere Regeln für die Startrunde.

Alpha Tauri

Pierre Gasly fordert von seinem Team, die Pleite von Sotschi zu verstehen: "Wir müssen uns die Frage stellen, warum andere die richtige Reifenwahl getroffen haben und wir nicht. In den letzten zwei Rennen haben wir viele Punkte verschenkt. Wir müssen darauf achten, dass wir fehlerlos durch die Wochenenden kommen."

Yuki Tsunoda hat sich 30 Runden lang im Red Bull-Simulator auf die für ihn neue Rennstrecke in Istanbul vorbereitet. "Auf der eigenen Konsole ging es nicht, da Istanbul nicht Teil des offiziellen Formel-1-Games ist."

Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - GP Türkei - Istanbul - 7. Oktober 2021
Motorsport Images
Mick Schumacher kennt die Strecke von Istanbul immerhin schon aus dem Simulator.

Haas

Für Nikita Mazepin ist der Istanbul Park eine komplett neue Rennstrecke. Der Russe hatte nicht einmal Zeit, sie im Simulator zu fahren. Trotzdem ist ihm der Ort nicht unbekannt. "Dort habe ich meinen ersten Grand Prix gesehen. Mein Vater hat mich mitgenommen, als ich sieben oder acht Jahre alt war."

Mick Schumacher hat den 5,338 Kilometer langen Kurs im Simulator von Ferrari kennengelernt. "Ich habe zum Glück einen Slot bekommen, nachdem ich längere Zeit nicht mehr da war. Das hat mir die Gelegenheit gegeben zu lernen, was mich auf dieser Strecke erwartet.

McLaren

McLaren hat den verlorenen Sieg von Sotschi am Montag nach dem Rennen genau analysiert. Teamchef Andreas Seidl sieht keinerlei Fehler bei Lando Norris. "Es hat nichts mit Erfahrung zu tun, ob ein Fahrer rechtzeitig an die Boxen gekommen ist oder nicht. Hamilton wollte auch länger draußen bleiben, Alonso ist länger draußen geblieben. Für Lando machte seine Entscheidung Sinn. Er hat bis zu der letzten Runde in die Boxen nicht viel Zeit verloren. Der Fehler lag bei uns. Wir hätten klar sagen müssen, dass er reinkommen soll. Spätestens in der Runde nach Hamiltons Stopp. Dann wären wir immer noch Zweiter geworden."

Lando Norris - McLaren - Formel 1 - GP Türkei - Istanbul - 7. Oktober 2021
xpb
Lando Norris hat die Enttäuschung von Sotschi aufgearbeitet.

Lando Norris hat die Enttäuschung von Sotschi überwunden und erinnert sich nun an die positiven Seiten: "Meine erste Pole Position, die 30 Führungsrunden, der Speed vom ersten Training bis zu der einen Entscheidung, welche Reifen wir nehmen sollen. Ich bin auch mit meinen Rundenzeiten im Regen zufrieden."

Daniel Ricciardo holte als Vierter für McLaren die Kastanien aus dem Feuer. Der Australier war trotzdem nicht ganz zufrieden. "Der Speed hätte besser sein müssen. Doch zu einem Rennen zählt auch, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Als es in Sotschi zu regnen begann, hatte ich das Gefühl, dass meine harten Reifen Temperatur verlieren. Ich bin ein paar Mal fast abgeflogen. Für mich lag es auf der Hand, an die Boxen zu fahren."

Alfa Romeo

Kimi Räikkönen war 2005 der erste Türkei-Sieger. Der Finne mag die Strecke, aber nicht in dem Zustand, in dem sie letztes Jahr war. "Mit so wenig Grip hat sie keinen Spaß gemacht." Alfa Romeo hat nach dem Punktgewinn in Sotschi Blut geleckt. "Wenn wir wieder alles richtig machen, dann sind Punkte überall möglich", glaubt Teamchef Frédéric Vasseur.

Mehr zum Thema GP Türkei
Ferrari - Formel 1 - GP Türkei 2021
Aktuell
Formel Schmidt - GP Türkei - Teaser 2021
Aktuell
Lando Norris - GP Türkei 2021
Aktuell
Mehr anzeigen