Carlos Sainz - McLaren - Formel 1 - GP Emilia-Romagna - Imola - Samstag - 31.10.2020 Motorsport Images
Formel 1 - Streckenrundgang - Algarve Circuit - Portimao - 2020
Formel 1 - Streckenrundgang - Algarve Circuit - Portimao - 2020
Formel 1 - Streckenrundgang - Algarve Circuit - Portimao - 2020
Formel 1 - Streckenrundgang - Algarve Circuit - Portimao - 2020 39 Bilder

F1-Kalender 2020: Formel 1 erwägt GP-Rotation

Neue Strecken 2020 ein Erfolg Formel 1 erwägt GP-Rotation

Am Anfang war es nur eine Notlösung für die Corona-Krise. Am Ende waren die neuen Schauplätze und die Comebacks alter Rennstrecken in der Saison 2020 ein voller Erfolg. Deshalb schließt die Formel 1 ab 2022 eine Rotation für bestimmte Grand Prix nicht aus.

Die Corona-Krise hat das F1-Management im letzten Jahr erfinderisch gemacht. Sechs der 17 Rennen fanden entweder auf neuen oder neuen alten Rennstrecken statt. Mugello und Portimao hatten es vorher noch nie in den Grand Prix-Kalender geschafft. Der Nürburgring war sieben Jahre lang raus, Istanbul neun Jahre und Imola 14 Jahre. Der Outer Sakhir Circuit wurde vorher noch nie gefahren.

Die sechs Rennen waren mehr als nur ein Lückenbüßer. Tatsächlich haben sie in den Medien einen unerwarteten Hype ausgelöst und gezeigt, dass man manchmal mit ganz einfachen Mitteln Aufmerksamkeit erzeugen kann.

Bei Mugello und Portimao waren die Rennstrecken der Star. Alte Schule, spektakuläre Kurven, ein abwechslungsreiches Layout, alles verpackt in eine tolle Landschaft. Die kurze Strecke in Bahrain war ein Ausreißer mit Rundenzeiten von 55 Sekunden, der Aerodynamiker und Rennstrategen vor neue Aufgaben stellte.

Auch das Wiedersehen mit den alten Bekannten hat funktioniert. Imola, weil da so viel Geschichte drinsteckt und die Strecke in Hingucker ist. Da konnte man verschmerzen, dass es nur zehn Überholmanöver gab. Das Rennen war trotzdem gut.

Die Story des Nürburgrings schrieb wie erwartet das Wetter. Der Termin Mitte Oktober in der Eifel war mit Bedacht gewählt. Istanbul bescherte dem GP-Zirkus einen Asphalt, den keiner verstand und im Zusammenspiel mit Regen einen unterhaltsamen Grand Prix. Da half auch der Zufall ein bisschen mit, dass der achte Grand Prix der Türkei ein Klassiker wurde.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Eifel 2020 - Nürburgring
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Am Nürburgring fiel das freie Training ins Wasser. Das sorgte für mehr Spannung am Rennsonntag.

Alle zwei Jahre ist billiger

Der Erfolg der neuen Rennen hat die Formel-1-Strategen nachdenklich gemacht. "Das war eine gewisse Lektion für uns. Wir überlegen uns, wie wir diesen Faktor des Neuen und Ungewohnten in Zukunft einbauen können", räumt Formel-1-Sportdirektor Ross Brawn ein. Der Kalender für 2021 steht. Da kann sich nur noch etwas ändern, wenn die Corona-Krise den Veranstaltern ein Bein stellt.

Der GP Australien wurde bereits in den November verlegt. Der GP China ist vorläufig raus. Das hat Platz für Imola und Portimao geschaffen, die damit eine zweite Chance bekommen. Von den Reisebeschränkungen her könnte es nach augenblicklichem Stand am ehesten in Singapur und Japan wackeln. In beide Länder kommt man momentan schwer oder gar nicht rein. Japan wird diese Haltung allerdings überdenken müssen, wenn die Olympischen Spiele stattfinden sollen.

Liberty ist trotzdem optimistisch. Sollten Rennen in diesem Jahr gestrichen werden müssen, stünde Ersatz schon bereit. Angeblich auch der Nürburgring und Hockenheim. Nach Informationen von auto motor und sport haben die Verantwortlichen beider Rennstrecken auch schon gemeinsam mit F1-Boss Stefano Domenicali darüber gesprochen, wie man zusammen dafür sorgen könnte, dass Deutschland in den kommenden Jahren wieder einen regelmäßigen Platz im Kalender findet.

Valtteri Bottas - Formel 1 - GP Portugal 2020
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Portimao hat nach dem Erfolg im Vorjahr als Nachrücker für 2021 direkt wieder einen Platz im Kalender gefunden.

Joker-Rennen in größeren Abständen

Mittelfristig schließt Ross Brawn bei zwei bis drei Veranstaltungen pro Jahr eine Rotation zwischen bestimmten Rennstrecken nicht aus. Vor allem solche, die sich das Antrittsgeld nur jedes zweite Jahr leisten wollen. Das spart nicht nur Geld. Nach einem Jahr Pause ist das Interesse vor Ort auch wieder größer. Und das lockt mehr Zuschauer an.

Portugal ist so ein Fall und wäre froh, wenn es ein entsprechendes Gegenstück in den Jahren dazwischen gäbe. Was gewisse Veranstalter entlastet, würde der Formel 1 mehr Abwechslung bieten. Ein Win-Win-Geschäft.

Auch ein Joker-Rennen auf einer besonders spektakulären Strecke, das vielleicht nur ein einziges Mal oder in größeren Abständen den Kalender bereichert, ist denkbar. Das betrifft aber eher einen Stadtkurs als eine permanente Anlage.

Brawn meint dazu: "Bei neuen Strecken hängt viel davon ab, was es kostet, um sie für die Formel 1 nutzbar und sicher zu machen. Bei einer permanenten Strecke lohnt sich das unter Umständen nicht. Ein Stadtkurs ist etwas anderes. Der muss sowieso jedes Jahr neu aufgebaut werden."