Streit um F1-Kosten

Red Bull im Fokus der Kritik

GP Korea - Vettel Foto: Red Bull 25 Bilder

Der Streit um den Kostenreduzierungsplan spaltet die Formel 1. Der Kampf arm gegen reich geht in Abu Dhabi in die entscheidende Runde. Im Fokus der Kritik steht vor allem das Weltmeisterteam Red Bull. Wir haben die Details.

Zwischen den Formel 1-Teams brodelt es. Wieder einmal geht es um das Thema Geld. Am Rande des GP Korea haben sich die zwölf Teamchefs im Ferrari-Pavillon getroffen, um einen neuen Kostenreduzierungsplan auszuarbeiten. Auf eine gemeinsame Linie konnte man sich dabei offenbar noch nicht einigen. Beim vorletzten Saisonrennen in Abu Dhabi will man noch einen Anlauf wagen, um die Entwicklungs- und Produktionskosten in der Formel 1 langfristig zu reduzieren.

Die Fronten sind verhärtet. Als hätte es Finanzkrise und Formel 1-Austritte nie gegeben, wollen vor allem die Top-Teams gerne wieder mehr Geld ausgeben. Dass die Rennställe in der unteren Tabellenhälfte ums Überleben kämpfen, schert sie wenig. Die Schere zwischen arm und reich in der Formel 1 soll wieder weiter auseinanderklaffen.

FOTA vor der Nagelprobe

Nach Ansicht von McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh steht dabei auch die Zukunft der Teamvereinigung FOTA auf dem Spiel. Auch Stefano Domenicali vom Konkurrent Ferrari sieht die Einheit in Gefahr. "Wir müssen verstehen, wie wir weiterarbeiten können, ohne dass es zu Verdächtigungen oder Auseinandersetzungen kommt, Elemente die im harten Formel 1-Wettbewerb immer präsent sind."

Im Fokus der Kritik stand zuletzt vor allem Red Bull. Die Gegner des Weltmeisterteams hegen den Verdacht, dass sich den Rennstall aus Milton Keynes den Erfolg mit mehr Geld und Ressourcen erkauft, als es der Kostenreduzierungsplan zulässt.

Es gibt mehr als nur ein Indiz dafür. Beim Check der Windkanalzeiten und Computerkapazitäten fiel Red Bull durch eine mehr als großzügige Auslegung der Grenzwerte auf. Dem Team wird vorgeworfen, dass die Uhr bei der Windkanalnutzung erst läuft, wenn die volle Windgeschwindigkeit läuft. Den Statuten nach müsste das aber schon bei einem Tempo von 15 m/s passieren.

Red Bull verweigert detaillierte Auskunft

Buchprüfungen lehnen die Seriensieger ab. Man lässt nur eine Kontrolle der Verrechnungsmethodik zu. Als die holländische Firma Cap Gemini die Fabriken von Red Bull, McLaren, Ferrari, Mercedes, Sauber und Williams besuchte, wies einer der sechs Berichte in fast allen Rubriken den Hinweis "no information" auf. Es handelte sich um "Team 4". Jeder weiß, wer damit gemeint ist.

Eine letztes Jahr in Singapur vereinbarte Korrektur in dem Abkommen wurde trotz der Unterschrift von Teamchef Christian Horner für null und nichtig erklärt. Horner habe keine Unterschriftenkompetenz, heißt es aus Salzburg. Offen traut sich keiner, Red Bull an den Pranger zu stellen. Die Gefahr bei den Fans als schlechter Verlierer dazustehen ist zu groß. Außerdem will man den Frieden in der FOTA nicht gefährden.

Hinter vorgehaltener Hand hört man jedoch immer wieder Klagen über das üppige Budget des neuen Weltmeisterteams. Red Bull-Konsulent Helmut Marko schießt scharf gegen die Kritiker: "Unsere Gegner suchen Ausreden für ihre Niederlagen. Sie wollen nicht zugeben, dass wir effizienter arbeiten als sie." Ross Brawn entgegnet: "Die Anschuldigungen werden erst aufhören, wenn alle Teams allen Kontrollen zustimmen."

Will Red Bull kein neues Kosten-Abkommen?

Möglicherweise will Red Bull den Sparplan aussitzen und für 2013 keinen neuen unterschreiben. Doch der Schuss könnte nach hinten losgehen. Die Teams ab Platz fünf überlegen sich für diesen Fall eine Klage gegen den Klassenprimus. Das Ursprungsdokument ist ein juristisch bindender Vertrag, und die Chefs haften dafür.

Für die kleineren Teams geht es ums Überleben. Sollten die Top-Teams zur alten Verschwendungssucht zurückkehren, bricht das Kartenhaus zusammen. Nur fünf der zwölf Rennställe sind gesund finanziert. In Abu Dhabi kommt es zum finalen Showdown. Wird es den Sparwilligen gelingen, das so genannte "Singapur-Dokument" in ein festes Gesetz zu verwandeln, das bis 2017 gelten soll? Oder fällt die Formel 1 wieder in alte Zeiten zurück?

In unserer Bildergalerie haben wir die Geldrangliste der Formel 1. Wer hat das größte Budget?

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