F1-Krisensitzung verschoben

Der falsche Zeitpunkt

Bernie Ecclestone - GP Deutschland 2014 Foto: xpb

Die Krisensitzung der Formel 1 wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Das Meeting vom letzten Donnerstag wurde abgesagt. Jetzt will man sich entweder in der Woche vor Spa oder Monza wieder treffen. Die Krisenmanager der Formel 1 haben gemerkt, dass es der falsche Zeitpunkt ist, jetzt über eine Krise zu sprechen.

Am 31.Juli wollte sich der oberste Formel 1-Zirkus im kleinen Kreis in London treffen. Bernie Ecclestone hatte zu seinem Krisengespräch Red Bull-Teamchef Christian Horner, Toto Wolff von Mercedes, Ferrari-Rennleiter Marco Mattiacci, Vijay Mallya und Flavio Briatore geladen. Vier Tage nach einem der spannendsten Formel 1-Rennen der letzten Jahre sollte es um eine Reform der Königsklasse gehen.

Das Treffen fand nie statt. Toto Wolff hatte einen Arzt-Termin, Vijay Mallya keine Zeit. Er wollte sich durch seinen Teamleiter Bob Fernley vertreten lassen. Auch Bernie Ecclestone passte es schlecht. Der Prozess in München steuert auf die entscheidende Phase zu. Seine Anwälte handeln gerade die Abfindung aus. Nicht nur deshalb kam die Absage allen Beteiligten gelegen. Man merkte auch, dass es der falsche Zeitpunkt gewesen wäre, die Formel 1 neu zu erfinden. Der GP Ungarn war der dritte PS-Krimi in Folge. Man kann viel kritisieren, aber nicht, dass die Rennen langweilig wären.

Aufhebung des Spritlimits wäre Bankrotterklärung

Einen definitiven neuen Termin gibt es noch nicht. Jetzt sind alle Beteiligten im Urlaub verstreut. Frühestmöglicher Ersatztermin wäre die Woche vor dem GP Belgien. Wahrscheinlicher aber ist, dass man zwischen Spa und Monza konferiert. Die Zusammensetzung der Eingreiftruppe hat außerdem viel böses Blut hinterlassen. McLaren-Chef Ron Dennis war der Meinung, dass er unbedingt dazugehören müsste. Mit Lotus-Chef Gerard Lopez fehlte einer, der stark für eine Einbindung der neuen Medien Druck macht. Und auch die FIA meldete sich zu Wort. Keine Reglements-Änderung ohne sie.

Wenn Bernie Ecclestone unsinnige Regeln wie doppelte Punkte oder stehende SafetyCar-Starts auf den Prüfstand stellt, dann findet er schnell viele Sympathisanten. Schwieriger wird es schon beim Abschaffung des Spritlimits, der Durchflussmenge und der limitierten Motoren. Niki Lauda zweifelt, ob er damit durchkommt.

Dann wäre das ganze neue Motorenreglement ad absurdum geführt: "Die neuen Motoren wurden konzipiert, um die Formel 1 in die Zukunft zu bringen. Außerdem ging es darum, langfristig Kosten in den Griff zu bekommen. Wenn wir die Regel von fünf und nächstes Jahr vier Motoren pro Fahrer aufheben, wird es teurer. Jeder Motor kostet Geld. Wir sollten jetzt nicht in Panik Schnellschüsse abfeuern. Die neuen Motorenregeln sind eine komplexe Gesamtkonstruktion, die nur funktioniert, wenn wir sie so lassen."

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