Daniel Ricciardo - GP USA 2019 Motorsport Images
Sebastian Vettel - Ferrari  - Formel 1 - GP USA - Austin - 2. November 2019
Valtteri Bottas - Mercedes  - Formel 1 - GP USA - Austin - 2. November 2019
Vettel & Bottas  - Formel 1 - GP USA - Austin - 2. November 2019
Charles Leclerc  - Ferrari  - Formel 1 - GP USA - Austin - 2. November 2019 49 Bilder

Renault gesteht Niederlage ein

„McLaren ist einfach besser“

Der Mittelfeld-Kampf in Austin zeigte ein bekanntes Bild: McLaren fährt vorneweg, dahinter wird es eng. Im Rennen könnte sich die Reihenfolge aber noch einmal ändern. Es gibt einige Fragezeichen, was die Performance am Sonntag angeht.

Am Samstag schien in Austin kurz die Hoffnung aufzukeimen, dass die drei Top-Teams mal etwas Druck von hinten bekommen. Lando Norris fuhr im dritten Freien Training überraschend die drittschnellste Runde – noch vor den beiden Mercedes. Und im Q1 setzte der Rookie dann sogar die Bestzeit, als die Top-Teams auf eine zweite gezeitete Runde verzichteten.

Doch im Q2 und im Q3 war der Spaß schnell wieder vorbei. „Wir wussten, dass Lando nur die Bestzeit fahren konnte, weil die Top-Teams keinen zweiten Run gefahren sind und sich die Strecke extrem verbessert hat“, winkte Teamchef Andreas Seidl ab. „Und es war eine gute Entscheidung Lando nochmal rauszuschicken. Er hatte bei seinem ersten Run Verkehr. Die Zeit hätte nicht zum Weiterkommen gereicht. Das wäre ein Desaster gewesen.“

Im Q3 fanden sich die McLaren-Piloten dann wieder auf ihren gewohnten Positionen in der vierten Startreihe wieder. Carlos Sainz fehlten gut acht Zehntel. Lando Norris musste sich mit mehr als einer Sekunde Rückstand auf die Pole-Position-Zeit von Valtteri Bottas mit Startposition acht zufrieden geben.

Sainz zeigte sich anschließend dennoch voll zufrieden: „Im Training lief es noch nicht so. Aber heute haben sich die Bedingungen geändert. Die Windrichtung hat sich gedreht. Und plötzlich hatten wir ein anderes Auto, obwohl wir am Setup kaum etwas verändert haben. Morgen soll sich der Wind aber wieder drehen. Ich hoffe, dass es nicht wieder schlechter wird.“

Die Piloten wollen ihre guten Startpositionen mindestens halten. In Mexiko gelang das nicht. Norris fiel nach einem Boxenstopp-Patzer aus, Sainz zeigte eine überraschend schwache Pace: „Wir haben in den Daten gesehen, dass es wohl Verschleiß an einigen Aerodynamik-Teilen gab“, erklärte Seidl. „Hier ist das Phänomen im Training nicht wieder aufgertreten. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass es im Rennen besser läuft.“

Carlos Sainz - GP USA 2019
xpb
Carlos Sainz fuhr wieder einmal locker auf Startplatz sieben.

McLaren für Renault außer Reichweite

Renault konnte in den Kampf um die vierte Startreihe nicht eingreifen. Der neunte Platz von Daniel Ricciardo war das höchste der Gefühle: „Wir konnten das Auto im Vergleich zum Vortag noch einmal verbessern. Im Gegensatz zu den letzten Qualifyings müssen wir heute keinen Frust schieben. Wir haben das Maximale rausgeholt“, erklärte der Mann aus Perth einigermaßen zufrieden.

Ricciardo musste aber auch zähneknirschend zugeben, dass die beide McLaren außer Reichweite lagen. „Wir müssen anerkennen, dass sie einfach das schnellere Auto haben und zurecht auf dem vierten Platz der Teamwertung liegen“, zollte der Australier der Konkurrenz Respekt. Bei McLaren sieht man das genauso: „Zumindest im Qualifying haben wir scheinbar seit Singapur einen Schritt gemacht. Wir haben nun regelmäßig etwas Luft nach hinten“, so Sainz.

Eigentlich hatte man im Renault-Lager gehofft, wenigstens den fünften Platz in der Teamwertung locker nach Hause zu fahren. Racing Point und Toro Rosso liegen immerhin neun Punkte zurück. Doch zumindest Pierre Gasly machte dem französischen Werksteam das Leben schwer.

„Am Ende haben wir ihn aber schlagen können. Und Sergio Perez muss aus der Boxengasse losfahren. Wir können den Vorsprung also morgen vergrößern. Ich würde immer noch auf uns setzen, was die Vergabe des fünften Platzes angeht“, so Ricciardo zuversichtlich.

Carlos Sainz - GP USA 2019
xpb
McLaren hat Renault den Zahn gezogen - zumindest im Qualifying.

Hülkenberg mit Reifenvorteil?

Nico Hülkenberg war mit seinem Qualifying dagegen nicht ganz zufrieden. „Es hat heute irgendwie die Harmonie gefehlt. Schon gestern war sich Auto mit wenig Sprit im Tank nicht so gut. Dafür lief es auf den Longruns umso besser. Da habe ich irgendwie den Sweetspot getroffen. Ich hoffe, dass mir das im Rennen auch wieder gelingt.“

Hülkenberg ist auf Startplatz elf der erste Pilot aus dem Mittelfeld, der nicht mit den Soft-Reifen losfahren muss. „Wir haben mit den Autos beide Strategien abgedeckt. Das ist sicher nicht die schlechteste Situation aus Teamsicht. Ob die freie Reifenwahl ein Vorteil gegenüber den Autos vor mir ist, werden wir aber erst morgen sehen“, grübelte der lange Blonde.

Auch Teamkollege Ricciardo wird noch einmal über die Strategie nachdenken: „Wir müssen auf den Soft-Reifen starten. Die Zahlen sagen, dass damit ein Einstopp-Rennen möglich ist. Jetzt müssen wir mal schauen, ob das auch die schnellste Variante ist. Der Nachteil der weichen Reifen ist sicher nicht so groß wie in Mexiko. Außerdem verliert man hier auch nicht so viel Zeit an den Boxen. Mal schauen, was wir in puncto Taktik machen.“

Nico Hülkenberg - GP USA 2019
Motorsport Images
Hülkenberg kam im Qualifying nicht so gut zurecht. Dank Reifenvorteil will er sich aber zumindest den Toro Rosso von Pierre Gasly schnappen.

Gasly will in die Punkte

Wenn die McLaren in Normalform vorneweg fahren, wird es Renault im Rennen vor allem mit Toro-Rosso-Pilot Gasly zu tun bekommen. Der Franzose gibt sich angriffslustig: „Unsere Rennpace am Freitag sah gut aus. Aber auch die McLaren und die Renault waren stark. Ich erwarte einen sehr engen Kampf morgen. Der Start auf dem Soft-Reifen ist sicher nicht ideal. Aber wenn wir einen guten ersten Stint hinbekommen, können wir gute Punkte sammeln.“

Alfa Romeo hat sich dagegen vorzeitig aus dem Punkterennen verabschiedet. Antonio Giovinazzi und Kimi Räikkönen flogen schon im Q1 raus. „Ich habe mich in Kurve 12 verbremst. Das hat mindestens drei Zehntel gekostet. Sonst hätte ich den Cut locker geschafft“, frustete Räikkönen. Sein italienischer Teamkollege kostete ein Patzer in der Zielkurve ein besseres Resultat. Teammanager Beat Zehnder beklagte eine verpasste Chance: „Ich denke, wir hatten die Pace, um mit den anderen um die Top-Ten-Plätze zu kämpfen.“

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