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Ferrari - GP Australien 2017
Ferrari - GP Australien 2017
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Formel 1-Kampf im Mittelfeld

Entwicklungstempo entscheidet

Williams, HaasF1, Force India, Toro Rosso, Renault: Wer gewinnt das Rennen im Mittelfeld? Das Wettrüsten in den Konstruktionsbüros wird so spannend wie die Schlacht auf der Rennstrecke.

Im Mittelfeld geht es eng zu. Fünf Teams kämpfen um den vierten Platz hinter den großen Drei. Williams hatte den besten Start. HaasF1 war schnell, verschenkte aber wichtige Punkte. Force India und Toro Rosso lieferten sich ein enges Rennen, das mit 7:6 Punkten zugunsten von Force India ausging. Renault verfehlte einen Zähler um eine Sekunde.

Vom reinen Speed liegt Williams vor HaasF1, Toro Rosso, Force India und Renault. Doch der Rennstall aus Grove ist im Moment nur ein Einmann-Team. Renault war es nach der schwachen Vorstellung von Jolyon Palmer auch. Bei HaasF1 muss Neuzugang Kevin Magnussen erst in Schwung kommen. Force India und Toro Rosso sind ungefähr gleich gut besetzt. Da entscheidet die Tagesform. In Melbourne war Sergio Perez der Joker. Der Mexikaner überholte beide Toro Rosso-Piloten auf der Strecke.

Fünf Autos, fünf Konzepte

Die Autos der Mittelschicht unterscheiden sich in ihrem Konzept so stark wie der Mercedes, Ferrari und Red Bull. Williams folgte dem Prinzip von Red Bull. Klare Linien, simple Formen, ein kurzer Radstand, starke Anstellung. Der FW40 sieht dem Vorgänger ähnlich. Beim Red Bull ist das nicht anders. Der Toro Rosso lehnt sich in vielen Aerodynamikbausteinen stark an den Mercedes an, baut aber viel kürzer und steht hinten höher in den Federn.

Der HaasF1 ist von seiner Architektur logischerweise identisch mit dem Ferrari SF70H. Doch die Aerodynamik trägt in diesem Jahr ihre eigene Handschrift. Renault und Force India haben Zwitter gebaut. Von der Länge ein Mercedes, vom Anstellwinkel ein Red Bull. Force India ist dabei einen extremen Weg gegangen. Der VJM10 hat mit 3.691 Millimetern den zweitlängsten Radstand und mit 2,1 Grad die stärkste Anstellung.

Renault hat das umfangreichste Entwicklungsprogramm

Williams hat ein stimmiges Auto auf die Räder gestellt. Der FW40 ist leicht abzustimmen, leidlich standfest und zeigt ähnlich wie der Ferrari kaum Formschwankungen. Der HaasF1 kann von den Rundenzeiten her mit Williams mithalten, stolpert aber noch über zu viele kleine Defekte. Das war schon in der Endphase der Testphase so.

Der spannendste Kampf findet derzeit zwischen Toro Rosso und Force India statt. Toro Rosso hat das bessere Chassis, Force India den besseren Motor. Beide werden bis zum GP Kanada warten müssen, bis ihre Defizite ausgeräumt sind. Renault hält dank Nico Hülkenberg den Anschluss. Da muss noch mehr vom Auto und vom Motor kommen, wenn man konstant in der Verfolgergruppe mitmischen will.

Am Ende wird das Entwicklungstempo die Schlacht um Platz 4 entscheiden. Da hat Renault die größte Kriegskasse. Williams rüstet zum ersten Mal in Barcelona groß nach. Eine Reduzierung der Kühler erlaubt noch schlankere Seitenkästen. HaasF1 brachte in Melbourne einen neuen Frontflügel. Das nächste signifikante Upgrade ist ebenfalls für den GP Spanien geplant.

Renault legt zwei Zwischenschritte ein. In Bahrain kommt ein neuer Frontflügel, in Russland die Luftdurchleitung durch die Vorderachse, in Kanada der Spec 2-Motor. Nach Aussage der Ingenieure bringt der Trick mit dem Luftstrahl aus der Radnabe zur Abwehr der Turbulenzen um das Vorderrad massiv Punkte für die aerodynamische Effizienz.

Toro Rosso plant für Bahrain seine nächste Ausbaustufe. Da will auch Force India nachlegen. Zunächst mit einem neuen Unterboden und Bremsbelüftungen hinten. Der große Schritt folgt beim GP Kanada. Dann werden die Kühler eingedampft. Die Ingenieure haben sie nach den Angaben von Mercedes zu konservativ ausgelegt. Kleinere Kühler bedeuten einen größeren Einzug der Seitenkästen und weniger Luftwiderstand. Toro Rosso hofft in Montreal auf einen Power-Schub von Renault. Die Frage ist, was mehr Rundenzeit bringt: Der Motor bei Toro Rosso oder die bessere Aerodynamik des Force India.

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