Kevin Magnussen - Formel 1 - GP China 2017 sutton-images.com
Sebastian Vettel - Ferrari - GP China 2017 - Shanghai - Rennen
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Impressionen - GP China 2017 - Shanghai - Rennen
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Die Schlacht im F1-Mittelfeld

Magnussen erlöst HaasF1

Die Schlacht im Mittelfeld der Formel 1 ist so interessant wie das Duell an der Spitze. Der geringste Fehler wird bestraft, gute Entscheidungen belohnt. Carlos Sainz und Kevin Magnussen sind das beste Beispiel.

Diese 5 Teams fahren ihr eigenes Rennen. oro Rosso, Force India, Williams, HaasF1 und Renault streiten sich um die Punkte hinter den 3 Top-Teams. Der Fünfkampf ist allerdings nicht ganz so einfach zu lesen wie das Duell an der Spitze. Jeder noch so kleine Fehler oder ein kluger Schachzug, der aufgeht, kann entscheidend sein.

Der GP China lieferte gleich mehrere Beispiele für diese Erkenntnis. Toro Rosso pokerte hoch. Carlos Sainz ging als einziger mit Slicks ins Rennen. Ein hohes Risiko, denn auf dem Startplatz war es glatt wie auf Eis. Prompt fiel der Spanier von Rang 11 auf Platz 18 zurück. Aber er sparte sich im Vergleich zu Kevin Magnussen und Esteban Ocon einen Boxenstopp und im Vergleich zu Sergio Perez und Felipe Massa sogar zwei. Die Belohnung war der Königsplatz hinter den Mercedes, Ferrari und Red Bull.

Strafen bringen Hülkenberg um Punkte-Chance

Sergio Perez büßte für die Kollision mit Lance Stroll in der ersten Runde und den frühen zweiten Stopp in Runde 20. Das machte seinen Grand Prix zu einem Dreistopp-Rennen. „Stroll hat mir keinen Platz gelassen“, verteidigte sich Perez. „Irgendwann musste ich einlenken. Ich war vorn“, konterte Stroll.

Nico Hülkenberg sah vom siebten Startplatz wie ein sicherer Punktekandidat aus. Doch nach fünf Runden war sein Rennen schon vorbei. Der neue Renault-Pilot kassierte zwei Strafen mit gesamt 15 Sekunden. Das sind in dem dichten Mittelfeld 15 Sekunden zu viel. In der VSC-Phase hatte Hülkenberg das Pech, dass Romain Grosjean beim Verlassen der Boxengasse die Safety-Car-Linie knapp vor dem Renault überquert hatte, Hülkenberg aber trotzdem am HaasF1 vorbeifuhr.

Ging es in diesem Fall um wenige Meter, war es hinter dem Safety-Car eine Angelegenheit von Sekundenbruchteilen. Als das SC-Signal im Cockpit mit der Startnummer 27 aufleuchtete, hatte Hülkenberg zu seinem Überholmanöver an Marcus Ericsson vorbei außen in der ersten Kurve schon angesetzt. Er zog es durch. Das war der Fehler. Das Renault-Konto ist weiter leer.

Keiner überholt so viel wie HaasF1

Bei Williams kam kein weiterer Punkt dazu. In Melbourne noch Best of the Rest, in Shanghai im Nirgendwo. Am Williams von Felipe Massa kühlten die Reifen in der Safety-Car-Phase zu stark aus. Der Brasilianer fiel ans hintere Ende des Mittelfelds zurück.

Ein Zeichen dafür, dass der FW40 seine Reifen pfleglich behandelt, was bei Hitzerennen ein Joker sein kann. In Shanghai war es ein Killer. Massa passierte das gleiche wie Perez. Er wechselte schon in Runde 24 auf von Soft auf Supersoft und musste später noch ein drittes Mal an die Box. So holte man an diesem Tag keine Punkte.

So kam es am Ende zum Duell HaasF1 gegen Force India. Kevin Magnussen gewann es, weil der Däne eine fehlerlose Fahrt auf die Bahn gelegt hatte und weil sein Team mit den Boxenstopps in Runde 2 von Intermediates auf Soft und in Runde 32 mit Soft auf Supersoft genau richtig lag. Der Wechsel auf die weichste Mischung 25 Runden vor dem Ende war nicht zu früh und nicht zu spät. Die immer noch relativ lange Restdistanz zeigt, dass auch der HaasF1 VF-17 ein reifenschonendes Auto ist.

Teamchef Guenther Steiner war erleichtert: „Wir haben uns die Punkte verdient und nichts geschenkt bekommen. Beide Fahrer sind in der Anfangsphase zurückgefallen und wieder zurückgekommen. Ich glaube unter dem Strich hat keiner mehr überholt als wir.“

Eine kurze Schrecksekunde gab es. Die Sportkommissare drohten bei Magnussen eine Untersuchung an, weil der Däne hinter dem Safety-Car zu langsam gefahren war. Magnussen kam mit einem blauen Auge davon. „Wir hatten ein Problem mit der Anzeige im Cockpit. Das hat ihn abgelenkt“, erzählte Steiner.

FIA-Rennleiter Charlie Whiting klärte auf. „Der Fehler lag bei uns. Alle hatten ein Problem, weil das System bei der ersten Boxendurchfahrt in einen Reset ging, und die Fahrer einen Piepston im Ohr hatten, der davor warnte, dass sie zu schnell sind. Was aber gar nicht der Fall war.“

In Bahrain beginnt das Upgrade-Rennen

Die Schlacht im Mittelfeld wird am Ende dadurch entschieden werden, wer öfter alles richtig macht oder sich zu viele Fehler erlaubt. „Du darfst keine Punkte verschenken. Ziel muss es sein, beide Autos ins Ziel zu bringen“, fordert Steiner.

So wie Force India, die erneut mit Sergio Perez und Esteban Ocon in den Punkterängen landeten. Trotz eines Fehlers mit Ocon, den man in der VSC-Phase einmal leer durch die Boxengasse fahren ließ, um ihn dann in Runde 4 endlich abzufertigen. Und der Boxenstopp dauerte 15 Sekunden länger als normal.

Force India hat im Moment im Vergleich zu Toro Rosso, Williams und HaasF1 das langsamste Auto. Das soll sich schon in Bahrain ändern. Beim dritten Rennen bringt die Technikabteilung aus Silverstone einen neuen Unterboden, neue Seitenkasten-Flügel und neue Leitbleche. „Ein guter Schritt vorwärts“, prophezeit Technikchef Andy Green.

Die HaasF1-Piloten müssen noch bis zum GP Spanien warten, bis der neue Unterboden fertig ist. „Wenn wir ihn in Bahrain noch testen können, kommt er in Russland“, verspricht Steiner. Renault beginnt seine Offensive in Bahrain und setzt sie in Sotschi fort. Im ersten Schritt mit einem neuen Frontflügel, im zweiten mit der Luftdurchleitung durch die Vorderachse.

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