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Formel 1 Motorhomes 2019

Drei neue Fahrerlager-Tempel

Nach Jahren des Stillstandes tut sich wieder etwas an der Motorhome-Front. Red Bull, Racing Point und Haas haben für die Saison 2019 aufgerüstet. Wir zeigen die Bilder der prunkvollen Team-Tempel in der Galerie.

Der GP Spanien ist das Rennen der Ingenieure und der Motorhome-Bauer. Auf der einen Seite des Boxengebäudes wird fast jedes Auto mit technischen Upgrades ins Rennen geschickt, auf der anderen Seite zeigen die Teams, was sie an Luxus zu bieten haben.

In den letzten Jahren war der Wettbewerb „Größer, höher, teurer“ etwas eingeschlafen. Viele Teams hatten bereits die im Fahrerlager erlaubten Maximalmaße erreicht . Und in die Höhe ging bei Teams wie Mercedes, Ferrari oder McLaren auch nicht mehr viel.

Deshalb haben wir zuletzt meist nur noch Detailarbeit an den Motorhomes gesehen. Doch zwei Jahre vor Ablauf des Concorde Abkommens schlagen die Teams noch einmal richtig zu. So als wollten sie zeigen: Seht her, uns geht es gut.

Red Bull hat das Thema Größe noch einmal neu definiert. Das neue Basislager für Red Bull und Toro Rosso ist dramatisch in der Fläche um 27 Prozent auf 1.221 Quadratmeter gewachsen. Auch der Look hat sich geändert. Neuerdings kommt das Motorhome als hölzerne Blockhütte daher und wirkt dadurch noch wuchtiger.

Red Bull baut Mega-Holzhütte

Die gleiche Architektur kommt übrigens auch bei der MotoGP zum Einsatz, dort allerdings nur halb so groß. Aus der Entfernung sieht es so aus, als wäre im Fahrerlager des Circuit de Catalunya ein neues Gebäude errichtet worden.

Teambesitzer Dietrich Mateschitz legt Wert auf Tradition und Heimatverbundenheit. Wetten, dass die Holztäfelung des dreistöckigen Holzhauses aus der Steiermark kommt. Red Bulls neue Heimat an der Rennstrecke rollte auf 31 Trucks daher. Drei mehr als bislang.

Red Bull - Motorhomes - Formel 1 - GP Spanien 2019
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Innen wirkt das neue Red-Bull-Motorhome wie eine Alpenhütte.

Schon am Sonntag wurde das Fundament gelegt, auf das die zwei Kräne dann die einzelnen Module heben konnten. Nach dreieinhalb Tagen stand die Hütte. Nicht schlecht für die Premiere.

Red Bull will es in Zukunft in zwei Tagen schaffen. Dann könnte man auch die drei Doppelpacks Frankreich/Österreich, Deutschland/Ungarn und Belgien/Italien mit diesem Motorhome bestreiten. „Zur Not haben wir ja noch das alte in Reserve“, erzählt uns einer aus der Aufbautruppe.

Gleich nach dem GP Spanien wird der schnelle Abbau geübt. Das neue Motorhome muss für den Einsatz im Hafen von Monte Carlo auf ein Ponton gehoben werden. Für die Testfahrten nächste Woche in Barcelona baut Red Bull die Test-Unit auf.

Racing Points neue Heimat heißt „The Point“

Racing Point hat ebenfalls in die Vollen gegriffen. Der Preis für das Motorhome, das in nur 17 Wochen bei der Stuttgarter Firma Werk33 aufgebaut wurde, bleibt geheim. Von außen ist es ein schmucker, dreistöckiger Glasbau in Maximalgröße, von innen ein Sechssterne-Hotel.

Unten logiert das Team, in der Mitte die neuen Besitzer, oben auf dem Balkon die Sponsoren. Beim ehemals ärmsten Team der Formel 1 wird der Dollar nicht mehr zwei Mal umgedreht. 19 Sattelschlepper haben das neue Statussymbol von Racing Point nach Barcelona gekarrt. Vorher reichten 7 Trucks. Der Glas-Tempel hat auch schon einen Namen: „The Point“.

Haas - Motorhomes - Formel 1 - GP Spanien 2019
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Haas hat den Anbau seines Motorhomes auf der rechten Seite deutlich vergrößert.

Haas bezieht sein Motorhome ebenfalls aus dem Schwabenland. Die Basis-Einheit ist die gleiche wie vorher, doch der gläserne Vorbau ist neuerdings mindestens doppelt so breit wie früher. Jetzt sieht die Schaltzentrale des US-Rennstalls gleich neben den beiden Ferrari-Wolkenkratzern nicht mehr ganz so ärmlich aus. Teambesitzer Gene Haas hat nicht nur in die Technik investiert. Das Budget ist in diesem Jahr um rund 15 Prozent gestiegen.

Sauber mit Motorhome von 2006

Bei den anderen Motorhomes sehen wir bislang nur neue Lackierungen und Detailänderungen. Renault tritt als Werksteam immer noch ziemlich bescheiden auf. Die beiden Truck-Einheiten mit den Glasbauten dazwischen hatte man vor zehn Jahren Toyota abgekauft. Doch auch Renault will aufstocken, erzählt man sich im Fahrerlagerfunk. Bis Silverstone soll ein komplett neues Motorhome entstehen.

Damit geht der Preis der ältesten Behausung an das Schweizer Sauber-Team. Da wurde nur das Schild über der Eingangstür der neuen Teambezeichnung „Alfa Romeo Racing“ angepasst. Das Motorhome selbst ging 2006 in Betrieb. Es war die Saison, in der BMW den Schweizer Rennstall zu 80 Prozent übernommen hatte.

Formel-1-Motorhomes: Die neuen Team-Tempel für die Saison 2019

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