GP Monaco: Langsame Neulinge machen Probleme

Monaco-Qualifikation wird zur Lotterie

Timo Glock Foto: xpb 45 Bilder

Viel Verkehr im Qualifying, heikle Überrundungen im Rennen - die Formel 1-Neulinge machen Probleme in Monaco. Mit Timo Glock und Adrian Sutil haben wir zwei Fahrer aus den unterschiedlichen Lagern befragt. Beide erwarten eine Katastrophe in den engen Gassen von Monaco.

Die Formel 1 ist auch nach fünf Rennen noch immer eine Zweiklassengesellschaft. Mehr als drei Sekunden trennen die drei neuen Teams Lotus, Virgin und HRT F1 vom Rest der Formel 1-Welt. Die Folge sind zahlreiche heikle Situationen. In der ersten Qualifying-Runde halten die langsamen Autos die schnellen auf. Im Rennen gibt es deutlich mehr Überrundungen.

Schon in Spanien sorgte das Thema für erhitzte Gemüter. "Da fand ich es schon sehr schlecht", erzählt Force India-Pilot Adrian Sutil. "Man musste die langsameren Autos teilweise ausbremsen. Dass es da keine Strafen gab, kann ich auch nicht nachvollziehen." Besonders die beiden Virgin-Renner von Timo Glock und Lucas di Grassi hatte Sutil bei seiner Kritik im Visier. "Die waren besonders schlimm. Die fahren ja nicht um Punkte, da müssten sie manchmal etwas zurückstecken."

Glock nicht zufrieden mit der Situation

Aber auch Timo Glock, einer der angegriffenen Virgin-Piloten, ist mit der Situation unzufrieden. "Das ist wirklich nicht mehr lustig. Das ist kein Rennfahren mehr. Nach dem ersten Boxenstopp hatte ich in jeder Runde blaue Flaggen. Ich musste ständig in den Rückspiegel schauen." Die Kritik von Sutil kann er nicht nachvollziehen. "Ich habe immer versucht darauf zu achten, dass ich nicht zu viel nach vorne zu verlieren, aber das es immer noch sicher ist. Ich hätte die Überrundungsmanöver auch so legen können, dass es haariger ausgegangen wäre und ich nicht so viel Zeit verloren hätte."

Sutil zeigt Verständnis für die Probleme der neuen Teams. Mit Spyker und Force India ist er auch mehrere Jahre dem Feld hinterhergefahren. Dennoch fordert er die Neulinge zu mehr Rücksicht auf. "Ich kenn das ja aus eigener Erfahrung von früher. Da habe ich auch immer brav Platz gemacht so gut ich konnte. Wenn es einmal passiert ist es kein Thema. Aber die standen immer im Weg."

Sutil: Monaco wird Katastrophe und Lotteriespiel

In Monaco erwarten beide Piloten, dass sich die Probleme sogar noch verschärfen. "Ich habe keine Ahnung wie das aussehen soll", stöhnt Glock. "Ich glaube, wir werden einfach nur rumrollen. Das wird echt ein Problem. Wenn zum Beispiel ein Zug mit acht Autos von hinten ankommt, weiß ich ja gar nicht wohin. Da muss ich anhalten, um die alle vorbeizulassen.

Auch Sutil befürchtet das Schlimmste: "In Monaco wird sich jeder beklagen. Im Freien Training, im Qualifying, im Rennen. Das wird eine Katastrophe. Wenn das Qualifying nicht aufgeteilt wird, dann wird es absolut zum Lotteriespiel." Im Rennen warnt Sutil, dass es bei Überrundungen sogar zu noch mehr heiklen Situationen kommen wird als zuletzt in Spanien. "In Monaco gibt es nur die Ideallinie. Sobald man außen ist und einen behindert, kann das fatale Folgen haben."

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