F1-Promoter vs. Liberty

Unruhe im Grand-Prix-Zirkus

Chase Carey - Formel 1 - GP Russland 2018 Foto: sutton-images.com

Die Vereinigung der Rennveranstalter hat die Strategie der Formel-1-Bosse von Liberty Media in einem gemeinsamen Statement kritisiert. Sie sehen ihre Interessen und die Zukunft der Serie bedroht.

Hinter den Kulissen der Königsklasse rumort es. Seit Liberty Media im Jahr 2017 das Zepter von Bernie Ecclestone übernahm, haben die US-Amerikaner viele Neuerungen eingeführt, die nicht überall auf Gegenliebe gestoßen sind. So klagen zum Beispiel die Teams immer wieder öffentlich über die gestiegenen Ausgaben (z.B. für Werbeaktionen), durch die ihre Einnahmen sinken.

Nun bekommen die neuen F1-Bosse noch von einer anderen Seite Gegenwind. Die Rennveranstalter, die bis auf einige Ausnahmen (Abu Dhabi, Bahrain, Japan, Monaco und Russland) in der sogenannten „Formula One Promoters Association“ (FOPA) zusammengeschlossen sind, haben einen gemeinsamen Brief an Liberty Media verfasst. Darin werden gleich mehrere Kritikpunkte angesprochen.

So wird zum Beispiel die Sorge geäußert, dass Live-Übertragungen vermehrt ins Pay-TV abwandern und damit die Gesamtreichweite sinkt. Die Veranstalter fordern stattdessen einen freien Zugang zu Inhalten und Übertragungen für die Fans. In Großbritannien wird es zum Beispiel bis auf das Heimrennen in Silverstone diese Saison erstmals gar keine Rennen mehr live im Free-TV geben. In Italien wurde dieser Schritt schon im Vorjahr vollzogen.

Bessere Kommunikation, bessere Deals

Fans - GP Deutschland 2018 - Rennen Formel-1-Kalender 2019 Termine und Startzeiten fix

Das ist aber noch nicht der einzige Kritikpunkt. „Neue Initiativen in der Formel 1 sind nicht klar kommuniziert und es fehlt an der Einbindung der Veranstalter bei ihrer Implementierung“, heißt es weiter in dem Statement.

Ebenfalls ein Dorn im Auge der Promoter ist die Strategie der F1-Bosse bei der Verteilung von neuen Rennen. Liberty Media hatte im Vorjahr lange versucht Miami auf die Landkarte zu bekommen und den lokalen Verantwortlichen dabei besonders günstige Konditionen angeboten. Am Ende scheiterte das Rennen allerdings an fehlenden Genehmigungen.

Generell sehen die Promoter den aggressiven Expansionskurs kritisch: „Neue Rennen sollten nicht zum Nachteil der bestehenden Veranstaltungen aufgenommen werden, auch wenn unsere Vereinigung durch die alternativen Geschäftsmodelle, wie sie neuen Rennstrecken angeboten wurden, ermutigt sind.“

Formel-1-Verträge laufen aus

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Diese besonderen Angebote, zum Beispiel Modelle bei denen das Risiko und die Einnahmen gesplittet werden, würden andere Veranstalter auch gerne in Anspruch nehmen. Die Zeit für Liberty drängt. Bei gleich mehreren traditionellen Kursen, wie zum Beispiel in Silverstone, Hockenheim oder Barcelona, laufen die Verträge nach der kommenden Saison aus.

Bei einem Treffen der FOPA am Montag in London haben sich die anwesenden Veranstalter auf eine gemeinsame Strategie geeinigt. Die F1-Bosse müssen sich somit auf harte Verhandlungen einstellen. Sie befinden sich in der Zwickmühle. Sinkende Grand Prix-Gebühren und damit auch sinkende Einnahmen bedeuten wiederum Ärger von den Teams und den Anteilseignern.

Nach außen geben sich die Veranstalter kooperativ. „Kurz bevor unser Sport, den wir über so viele Jahrzehnte promotet haben, in die neue Saison startet, erhoffen wir uns einen gemeinsamen Ansatz zur weiteren Entwicklung der Meisterschaft und die Möglichkeit der Formel 1 und der FIA unsere Erfahrung und Kompetenz partnerschaftlich anbieten zu können.“

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