F1 Punktesystem

Noch kein Antrag gestellt

Foto: dpa

Nach den Plänen der Teams soll noch 2009 ein neues Punktesystem eingeführt werden. Ein entsprechender Antrag ist bei der FIA aber noch nicht eingegangen. Auch ein neues Concorde-Agreement ist nicht in Sicht.

Die Vereinigung der Teams (FOTA) brachte bei ihrer Pressekonferenz in Genf am 5. März ein neues Punktesystem ins Spiel. Eine Umfrage unter den Fans hatte ergeben, dass der Sieger stärker belohnt werden soll. Statt 10-8-6-5-4-3-2-1 Punkte für die ersten Acht sollen in Zukunft 12-9-7-5-4-3-2-1 Zähler verteilt werden.

Entscheidung am 17. März

Die FOTA würde am liebsten schon in diesem Jahr auf den neuen Punktemodus umstellen. Der Weltverband FIA kann diesen Vorschlag aber nur in ein Gesetz gießen, wenn er bei den entsprechenden Gremien rechtzeitig eingereicht wird. "Am 17. März findet die nächste Weltratsitzung statt", erklärte FIA-Sprecher Richard Woods. Wenn sich das Punktesystem bereits für diese Saison ändern soll, muss der FIA-Weltrat das an diesem Tag absegnen. Bis jetzt haben die Teams aber noch keinen Antrag gestellt."
 
Eine erste Möglichkeit hat die FOTA bereits verstreichen lassen. Bei einer Sitzung der Arbeitsgruppe Sportgesetz vergangene Woche in Nizza blieb das Thema unerwähnt. Vermutlich wollte sich die FIA das Ergebnis der Fan-Befragung als Joker für ihre eigene Pressekonferenz in Genf aufheben.

Kein Agreement ohne die FIA

FOTA-Präsident Luca di Montezemolo kündigte bei der gleichen Veranstaltung an, dass man optimistisch sei, bis zum Saisonstart das neue Concorde-Abkommen zu unterschreiben. Die Anwälte der Teams hatten Bernie Ecclestone vor geraumer Zeit ein 300 Seiten starkes Papier mit Bedingungen überreicht, die für die Teams akzeptabel wären. Die FOTA fordert die Rechteinhaber auf, mehr Geld an die Teams auszuzahlen.
 
Da die Ausschüttungsmodalitäten für die traditionellen Einnahmequellen wie Startgeld, TV-Rechte, Paddock Club und Streckenswebung bis 2012 festgeschrieben sind, müssten neue Geldquellen erschlossen werden. Die FOTA schlägt Ecclestone offenbar eine bessere Vermarktung des Internets und des Merchandisings vor, um auf diesen Gebieten gemeinsam Kasse zu machen.

Selbst wenn sich FOTA und die Rechteinhaber auf ein neues Concorde-Abkommen einigen, fehlt noch eine dritte Partei für das Inkrafttreten des Pakts. Die FIA müsste auch noch ihren Segen gehen. Szenekenner bezweifeln jedoch, dass der Weltverband in der augenblicklichen Lage einem solchen Abkommen zustimmen würde. Ohne Concorde-Abkommen ist die Formel 1 ein nahezu rechtsfreier Raum. Die FIA kann theoretisch von heute auf morgen Regeln ändern. In Zeiten der Krise kann das ganz nützlich sein.

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