Pirelli - Formel 1 xpb
Daniel Ricciardo - Porträt & Helm - Formel 1 - 2020
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Daniel Ricciardo - Porträt & Helm - Formel 1 - 2020 81 Bilder

Regel-Diskussion vor Saisonstart

Anpassung bei Reifenzuteilung

Der geplante Neustart der Formel 1 wird die Teams und Reifenlieferant Pirelli an die Belastungsgrenze treiben. Um der Logistik Herr zu werden, könnte die übliche Reifenwahl bei manchen Grands Prix wegfallen.

Die Formel 1 arbeitet unter Hochdruck am neuen Rennkalender. Es ist eine Aufgabe, um die sie keiner beneidet. Die Coronakrise erlaubt derzeit noch keine grundsolide Planung, sondern eher nur vage Prognosen. Nur die beiden Rennen in Österreich (5./12. Juli) sind bislang ein fester Baustein in den Planspielen. Bis dahin sind es zwar nur noch gut sechs Wochen. Doch die Beteiligten konnten sich bereits länger auf die beiden GP in der Steiermark einstellen.

Für die anderen Veranstaltungen gilt das nicht. Es gibt zwar Zeitfenster, aber mitunter noch viele Fragezeichen. Zum Beispiel über Silverstone. Lockert die Regierung ihre Quarantäne-Vorschriften nicht, wird Ende Juli, Anfang August nicht an der Geburtsstätte der Formel 1 gefahren werden können.

Eine Sportart, die für ihre Austragung um die Welt reist, ist auf offene Grenzen angewiesen. Für den Fall, dass alles glattläuft und die Corona-Pandemie tatsächlich weiter abflaut, wonach es derzeit wenigstens Europa aussieht, erwartet die zehn Teams im zweiten Halbjahr ein straffes Rennprogramm. Liberty Media und FIA wollen mindestens 15 Grands Prix abhalten. Im besten Fall sollen es in Europa, Asien, Nord- und Südamerika und dem Nahen Osten sogar 18 Rennen werden.

Pirelli - Reifen - Formel 1 - Testfahrten - Barcelona 2020
xpb
Seit 2011 ist Pirelli alleiniger Reifenausrüster der Formel 1.

18 GP, über 30.000 Reifen

Reifenlieferant Pirelli wird die Produktion und Logistik anpassen müssen. Was man vorher in einem Jahr produziert hat, muss nun in gut einem halben Jahr geschehen. Die Italiener liefern rund 1.800 Reifen zu jedem Rennen. Bei 15 Grands Prix wären das für die verkürzte Saison um die 27.000 Reifen. Bei 18 Rennen schon über 32.000. Die Rennreifen produziert Pirelli im rumänischen Werk Slatina.

Insgesamt hat Pirelli fünf Trockenmischungen – C1 bis C5 – im Angebot. Der Reifenbauer legt fest, welche drei Sorten davon auf welcher Strecke eingesetzt werden. Auf Stadtkursen sind es die weicheren Mischungen, auf schnellen Strecken wie zum Beispiel Silverstone aufgrund der hohen Fliehkräfte eher die härteren.

In der Regel stellen sich die Teams ihren Bestand für das Rennwochenende aus den drei verfügbaren Mischungen selbst zusammen. Dafür verschicken sie ihre Wunschliste bei Überseerennen 14 und bei Europa-Grands-Prix acht Wochen im Voraus. Je Fahrer können die Teams zehn der 13 Reifensätze selbst wählen. Den Rest gibt Pirelli vor: zwei Sätze für das Rennen, ein Satz für die Qualifikation.

Pirelli-Reifen - Formel 1 - GP USA - Austin - 31. Oktober 2019
Motorsport Images
Pirelli könnte bei manchen Rennen die Zuteilung der Reifen übernehmen.

FIA, Teams und Pirelli einig

Die üblichen Vorlaufzeiten werden im eng getakteten Kalender wahrscheinlich nicht immer eingehalten werden können. Zumal kurzfristige Anpassungen wohl nicht ausgeschlossen sind. Sollte ein Land aufgrund steigender Fallzahlen wieder dichtmachen, müsste die Formel 1 umdisponieren.

FIA, Teams und Pirelli sorgen vor. Die Parteien haben sich bereits darauf verständigt, dass die übliche Reifenauswahl der Teams wegfallen könnte, sollte die Veröffentlichung des Rennkalenders den Italienern nicht ausreichend Vorlaufzeit einräumen. In diesem Fall würde Pirelli eine Standardauswahl für das GP-Wochenende treffen, und jedem Fahrer dieselben Reifensätze zuteilen.

Die abgeänderte Regel macht durchaus Sinn. Die Formel 1, ihre Teams und Partner wollen sich keine unnötigen Steine in den Weg legen. Es liegen ohnehin schon genügend herum. Und Pirelli unterstreicht doppelt, dass es soweit nur kommt, sollte das Zeitfenster nicht ausreichend groß sein, um das normale Zuteilungsprocedere anzuwenden.

Die Rennstrategie würde eine Standardauswahl nicht so stark tangieren, wie man beim ersten Gedanken vielleicht annimmt. Die Reifenwahl der Teams unterscheidet sich ohnehin nur in Nuancen. Alle haben ausreichend Informationen über die jeweiligen Rennstrecken, die Geschwindigkeiten, den Kurventyp, die Beschaffenheit des Asphalts und das Wetter. Damit werden die Strategieprogramme gefüttert.

Und am Ende kommen die Teams auf den gleichen Nenner. Dazu kommt, dass sie nach jedem Training Reifensätze zurückgeben müssen. Für das Rennen greifen sie in vielen Fällen dann auf die gleichen Mischungen zurück.

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