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Neuer Entscheidungs-Prozess für 2021

F1-Teams verlieren an Macht

2021 soll sich in der Formel 1 viel ändern. Die Autos, die Geldverteilung, das sportliche Reglement. Auch das Entscheidungsprocedere soll neu gestaltet werden. Die Teams werden an Macht verlieren.

Im Rahmen der letzten Sitzung zwischen FIA, Liberty und den Teams am 16. Oktober in Paris wurde zum ersten Mal der komplette Plan für 2021 auf den Tisch gelegt. Budgetdeckelung, Geldverteilung, das technische und sportliche Reglement. Auch das Procedere, wie in Zukunft über Regeländerungen abgestimmt werden soll.

Strategiegruppe und Formel-1-Kommission sind ab 2021 Geschichte. Dann soll es nur noch ein Entscheidungsgremium geben. Es besteht aus je zehn Mitgliedern der FIA und von Liberty und den zehn Teamchefs. Um wichtige Änderungen schneller durchzudrücken, wurde der Entscheidungsprozess verschlankt.

In Zukunft wird nach Mehrheitsrecht entschieden. Es gibt eine kleine und eine große Mehrheit. Für die kleine Mehrheit braucht man 25 Stimmen, für eine große 28. Da man davon ausgehen darf, dass FIA und Liberty vereint zusammenstehen, sind die Teams das Zünglein an der Waage. Da die sich selten einig sind, hoffen die Regelhüter wichtige Änderungen schneller durchdrücken zu können.

Jean Todt - FIA - Chase Carey - Liberty Media - F1
Motorsport Images
Die FIA und Liberty senden insgesamt 20 Vertreter in das neue Entscheidungsgremium. Die Teams haben nur 10 Stimmen.

Werden gute Ideen abgewürgt?

Die kleine Mehrheit ist für alle Entscheidungen nötig, die das Folgejahr oder noch später betreffen. Aber auch für die aktuelle Saison, wenn vor dem 30. April abgestimmt wird. Die große Mehrheit kommt bei Entscheidungen nach dem 1. Mai für die gerade laufende Saison zur Anwendung. Bislang brauchte man dafür Einstimmigkeit.

Das soll verschwinden, weil nur ein Quertreiber ausreicht, um alles zu blockieren. Einige Teams sind dem Verzicht auf Einstimmigkeit nicht glücklich. Sie fürchten höhere Kosten und die Verhinderung innovativer Ideen.

Racing Point-Teamchef Otmar Szafnauer würde das einstimmige Votum gerne behalten. „Wir können uns dann nicht mehr wehren, wenn die FIA mitten in der Saison die Regeln ändern will. Zwei Teams sind schnell gefunden, die für die Änderungen stimmen. Kurzfristige Eingriffe ins Reglement gehen aber meistens ins Geld.“

Otmar Szafnauer - Force India - F1 - 2018
xpb
Racing-Point-Teamchef Otmar Szafnauer ist nicht ganz happy mit dem neuen Entscheidungsprozess.

Macht der Werksteams wird beschnitten

Unbehagen bereitet Szafnauer auch, dass die Konkurrenz mit dem 28er-Votum innovative Ideen abwürgen kann. „Bei Einstimmigkeit kannst du dich davor schützen, dass dir ein Technikvorteil genommen wird, weil Du selbst immer dagegen stimmen wirst.“

Haas-Teamchef Guenther Steiner wirft ein, dass diese Regelung aber auch zu deinem Nutzen arbeiten kann. „Du darfst nicht davon ausgehen, dass immer nur du selbst die guten Ideen hast. Wenn ein anderer so etwas bringt wie einst den Doppeldiffusor, bist du vielleicht froh, wenn der schnell wieder verschwindet.“

Die Top-Teams würden die kleine Mehrheit gerne von 25 auf 26 erhöhen. Das aber wollen FIA und Liberty nicht. Sie kennen die Abhängigkeiten in der Formel 1. Wenn es hart auf hart geht, verpflichten die drei Top-Teams ihre Satelliten um in ihrem Sinne zu stimmen. Ferrari würde dann Druck auf Haas ausüben, Mercedes auf Racing Point und Red Bull auf Toro Rosso. Genau dagegen wollen sich die Regelhüter mit ihrem neuen Mehrheitsrecht schützen. Wenn die sechs Teams zusammenstehen, reicht auch die kleine Mehrheit nicht. Doch das ist selten der Fall. Bestes Beispiel war die Abstimmung über den Frontflügel, der in diesem Jahr debütierte. Mercedes und Ferrari waren dafür, Red Bull dagegen.

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