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Formel 1 Reglement 2011

Teams streiten um Technik und Reifen

Die technischen Rahmenbedingungen für die Saison 2011 stehen immer noch nicht fest. Klar ist nur, dass der Doppeldiffusor verschwindet. Über die Frage des nächstjährigen Reifenherstellers, den Einsatz von KERS und die weitere aerodynamische Abrüstung herrscht Uneinigkeit.

Soviel steht fest: Der Doppeldiffusor verschwindet mit Ende dieser Saison. Die maximale Höhe des Diffusordachs reduziert sich von 175 auf 125 Millimeter. Ansonsten schweben die Ingenieure im luftleeren Raum. Sie wissen elf Monate vor Beginn der nächstjährigen Saison nicht, welcher Reifenhersteller die Teams beliefern wird, ob mit oder ohne KERS gefahren wird und ob die Aerodynamik weiter reduziert werden soll. Hier die Streitpunkte im einzelnen.

Reifen:

Das Angebot von Michelin, den Preis für die Reifen zu halbieren und einen Teil der geforderten Werbeflächen zu verzichten, hat die Franzosen in eine gute Position bei der Bewerbung um den Ausrüstervertrag für 2011 gebracht. Die FIA und die Automobilwerke unterstützen die Michelin-Offerte. Aus Image- und aus Sicherheitsgründen. Michelin ist ein weltweit bekannter Name. Und die Reifenmanufaktur aus Clermont-Ferrand hat genug Erfahrung mit den Anforderungen für Formel 1-Reifen. Bei den bestehenden Testrestriktionen ein entscheidender Punkt. Käme Pirelli oder Avon müsste man die Testbeschränkungen aufweichen.

Trotzdem sind Red Bull, Toro Rosso, Williams und einige der kleinen Teams eher für die Konkurrenz. Pirelli soll Bernie Ecclestone offeriert haben, für den gleichen Preis wie Michelin die doppelte Zahl von Reifen zu liefern. Mercedes-Teamchef Ross Brawn ist dagegen überzeugt: "120 Satz Reifen für die gesamte Saison reichen. Michelin kann Reifen bauen, die locker ein ganzes Rennen halten. Wenn die Formel 1 ein grünes Image haben will, dann wären weniger Reifen ein erster Schritt." Red Bull-Kollege Christian Horner dagegen rät: "Wir sollten weiter verhandeln, um noch bessere Bedingungen für die Teams herauszuschlagen."

KERS:

Auch beim Thema KERS herrscht Uneinigkeit. Ferrari und Renault bieten ihr System für eine Million Euro pro Saison an. Mercedes dagegen bremst. Die Schwaben schätzen die Kosten deutlich höher ein. Mercedes steht auf dem Standpunkt, dass eine halbe Lösung gar keine Lösung ist. Statt jetzt wieder die alten Systeme auszugraben wäre es besser, den Hybridantrieb in das neue Motorenformat zu integrieren, und zwar so, dass der Elektroantrieb auch tatsächlich zum Spritsparen beiträgt und nicht nur eine zusätzliche PS-Quelle ist.

Aerodynamik:

Auch in Fragen der Aerodynamik haben sich zwei Lager gebildet. Ferrari, Mercedes, McLaren und Williams drängen auf weiteres Abrüsten. Schmalere Frontflügel mit weniger komplizierten Endplatten, Verbot jeglicher Leitbleche und Vorflügel und die Verbannung der Strömungshilfen unterhalb der Fahrzeugnase. Red Bull sträubt sich dagegen. Aerodynamikguru Adrian Newey will sich in seiner Spezialdisziplin nicht noch weiter einschränken müssen. Sam Michael von Williams dagegen klagt: "Das letzte, was wir beschlossen haben, war die Abschaffung des Doppeldiffusors. Seitdem herrscht Stillstand. Wir drehen uns im Kreis, weil wir uns auf nichts einigen können."

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