Williams - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 9. Mai 2019 ams

Formel 1 Reglement 2021

Streit um Standard-Teile

Bei der Findung eines neuen Reglements für 2021 können sich die Teams über viele Dinge nicht einigen. Zum Beispiel die Standardteile. Toro Rosso will so viele, Haas so wenige wie möglich. Weil in diesem Fall weniger mehr ist.

Ein Teil des neuen Formel 1-Reglements ist die massive Ausweitung an Standardteilen. Wenn es nach dem Wunsch von FIA und F1-Management geht, sollen ab 2021 die Getriebe-Kassette, Bremssättel, Bremsscheiben, Bremsbeläge, die Lenksäule, Felgen, der Halo, die Crash-Strukturen seitlich und hinten, die Achsen, Radmuttern, Antriebswellen, Brems- und Gaspedal, der DRS-Mechanismus, die Innereien des Benzintanks wie zum Beispiel Pumpen und die Boxenstopp-Ausrüstung wie Wagenheber, Galgen und Schlagschrauber zu Standardteilen erklärt werden.

Die Drahtzieher erhoffen sich dadurch eine Ersparnis von mindestens 10 Millionen Euro und einen Entwicklungsstopp in Bereichen, die nur marginal Rundenzeit bringen, dem Zuschauer aber völlig egal sind. So schön sich der Plan anhört, nicht alle sind dafür.

Dass sich Ferrari dagegen stemmt, mag man noch verstehen. Teamchef Mattia Binotto fürchtet um die DNA der Formel 1. „Wir sollten uns genau anschauen, welche Komponenten wir standardisieren und sie dann mit der Budgetdeckelung in Einklang bringen.“

Binotto nennt dabei die Felgen: „Es wäre aus ästhetischen Gründen schade, wenn alle gleich aussehen.“ Toro Rosso-Teamchef Franz Tost hält dagegen: „Keinen Menschen interessiert, welche Bremsen und Felgen wir am Auto haben.“

Ferrari - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 9. Mai 2019
ams
Der DRS-Mechanismus soll 2021 auch zu den Standard-Teilen gehören.

Budgetdeckel zu hoch für Standardisierung

Aber es gibt auch kleine Teams, die skeptisch sind. Aus unterschiedlichen Gründen. Racing Point glaubt, man könne gewisse Teile billiger in Eigenregie bauen als ein Alleinausrüster, der damit Geld verdienen muss.

Haas sieht ein ganz anderes Problem. Die Standardisierung kann für die kleinen Teams ein Schuss nach hinten sein. Selbst wenn er eine zweistellige Millionensumme spart. Genau das ist nach Meinung des US-Teams das Problem. Der Budgetdeckel liegt mit zunächst 190 Millionen, später 160 Millionen Dollar viel zu hoch. Die ganzen Ausnahmen mit eingerechnet sind das in Wirklichkeit 250 respektive 220 Millionen Dollar Budget.

Das heißt, dass die großen Teams immer noch deutlich mehr Geld in der Kasse haben als McLaren, Haas, Racing Point, Toro Rosso, Alfa Romeo oder Williams. Da die Einsatzkosten für alle Teams ungefähr gleich sind, fließt die Differenz in die Entwicklung des Autos. Damit ändert sich zum Status quo praktisch gar nichts.

Wenn man nun den Gesamtwert der geplanten Einheitsteile auf 20 Millionen Dollar ansetzt, dann bleibt den großen Teams mehr Geld für die Bereiche, in denen man signifikant Rundenzeit finden kann. Man tut ihnen eigentlich einen Gefallen. Denn sie können ihr Geld nicht mehr in Bereichen investieren, die unter dem Strich nur ein paar Hundertstelsekunden bringen.

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