Sebastian Vettel - Pirelli - Unmarkierte Reifen - Barcelona Test 2020 xpb
Pirelli Lautsprecher-Reifen
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Neue F1-Reifen für 2021

Pirelli geht kein Risiko

Pirelli hat für die Saison 2021 neue Reifen entwickelt. Zum Test der Prototypen haben sich die italienischen Ingenieure zwei 30-Minuten-Slots an den Rennwochenenden in Silverstone und Barcelona reserviert.

Eigentlich klingt es unnötig. Das Reglement der Autos bleibt für die kommende Saison stabil. Also könnte Pirelli einfach mit den Gummis der aktuellen Spezifikation weitermachen. Doch in Mailand befürchtet man, dass die Teams ihre Autos trotz fast komplett eingefrorener Technik noch einmal ordentlich verbessern können.

Zu Beginn des Jahres 2021 sollte die Belastung der Reifen jedoch erst einmal sinken. Mit Veränderungen am Unterboden bremst das Reglement die Autos künstlich ein. "Für das Ende der kommenden Saison sehen wir allerdings die Gefahr, dass die Abtriebslevel noch einmal steigen, deshalb wollen wir mit den aktuellen Tests darauf vorbereitet sein", erklärt Sportchef Mario Isola.

Im eng getakteten Zeitplan ist für umfangreiche Testfahrten nur wenig keine Zeit. Früher mussten die Teams Pirelli ihre Autos noch tageweise zur Verfügung stellen, damit der Lieferant neue Produkte in der Praxis untersuchen konnte. Jetzt bleiben den Ingenieuren nur kurze Slots, um Daten zu sammeln.

Reifentest im Freien Training

So hat Pirelli mit den Teams vereinbart, dass am zweiten Silverstone-Wochenende sowie in Barcelona jeweils im zweiten Freien Training 30 Minuten Fahrzeit für die Reifenentwicklung reserviert sind. Alle 20 Fahrer müssen sich laut Reglement daran beteiligen. Ausnahmen gibt es nur bei technischen Problemen.

Pirelli-Reifen - Formel 1 - GP Ungarn - Budapest - 16. Juli 2020
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Die Reifen, die von Pirelli getestet werden, bekommen keine Markierung. Die Piloten wissen also nicht, was sie für Prototypen fahren.

Pirelli will dabei verschiedene Prototypen an die Autos schrauben lassen. Die Reifen sind unmarkiert. Das heißt, dass nicht einmal die Ingenieure der Teams wissen, um was für Mischungen es sich handelt. Pirelli bestimmt auch die Dauer der Runs und wie aggressiv die Fahrer angasen sollen. Die Piloten müssen das vorgegebene Programm dann einfach abspulen.

"Wir wollen einige unterschiedliche Varianten ausprobieren. Dabei haben wir uns vor allem auf die Stabilität konzentriert. Das heißt, dass die neuen Reifen auch bei geringeren Drücken funktionieren. Dazu gibt es neue Lösungsansätze, um das Problem des Überhitzens zu lindern", so Isola zu den geplanten Verbesserungen.

Zweiter Anlauf für neue Reifen

Bei den Prototypen handele es sich nur um Feintuning und nicht um ganz neue Reifen mit einem veränderten Unterbau. "In einer halben Stunde kann man nicht viel Entwicklungsarbeit machen. Es geht hier nur darum, die Simulationen zu bestätigen", erklärt Isola. "Wenn wir gute Daten bekommen, dann wollen wir die Weiterentwicklung für 2021 auch direkt beenden. Es soll dann keine weiteren Test mehr in diesem Jahr geben."

Sean Gelael - Toro Rosso - F1-Test - Abu Dhabi - 3. Dezember 2019
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Pirelli hatte zuletzt 2019 in Abu Dhabi umfangreiche Reifentests durchführen lassen. Die Prototypen wurden von den Teams allerdings abgelehnt.

Es ist nicht der erste Versuch von Pirelli, die vorschnelle Überhitzung der Reifenoberfläche zu verhindern. Schon in der vergangenen Saison hatten die Italiener Prototypen entwickelt, mit denen die Piloten über einen längeren Zeitraum Vollgas geben konnten. Doch die fielen bei den Testfahrten in Abu Dhabi nach der Saison durch. Nach einstimmiger Ablehnung durch die Teams musste Pirelli seine neu entwickelten Reifen wieder einpacken und mit der alten Spezifikation weiterfahren.

"Mit den ursprünglich für 2020 vorgesehenen Reifen haben die neuen Prototypen nichts zu tun", erklärt Isola. "Bei den Reifen hatten wir damals auch das äußere Profil geändert, was eine größere Aussparung des Unterbodens verlangte. So etwas mittels eines 30-Minuten-Tests im Laufe eines Rennwochenendes auszuprobieren ist gar nicht möglich. Aber wir haben aus den Daten von damals gelernt. Die Erkenntnisse fließen nun in die neuen Prototypen ein."

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