Daniel Reinhard
GP Bahrain 2010
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F1-Reifen - wer folgt auf Bridgestone?

Wer liefert 2011 die Reifen?

Die Formel 1 hat ein Problem. Sie weiß noch immer nicht, wer 2011 die Reifen liefert. Bridgestone zieht sich offiziell mit Ende der Saison aus dem GP-Sport zurück. Es gibt nur zwei Wege, die Japaner zum Weitermachen zu bewegen. Wettbewerb und Reifen gegen Bezahlung.

Über das Thema wird in der Formel 1 nicht gerne gesprochen. Doch es ist im Moment die größte Sorge, die Bernie Ecclestone und FIA-Präsident Jean Todt umtreibt. Wer liefert 2011 die Reifen für den schnellsten Sport der Welt? Im Augenblick gibt es nur Notlösungen.

Reifen nur noch gegen Bezahlung

Bridgestone kündigte im November 2009 aus heiterem Himmel seinen Rückzug an. Nicht einmal Hirohide Hamashima und Hiroshi Yasukawa, die Chefs der Rennsportabteilung waren eingeweiht. Der neue Präsident Soshi Arakawa hat mit Rennsport nichts am Hut. Die Reduzierung von 14 auf elf Satz Reifen pro Auto und Wochenende war als Entgegenkommen gedacht, doch das wird Bridgestone nicht genügen.

Wenn überhaupt, dann muss die FIA in Tokio betteln gehen. Reifen wird es dann nur noch gegen Bezahlung geben. Beim augenblicklichen Lieferumfang und der Bereitstellung von insgesamt 63 Technikern würden auf jedes Team Extraausgaben von fünf bis sieben Millionen Dollar zukommen. Mehr als für den Motor.

Auch andere Reifenhersteller wollen nur gegen Bezahlung liefern

Die Formel 1 kostet den japanischen Konzern 120 Millionen Dollar. Die Hälfte verschwindet in Marketingmaßnahmen, auf die sich ein Reifenmonopolist laut Ausschreibung verpflichten muss. Das schreckt mögliche Alternativen wie Michelin, Goodyear oder Pirelli ab. Auch dort heißt es: Reifen nur gegen Geld. Die FIA hat nach der Entscheidung von Bridgestone absichtlich keine neue Ausschreibung ausgerufen. Es hätte sich keiner gemeldet. Diese Blamage wollte man sich ersparen.

Es wird keine Gratisreifen mehr geben

Potenzielle Neueinsteiger wie Kumho oder Hankook sind mit einem zu großen Risiko behaftet. Ihnen fehlen Erfahrung, die Produktionsmaschinen und die nötigen Formen. Der Vorlauf, um 2011 einzusteigen, ist schon jetzt viel zu kurz. Bliebe nur noch Avon, die Slicks für historische Formel 1-Rennen liefern. Doch auch die Firma von Bernie Ecclestone hat nichts zu verschenken. Entwicklung findet nicht statt. Avon-Reifen wären steinhart. Die Rundenzeiten würden um drei Sekunden steigen.

Ecclestone und die FIA werden einsehen müssen, dass der Schuss mit dem Monopol nach hinten losgegangen ist. Reifenhersteller investieren nur Geld, wenn es Wettbewerb gibt. Aber in wirtschaftlich schlechten Zeiten haben sie auch dann nichts zu verschenken. Von Gratisreifen wird man sich verabschieden müssen. Auch von der derzeitigen Inflation an Reifen. Viele Teams stöhnen zwar über die Reduzierung auf 44 Reifen pro Fahrer, doch Realisten wie Toro Rosso-Teamchef Franz Tost sehen das anders: "Wenn wir für die Reifen zahlen müssen, werden die meisten Teams schnell mit weniger Sätzen pro Fahrer zufrieden sein. Schimpfen tun nur die Teams, die zuviel Geld haben."

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