Nico Hülkenberg - Renault - GP Singapur 2019 - Rennen Wilhelm
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Hülkenberg-Aufholjagd in Singapur

Renault kam mit blauem Auge davon

Nach dem Hoch von Monza holte Renault in Singapur die Wirklichkeit wieder ein. Der Speed war besser als erwartet, doch wieder einmal kam unter dem Strich weniger heraus als möglich. Am Ende mussten die Franzosen mit vier Punkten zufrieden sein.

Diese Story kennt Renault schon. Wieder einmal stellte man sich im Team nach dem Rennen die Frage: Was wäre gewesen wenn? Wieder einmal war mehr drin, als die zwei Punkte, die Nico Hülkenberg mit einem Kraftakt eingefahren hat.

Schon nach einer Runde stand der Rheinländer an der Box. Nach 61 Runden war er immerhin Neunter, nur 1,1 Sekunden hinter Pierre Gasly auf Platz 8. Hülkenberg war schneller als der Toro Rosso-Pilot, kam aber nicht vorbei: „Gasly war ziemlich langsam in den Kurven, aber er hatte dank Norris vor ihm DRS. Das schützte ihn auf den Geraden. Das letzte Safety-Car hat Gasly geholfen. So kam er erst hinter Lando. Und der der hat ihn mitgezogen.“

Die Misere begann schon am Samstag. Da standen Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg noch auf den Startplätzen 8 und 9. Eigentlich eine gute Ausgangsposition für das Nachtrennen in Singapur. Teamchef Cyril Abiteboul lobte: „Diese Strecke war das Gegenteil von Spa und Monza. Dass wir hier relativ konkurrenzfähig waren, ist ein gutes Zeichen. Das Auto wird langsam besser.“

Doch fünf Stunden nach der Qualifikation strichen die Sportkommissare Ricciardo alle Zeiten. Die MGU-K im Auto mit der Startnummer 3 hatte marginal zu viel Leistung geliefert. Vom letzten Startplatz war Ricciardo eigentlich schon raus aus dem Rennen um WM-Punkte.

Nico Hülkenberg vs. Carlos Sainz - GP Singapur 2019
Motorsport Images
In Kurve 5 waren sich Carlos Sainz und Nico Hülkenberg nicht über die Vorfahrtsregeln einig.

Zu lange hinter Grosjean

Auch für Nico Hülkenberg sah es nach einer Runde nicht nach einem zählbaren Erfolg aus. Eine Kollision mit Carlos Sainz in Kurve 5 brachte ihm eine Reifenschaden links vorne ein. Was McLaren-Teamchef Andreas Seidl als ein optimistisches Manöver bezeichnete, beschrieb Hülkenberg so:

„Carlos hat Albon angegriffen, ich Carlos. Er hat sich mal nach links, mal nach rechts bewegt. Vor Kurve 5 bin ich auf die Innenseite und habe mit ihm gleichgezogen. Er hat dann eingelenkt, aber keinen Platz gelassen. Ich bin auf den inneren Randstein ausgewichen. Mehr konnte ich mich nicht verdrücken, und dabei habe ihn getroffen. Wir hatten beide einen Reifenschaden. Nicht ideal. Ich würde sagen, es war ein Rennunfall.“

Der Weg zurück auf zunächst harten Reifen war mühsam. „Nach einer Runde an der Box dachte ich, oh Gott, das wird ein hartes Stück Arbeit. Die ersten paar Runden hatte ich noch freie Fahrt, bin recht flott an einem Williams vorbei, blieb dann aber lange hinter dem Haas hängen. Bis ich Grosjean endlich überholt hatte, hatte ich schon jede Menge Reifengummi verbraten. Hinter einem anderen Auto rutschst du so viel herum. Wenn es zu lange dauert, ist es fast unmöglich zu überholen.“

Nico Hülkenberg - GP Singapur 2019
xpb
Nico Hülkenberg brauchte ein paar Runden, bis er Romain Grosjean endlich knacken konnte.

Renault hat noch zwei Upgrades

Dann stand Hülkenberg das Glück zur Seite. Die erste Safety-Car-Phase war der perfekte Zeitpunkt, auf Medium-Reifen zu wechseln. Er verlor zwar sechs Positionen, aber keine Zeit. Und er hatte jetzt wie Gasly Medium-Gummis im Neuzustand und trat gegen Kollegen an, deren Reifen zehn Runden älter und härter waren. So kam er relativ problemlos noch an Kimi Räikkönen und Kevin Magnussen vorbei. „Nur wenn der Gegner viel weniger Grip hat, hast du eine Chance zu überholen.“

Der Gripvorteil der Reifen war auch der Grund dafür, dass Gasly und Hülkenberg dem McLaren von Lando Norris bis ins Ziel wie ein Schatten folgen konnten. Eigentlich war der McLaren an diesem Wochenende zu schnell für sie. „Norris war auf alten harten Reifen. Gasly und ich auf frischeren Medium. Das Bild ist da ein bisschen verzerrt“, gab Hülkenberg zu.

2019 Austrian GP
Formel Schmidt GP Singapur 2019
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Auch für Daniel Ricciardo lagen Punkte in Reichweite. Hätte er sich nicht mit Antonio Giovinazzi im Kampf um Platz 5 angelegt, wäre sein Rennen anders gelaufen. Ricciardo war drauf und dran, den Alfa Romeo zu überholen, fing sich aber einen Treffer und damit einen Reifenschaden ein. Dummerweise zwei Runden vor der Safety Car-Phase. „Wir hatten bis zu dem Zeitpunkt alles richtig gemacht. Der Zwischenfall hat mein Rennen zerstört. Da war mehr drin“, ärgerte sich der Australier.

Die nächste Rennstrecke in Sotschi ist wie Singapur mit rechteckigen Kurven, aber längeren Geraden. Das heißt etwas weniger Abtrieb, was Renault eher entgegenkommen sollte. Hülkenberg fährt ohne große Erwartungen nach Russland. „Auf dem Typ Strecke sind einige andere Autos auf unserem Niveau. Wir brauchen jetzt mal wieder ein paar Upgrades.“ Die sind angekündigt, aber noch nicht für den GP Russland. In Japan debütiert ein neuer Frontflügel, in Mexiko neue Leitbleche. Dann ist die Entwicklung des R.S.19 abgeschlossen.

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