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Lewis Hamilton - Mercedes - GP Türkei 2020 - Istanbul - Rennen
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F1-Kalender-Update: Das Problem bei Japan-Ausfall

Der komplizierte Formel 1-Kalender Problem Türkei bei Japan-Ausfall

Die Planung der zweiten Saisonhälfte der Formel 1 droht, kompliziert zu werden. Ein möglicher Ausfall des GP Japan könnte zwar durch ein zweites Rennen in den USA kompensiert werden, doch so einfach ist der Fall nicht, wenn die Türkei weiter auf der roten Liste der englischen Regierung bleibt.

Bislang hat das Formel-1-Management alle Hindernisse überwunden, die Corona in den Weg geworfen hat. Das war 2020 so, und gilt auch für diese Saison. Die Absage des GP Kanada kompensierte die Königsklasse mit einem zweiten Rennen in Österreich. Dafür zog man das Rennen in Frankreich um eine Woche nach vorne, um Platz für den Doppelschlag in der Steiermark zu schaffen.

Auch für den GP Singapur hat man schnell Ersatz gefunden. Die Türkei soll einspringen. Für das erst vom März in den November verschobene, und später abgesagte Rennen in Australien gibt es dagegen noch keine Vertretung, doch auch hier liegen verschiedene Optionen schon auf dem Tisch. Die Formel 1 muss weiter flexibel bleiben. Denn praktisch im Wochenrhythmus ändert sich die Weltlage – entspannt sich mal oder verschärft sich – zum Beispiel aufgrund neuer Virus-Varianten.

Start - GP Türkei 2020 - Istanbul - Rennen
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2020 war die Türkei als Ersatz in den Notkalender zurückgekehrt. Hamilton krönte sich dort zum Weltmeister.

Türkei weiter auf roter Liste

In den nächsten Tagen wird Bewegung in den Rennkalender kommen. Am 8. August enden in Tokio die Olympischen Sommerspiele. Danach soll zeitnah entschieden werden, ob der GP Japan am 10. Oktober in Suzuka über die Bühne gehen kann. Die Skepsis ist angesichts der Corona-Fahlzahlen groß. Japan verzeichnete am 4. August laut der Johns Hopkins Universität 14.114 Neuinfektionen – ein Rekord für das Land. Die Inzidenz ist seit Olympia stark angestiegen, obwohl in den Stadien keine Zuschauer sein dürfen.

Sollte Japan die Reißleine ziehen, und den Grand Prix wie im Vorjahr absagen, würde auf Russland (26.09) und die Türkei (3.10.) Stand heute kein drittes Rennen folgen. Und das stellt die Formel 1 vor ein mögliches Problem. Die britische Regierung führt die Türkei noch heute auf ihrer roten Liste. Das heißt, dass Reiserückkehrer für zehn Tage in Quarantäne müssen. In der Formel 1 betrifft das mit Mercedes, Red Bull, McLaren, Alpine, Aston Martin, Williams und Haas sieben der zehn Teams. Mit einem anschließenden Rennen in Japan würde man diese Quarantäne umgehen bzw. stark verkürzen.

In ihrem letzten Update hat die britische Regierung unter anderem Bahrain, Indien, Katar und die Vereinten Arabischen Emirate von der roten Liste genommen (gilt ab 8. August). Die Türkei bleibt aber drauf, Mexiko kommt neu hinzu. Auch hier will die Formel 1 noch gastieren – und zwar am 31. Oktober.

Der Aufenthalt in einem Quarantäne-Hotel nach der Türkei-Rückreise ist nicht möglich, weil dann in den Fabriken für zehn Tage alles zum Erliegen käme. Ein weiteres Rennen in den USA als Ersatz für Japan am 17. Oktober wäre ebenfalls vom Tisch. Weil es logistisch nicht machbar ist, erst am 13. Oktober aus der Isolation zu kommen, in die USA zu reisen und dort direkt am Wochenende einen Grand Prix zu fahren.

Zehn Nächte in Isolation in einem von der Regierung bestimmten Hotel kosten übrigens für das Einzelzimmer 2.285 Pfund. Schon einmal musste das Rennen in der Türkei in diesem Jahr abgesagt werden. Als ursprünglicher Ersatz für Kanada. Auch damals, weil den Teams zehn Tage Isolation gedroht hätten.

Max Verstappen - Red Bull RB8 - Zandvoort -Formel 1 - Showrun - 2020
Red Bull
Am 13. August soll die Entscheidung über die Zuschauerkapazität in Zandvoort fallen.

Ausnahme für die Formel 1?

Noch muss die Formel 1 Plan A nicht verwerfen. Es sind noch acht Wochen hin bis zum Rennen in der Türkei. Bis dahin kann viel passieren. Die Türkei könnte zum Beispiel von der roten Liste genommen werden. "Ich bin nicht besorgt. In diesen Zeiten ändert sich alles so schnell. Wenn wir kurz vor dem Türkei-Rennen noch in derselben Situation sind, dann wäre ich beunruhigter", sagt Aston Martins Teammanager Andy Stevenson.

Trotzdem legt sich die Formel 1 Alternativszenarien zurecht. Für den Fall der Fälle braucht es mehr als nur eine Karte auf der Hand. Es heißt, das F1-Management arbeite mit der britischen Regierung auch daran, eine Ausnahmegenehmigung auszuhandeln. F1-Boss Stefano Domenicali ist weiter optimistisch, die 23 anvisierten Rennen auch tatsächlich zu fahren. Jeder Ausfall soll kompensiert werden. Was anfangs versprochen wurde, soll auch gehalten werden. Nach dem Motto: Die Formel 1 überwindet jede Hürde.

Eine weitere Entscheidung wird ebenfalls in Kürze erwartet. Zandvoort fiebert auf sein Formel-1-Comeback hin und möchte volle Tribünen. Über die erlaubte Auslastung sollte die niederländische Regierung bis zum 13. August entscheiden. Und es gibt auch an anderer Stelle vielversprechende Neuigkeiten. Die Impfkampagne in Brasilien hat Fahrt aufgenommen. Das erhöht die Chancen, dass der Grand Prix in Sao Paulo im November über die Bühne gehen kann.

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