Lando Norris - GP Australien 2019 Motorsport Images

Drei Rookies vor F1-Debüt

Junior-Trio hilft sich gegenseitig

Mit George Russell, Lando Norris und Alexander Albon feiern in Melbourne gleich drei Rookies ihr Debüt. Vor der Grand-Prix-Premiere ist die Nervosität groß. Es herrscht aber auch eine große Solidarität.

Dass der Meister der Formel 2 eine Liga höher steigt, ist relativ normal. Dass auch die Nummer 2 und die Nummer 3 mit in die Königsklasse gehen, kommt dagegen eher selten vor. In der letzten Saison präsentierte sich der Junior-Jahrgang aber so stark, dass die Teamchefs gar keine andere Chance hatten, als George Russell, Lando Norris und Alexander Albon zu befördern.

Am Donnerstag präsentierte sich das Trio in Melbourne sichtlich nervös der Öffentlichkeit. Nach den großen Vorschusslorbeeren war das Interesse der Medien an den drei schnellen Nachwuchspiloten riesig. „Ich bin unfassbar aufgeregt“, gab George Russell zu. „Unsere Vorbereitung war richtig stressig. Es blieb kein Stein auf dem anderen. Ich weiß noch gar nicht, was mich jetzt genau erwartet. Melbourne kam extrem schnell für uns. Wir haben versucht, so gut vorbereitet wie möglich zu sein.“

Der Brite kam als Champion der Formel 2 mit den größten Ambitionen in die Formel 1. Doch bei Williams muss er wohl erst einmal kleinere Brötchen backen. „Wir versuchen ohne Druck an die Sache heranzugehen. Jeder erwartet von uns, dass wir klar Letzter werden. Oder dass wir aus der Garage rollen und die Räder abfallen. Deshalb wäre alles andere schon ein Erfolg. Ich versuche es einfach zu genießen.“

George Russell - GP Australien 2019
Motorsport Images
George Russell weiß, dass von Williams niemand etwas erwartet.

Norris übt auf der Playstation

Bei Lando Norris sieht die Ausgangslage etwas anders aus. Im Mittelkampf könnten wenn es gut läuft Punkte herausspringen. Aber auch der Formel-2-Vizechampion ist noch nicht zufrieden mit seinem neuen Dienstwagen. „Es nicht alles perfekt. Vor allem an der Balance müssen wir noch arbeiten. Wir haben noch nicht das richtige Setup gefunden, dass sowohl in schnellen und langsamen Kurven funktioniert. Wir müssen deshalb immer nach dem bestmöglichen Kompromiss suchen“, erklärte der McLaren-Junior.

Persönlich erwartet Norris, dass die große Aufregung erst dann kommt, wenn er am Sonntag in die Startaufstellung rollt. Dabei hat er den Grand Prix eigentlich schon mehrmals durchgespielt – allerdings nur virtuell. „Ich habe rund 600 Runden im Simulator abgespult. Zu viel darf man da aber auch nicht machen. Das hilft dann nichts mehr“, erklärt der Teenager.

Neben dem Simulator hat Norris für das Rennen auch auf der Playstation geübt. „Ich bin Melbourne im F1 2018 Rennspiel gefahren. Gewonnen habe ich leider nie. Ganz im Gegenteil. Aber es hilft einem, die Stellen zu finden, an denen man gut überholen kann. Und man hat auf der Playstation viel mehr Gegner, mit denen man sich messen kann. Im Simulator gibt es nur noch Carlos (Sainz) und Oliver (Turvey).“

Alexander Albon - GP Australien 2019
Motorsport Images
Alex Albon hofft vor allem, beim Debüt die Zielflagge zu sehen.

Albon dankbar für Hilfe

Auch Alex Albon, der dritte im Bunde, hat jede Menge Übungsrunden im Simulator abgespult. Zum Glück wohnt der Brite mit thailändischer Mutter direkt in Milton Keynes. Da ist der Weg zu Red Bull nicht weit. Nach den erfolgreichen Testfahrten mit Toro Rosso in Barcelona hat der Drittplatzierte der letztjährigen Formel-2-Saison wohl die besten Chance, beim Debüt gleich etwas Zählbares mitzunehmen.

„Natürlich geht es beim ersten Rennen vor allem darum, ins Ziel zu kommen. Ob ich es am Start etwas vorsichtiger angehen werde, entscheide ich je nachdem, wie es im Qualifying lief. Ich werde das Wochenende langsam, Schritt für Schritt anzugehen. Normalerweise versucht man das Auto in jeder Trainingssession schneller zu machen. Hier geht es jetzt vor allem darum, dass ich so viel wie möglich lernen kann.“

Auch Albon gibt zu, dass die Nervosität langsam einsetzt: „Es hilft aber, dass wir als Rookies zu Dritt sind. Wir tauschen uns regelmäßig aus. Erst gestern war ich hier in Melbourne mit George zum Abendessen. Es beruhigt einen sehr, wenn man weiß, dass die anderen beiden mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben. Und man steht nicht so sehr im Fokus, wie wenn man der einzige Rookie wäre. Die Solidarität zwischen uns ist noch groß. Das öändert sich aber vielleicht im Laufe der Saison.“

Fotos GP Australien: Die Bilder vom Donnerstag

Mercedes - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 14. März 2019
Mercedes - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 14. März 2019 Ferrari - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 14. März 2019 Williams - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 14. März 2019 McLaren - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 14. März 2019 115 Bilder
Motorsport Aktuell Lando Norris - McLaren - GP Deutschland 2019 - Hockenheim McLaren denkt schon an 2020 Rückstand auf Top-Teams halbieren

McLaren hat den Umschwung geschafft. Vom Absteiger zum Aufsteiger.

Mehr zum Thema Alexander Albon
Toro Rosso - GP Monaco 2019
Aktuell
Alexander Albon - Toro Rosso - F1-Test - 2019
Aktuell
Alexander Albon - Formel 2 - 2018
Aktuell