F1-Schach

Bernies nächster Zug

Foto: dpa

Auf das erneute Säbelrasseln der Hersteller antwortet Bernie Ecclestone wie schon früher mit einem Bestechungsversuch. Er bietet den Teams zuzsätzliche 500 Millionen Dollar aus seiner Privatschatulle.

Selbstverständlich hat das alles nichts mit dem Gerichtsurteil zu tun, in dem Bernie Ecclestone in der vergangenen Woche gegen seine Hauptanteilseigner den Kürzeren zog und ebensowenig mit der Drohung der Herstellervereinigung GPWC, man sei mit der Organisation der Gegen-Formel 1 einen entscheidenden Schritt weiter. Aber auffällig schnell machte der Formel 1-Impressario den Teams zwei Tage später das Angebot, den Geldhahn künftig etwas kräftiger aufzudrehen.

500 Millionen Dollar will Ecclestone über drei Jahre verteilt an die Teams bezahlen, wenn sie weiter bei der Stange bleiben und nicht ins GPWC-Lager wechseln. Bisher sollen jährlich etwa 270 Millionen an die Rennställe geflossen sein. Der 74-Jährige weiß, dass er die Teams auf seiner Seite haben muss, aber um sie buhlen auch die Hersteller, denn allein können sie ihre neue Rennserie nicht durchziehen.

Knüppel in die Beine

Die GPWC ließ vor wenigen Tagen verlauten, man sei mit den ersten Rennstrecken-Betreibern für die eigene Serie kurz vor dem Vertragsabschluss. Doch das demonstrative Vorantreiben der eigenen Interessen macht Ecclestone nur halb nervös. Der Formel 1-Chef hat mit den jetzigen GP-Veranstaltern teilweise langfristige Verträge, mit denen er der GPWC Knüppel zwischen die Beine werfen kann.

In den Verträgen seiner Firma FOM mit den Streckenbetreibern finden sich Klauseln, die Ecclestone die Kontrolle über alle Rennen mit offenen Einsitzern verschaffen. Er kann also die Ausrichtung von GPWC-Rennen verbieten. So müsste die GPWC, die frühestens nach Ablauf des aktuellen Concorde-Abkommens, ab 2008 mit eigenen Rennen beginnen kann, auf einen GP Großbritannien in Silverstone ebenso verzichten wie auf das Rennen in Shanghai.

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