Chase Carey & Jean Todt - F1 - 2019 Motorsport Images

Formel 1 Krisensitzung in Paris

Reglement-Aufschub bis Oktober

Die FIA, das F1-Management, Teamchefs, Technikdirektoren, Pirelli und Fahrer haben sich in Paris zu einer Krisensitzung getroffen. Es wurde einstimmig entschieden, dass man noch bis Oktober über das Reglement für 2021 diskutieren wird.

Der Aufschub ist durch. Zu groß war der Aufschrei der Teams, nachdem sie in der Woche vor dem GP Kanada von der FIA die Blaupause des Reglements für 2021 erhalten hatten. Während die Budgetdeckelung und das sportliche Reglement weitgehend Zustimmung fanden, stießen die Regeln für die neuen Autos auf Ablehnung.

Die Ingenieure kritisierten, dass ihnen bei dem von der FIA angestrengten Prinzip der Legalitätsboxen zu wenig technische Freiheiten bleiben. Außerdem geht die Angst um, dass die Königsklasse mit zu vielen Standardteilen zu einer Einheitsformel verkümmert. Ferrari-Rennleiter Mattia Binotto erklärte in Montreal, dass man zwar die Prinzipien des neuen Reglements unterstütze, dass der Regelentwurf aber noch zu unreif sei, um darüber abzustimmen.

Ferrari war deshalb das erste Team, dass einer Verschiebung der Regelfindung zustimmte. Doch nicht alle Teams sahen das so. Renault und McLaren zählten zu denen, die das Reglement nun endlich auf den Weg bringen wollten, um mit der Entwicklung der 2021er Autos und dem Geschäftsplan für die Zeit danach beginnen zu können.

Was bringt ein weiterer Aufschub?

Weil die Diskussionen in eine Sackgasse zu laufen drohten, schlug FIA-Präsident Jean Todt ein Treffen aller Beteiligten in Paris vor. FIA, F1-Management, Teamchefs, Technikdirektoren und ein Vertreter von Pirelli sollten noch einmal einen Weg aus der Krise suchen. Auch die Fahrer waren eingeladen. Drei kamen: Lewis Hamilton, Nico Hülkenberg und GPDA-Präsident Alexander Wurz.

Am Ende wurde einstimmig beschlossen, dass man die endgültige Fassung des Reglements nicht wie ursprünglich geplant am 30. Juni sondern erst am 31. Oktober präsentieren wird. Damit bleiben vier Monate mehr Zeit, strittige Punkte zu klären und Fehler zu korrigieren. Ob das ein guter Weg ist, muss bezweifelt werden. Die Teams hatten ein Jahr Zeit, der FIA oder Liberty ihre Meinung zu den unterschiedlichsten Punkten des Reglements mitzuteilen.

Formel 1 2021 - Konzept - Mark Antar
Mark Antar Design
Die Fans müssen weiter auf das endgültige Modell des F1-Autos für 2021 warten.

Bei der Budgetdeckelung gab es seit der ersten Präsentation im April 2018 gefühlt zehn unterschiedliche Modelle. Die großen Teams wollten ein höheres Limit, den kleinen ist das zuletzt genannte Limit immer noch viel zu hoch. Auch die technischen Regeln waren den Ingenieuren weitgehend bekannt. Sie haben zum Teil sogar mitgeholfen und wurden permanent von der Expertengruppe um Pat Symonds über den letzten Entwicklungsstand informiert.

Zu viele Parteien reden mit

Bei Red Bull ist man der Meinung, dass viel zu viel diskutiert wird. Sportdirektor Helmut Marko meint frustriert: „Die Formel 1 sollte sich ein Beispiel an der MotoGP nehmen. Die haben nur einen Boss. Da sagt Herr Ezpeleta, wie die Regeln aussehen. Wer mitmachen will, macht mit, und die anderen können zuhause bleiben.“

Max Verstappen teilt diese Meinung, wie er kürzlich in einem Interview erklärte: „Es sollte eine Person geben, die bestimmt. Die Teams stimmen nur für das, was ihnen gut tut. Mercedes will, dass sich möglichst gar nichts ändert. Wer hinten fährt, will dass sich möglichst alles ändert.“

Formel 1 2021: Blick in die F1-Zukunft

Audi - F1 2021 - Concept - Sean Bull Design
Audi - F1 2021 - Concept - Sean Bull Design BMW - F1 2021 - Concept - Sean Bull Design Aston Martin - F1 2021 - Concept - Sean Bull Design Lamborghini - F1 2021 - Concept - Sean Bull Design 10 Bilder
Motorsport Aktuell Sebastian Vettel - GP Mexiko 2019 Vorschau GP Mexiko Zieht Ferrari den Power-Joker?

Mercedes reist nicht als Favorit nach Mexiko. Letzte Infos in der Vorschau.

Das könnte Sie auch interessieren
Pierre Gasly - GP Japan 2019
Aktuell
Sebastian Vettel - GP Japan 2019
Aktuell
Carlos Sainz - McLaren - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 11. Oktober 2019
Aktuell