Sebastian Vettel - Ferrari - GP Aserbaidschan 2017 - Baku sutton-images.com
Valtteri Bottas - Kimi Räikkönen - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen
Fans - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen
67 Bilder

Sportkommissare strafen 138 Mal

Das Ärgernis der Motorstrafen

Das ist ein Punkt, bei dem die Fans auf die Barrikaden gehen. Strafen sind unbeliebt, weil sie teils als ungerecht, teils als störend empfunden werden. Besonders die Motor- und Getriebestrafen. Insgesamt zogen die Sportkommissare 138 Mal die gelbe Karte. In 20 Rennen gab es 63 Strafversetzungen um 815 Startplätze.

Der Schiedsrichter hat es immer schwer. Pfeift er gerecht, bleibt er unerwähnt. Unterläuft ihm das geringste Fehlurteil, ist er der Buhmann. Das ist in der Formel 1 nicht anders als im Fußball. Dabei lässt das Reglement den Ordnungshütern in der Formel 1 nur wenig Spielraum. Wenn das Getriebe vor Ablauf der sechs Rennen gewechselt oder das Motorkontingent von vier Einheiten pro Komponente überschritten wird, gibt es nichts zu diskutieren. Die Strafen dafür sind festgelegt. Die Fans ärgert es trotzdem. Weil diese Strafen die Startaufstellung verfälschen.

Über die Saison gesehen haben sich die Sportkommissare zurückgehalten. Sie sprachen nur 18 Strafen wegen Unsportlichkeiten auf der Strecke aus. Es gab schon viel schlimmere Jahre, in denen kleinlich jeder Verstoß geahndet wurde. Das Strafmaß reichte von der Fünfsekunden-Busse beim nächsten Boxenstopp bis zur Stop-and-Go-Strafe, bei dem der Fahrer zum Boxenstopp gezwungen wird und dabei auch noch 10 Sekunden warten muss. Es traf Sebastian Vettel in Baku und Kimi Räikkönen in Spa. Den einen, weil er Lewis Hamilton absichtlich ins Auto gefahren war. Den anderen, weil er trotz doppelt geschwenkter Flagge nicht mal den Fuß vom Gas nahm.

Der größte Aufreger war das Überholmanöver von Max Verstappen an Kimi Räikkönen beim GP USA. Der Holländer bekam 5 Strafsekunden aufgebrummt, weil er den Ferrari neben der Strecke überholt und sich dabei einen Vorteil verschafft hatte. Verstappen befand sich schon in der Siegerlounge, als er wieder hinauskomplimentiert wurde. Acht Mal musste ein Fahrer auf die Strafbank, weil er eine Kollision ausgelöst hatte. Ansonsten waren die Piloten erstaunlich diszipliniert. Es gab nur zwei Strafen für Nichtbeachten der blauen Flaggen und drei gelbe Karten für Behinderung. Drei Mal wurde eine Verwarnung ausgesprochen, weil die Fahrer vor dem Start zu spät zur Nationalhymne erschienen. Es betraf Daniel Ricciardo, Sergio Perez und Sebastian Vettel. Die meisten Strafpunkte hat Kevin Magnussen angehäuft. In Summe 8. Nur Daniel Ricciardo, Pierre Gasly, Brendon Hartley und Valtteri Bottas haben eine reine Weste.

Neues Strafensystem für 2018

Insgesamt führt das 2017er Strafenregister 138 Straffälle auf. Die FIA machte etwas mehr Kasse als im letzten Jahr. Die Fahrer zahlten 20.200 Euro für das Überschreiten des Tempolimits in der Boxengasse. 2016 waren es nur 11.600 Euro. Bei den Teams verdoppelte sich das Strafkonto von 25.000 auf 50 000 Euro. Allerdings wurde die Strafe für Force India wegen falscher Anbringung der Startnummer beim GP Spanien über 25.000 Euro zur Bewährung ausgeschrieben.

Start - Formel 1 - GP Brasilien - 12. November 2017
Neuigkeiten

Von den 138 Strafen schneidet sich Monza mit 12 den größten Anteil ab. Vor dem GP Italien wurden die meisten Motorkomponenten getauscht. Auch in Monte Carlo, Spa, Austin und Mexiko-City hagelte es zweistellig Strafen. In Singapur und Malaysia machten die Sportkommissare Pause. Es gab jeweils nur eine Buße. Das größte Ärgernis sind weiterhin die Strafversetzungen in der Startaufstellung. 21 Mal musste ein Getriebe vor Ablauf seines Einsatzzyklus gewechselt werden. Dafür geht es jeweils 5 Startplätze zurück. Komplizierter ist der Fall bei den Motorkomponenten. Jeder erste Neueinsatz jenseits des Viererkontingents kostet 10 Startplätze, alle weiteren je fünf. Allein auf der Motorseite kamen 42 Strafversetzungen über total 710 Startplätze zusammen. Lewis Hamilton musste in Brasilien gleich aus der Boxengasse starten, weil Mercedes die Motorspezifikation wechselte.

McLaren-Honda häufte 370 Strafplätze für zwei Autos an. Renault brachte es auf 320 für sechs Autos und Ferrari büßte bei der Startnummer 5 für den Einsatz der fünften Antriebseinheit beim GP Malaysia mit 20 Startplätzen. Mercedes nahm die Strafe beim GP Brasilien freiwillig. Man wollte Hamilton für seine Aufholjagd ein frisches Triebwerk spendieren. Es wäre auch mit dem alten Motor gegangen. Von den Fahrern traf es am schlimmsten Stoffel Vandoorne. Der Belgier musste 195 Plätze zurück, Fernando Alonso 160. Strafenkönig im Renault-Camp war Brendon Hartley. Obwohl der Neuseeländer nur vier Rennen fuhr, kam er auf 65 Startplätze im Retourgang.

Im nächsten Jahr sollen die Motorstrafen vereinfacht werden. 2018 muss sich jeder, der in der Theorie mehr als 15 Startplätze zurückrücken müsste, automatisch hinten anstellen. Wenn es mehr als einen Fahrer trifft, dann hat der Vorrang, der mit neuen Motorkomponenten früher die Boxengasse verlässt. Es macht also Sinn, neue Antriebseinheiten schon vor dem Freitagstraining einzubauen.

Zur Startseite
Motorsport Neuigkeiten Lewis Hamilton - Mercedes - Abu Dhabi Williams schneller, Mercedes konstanter Das Boxenstopp-Geheimnis von Mercedes
Das könnte Sie auch interessieren
Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Monaco - 25. Mai 2019
Neuigkeiten
Alexander Albon - Toro Rosso - Formel 1 - GP Monaco - 25. Mai 2019
Neuigkeiten
Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Monaco - 25. Mai 2019
Neuigkeiten