Max Verstappen - Red Bull - GP England 2020 - Silverstone xpb
Red Bull - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 10. Oktober 2019
Red Bull 2004
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Red Bull 2005 72 Bilder

Red Bull Nummer 1 bei Reifenwechsel: Sechs Mal schnellster Boxenstopp

Red Bull Nummer 1 bei Reifenwechsel Sechs Mal schnellster Boxenstopp

Mercedes hat das schnellste Auto auf der Rennstrecke. Red Bull hat die schnellsten Schrauber. Und das mit großem Abstand. In den ersten sechs Rennen stellte Red Bull jeweils den schnellsten Boxenstopp des Tages auf. Erst Williams konnte den Siegeszug stoppen.

Es hatte sich schon 2019 angedeutet. Red Bull ist der König der Boxenstopps. Der Vize-Weltmeister gewann die DHL-Boxenstopp-Wertung vor Williams und Ferrari. Und Red Bull stellte beim GP Brasilien mit 1,82 Sekunden für den Wechsel von vier Reifen einen neuen Weltrekord auf. Doch das Team aus Milton Keynes glänzt nicht nur mit gelegentlichen Highlights. Noch viel beeindruckender ist die Konstanz der Truppe von Teammanager Jonathan Wheatley. Red Bull rangierte im letzten Jahr regelmäßig unter den Top 3 und legte insgesamt fünf Boxenstopps unter zwei Sekunden aufs Parkett.

Man sollte meinen, dass diese Serie kaum noch steigerungsfähig ist. Doch Red Bull setzt in dieser Saison noch einen drauf. Nach sieben Rennen führen die Boxenstopp-Könige die DHL-Rangliste mit 225 Punkten überlegen an. Mercedes auf dem zweiten Platz liegt mit 131 Punkten schon fast aussichtslos zurück. Dritter ist Williams, die in der Boxengasse weiterhin mehr überzeugen als auf der Rennstrecke. Dem britischen Traditionsteam gehört mit 118 Punkten derzeit die Bronzemedaille.

Schnellster Stopp: 1,90 Sekunden

Red Bull operiert in dieser Saison mit einer atemberaubenden Perfektion. In sechs von sieben Rennen ging die Bestzeit an den Spitzenreiter. Die goldene Serie ist erst in Spa gerissen, als Williams mit dem Stopp von Nicholas Latifi und Mercedes mit dem Reifenwechsel von Lewis Hamilton schneller waren. Dafür belegte Red Bull in Belgien die Plätze 3 und 4. Elf Mal landete man mit seinen Reifenwechseln in den Top Ten. Zwei Mal hat man in dieser Saison bereits die Zweisekunden-Schallmauer geknackt. Beim GP Steiermark wurde Max Verstappen in 1,95 Sekunden abgefertigt, in Barcelona in 1,90 Sekunden.

Trotz der atemberaubenden Geschwindigkeit geht bei Red Bull nie etwas komplett in die Hosen. So wie in diesem Jahr schon bei Ferrari oder McLaren. Auch Mercedes und Williams zeigen mit jeweils zehn Platzierungen in den Top Ten konstante Boxenstopps. Während Williams mit 2,07 Sekunden schon einmal in die Nähe der zwei Sekunden kam, robbt sich Mercedes erst langsam dorthin. Der WM-Spitzenreiter hat im Vergleich zur Konkurrenz einen großen Luxus. Er kommt meist mit Vorsprung zu den Boxenstopps und ist nicht gezwungen, Rekorde aufzustellen. Hier hat sich die Praxis durchgesetzt, lieber ein paar Zehntelsekunden herzuschenken, dafür die Autos wieder sicher auf die Strecke zu bringen.

Kimi Räikkönen - Alfa Romeo - GP Steiermark 2020 - Spielberg
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Alfa Romeo hat sich im Vergleich zu 2019 bei den Boxenstopps verbessert.

Alfa steigt auf, McLaren stagniert

Im Mittelfeld ist es bei den Boxenstopps nicht anders als auf der Rennstrecke. Platz 4 und 7 trennen nur 47 Punkte. Und es ist viel Bewegung im Spiel. Der größte Sprung über den Winter gelang Alfa Romeo. Die Eidgenossen lagen 2019 noch auf Platz 9 mit einem besten Boxenstopp von 2,47 Sekunden. Jetzt führt Alfa Romeo die Verfolger mit 78 Punkten vor Renault (61), Ferrari (33) und Alpha Tauri (31) an. Und der beste Reifenwechsel der Truppe steht bereits bei 2,18 Sekunden. Mit Antonio Giovinazzis Stopp beim 70 Jahre Jubiläums-Grand Prix in Silverstone war Alfa Romeo Zweitbester des Tages.

Eigentlich waren schnelle Boxenstopps immer ein Markenzeichen der Mannschaft aus Hinwil. Das änderte sich 2018, als man mitten in der Saison auf eine Luftdurchleitung in der Vorderachse umstellte. "Plötzlich wurden die Stopps schlechter", erinnert sich Teammanager Beat Zehnder. Dazu führte das Team 2019 einen neuen Galgen ein, der nicht so funktionierte wie er sollte. Vorfälle wie ein loses Rad in Silverstone nagten am Selbstvertrauen der Schrauber. Über den Winter wurden die Probleme abgestellt und zusammen mit der ETH Zürich ein ganz spezielles Boxenstopp-Training ausgearbeitet. "Inzwischen funktioniert alles wieder so, wie es muss", freut sich Zehnder.

McLaren hat über den Winter auch viel in die Ausrüstung und das Training seiner Boxenstopp-Crew investiert. Doch bis jetzt hat das noch nicht durchgeschlagen. Carlos Sainz verlor zwei Mal viel Zeit in den Boxen. Immerhin gehen keine Räder mehr verloren. Teamchef Andreas Seidl gibt zu, dass man da noch Nachholbedarf hat. "Von der Ausrüstung her befinden wir uns auf einem guten Stand. Wir hatten letztes Jahr schnelle Boxenstopps, aber uns fehlte die Sicherheit. Unser Equipment war nicht robust genug und dadurch hatten wir einige wirklich schlechte Boxenstopps. Gleichzeitig aber haben wir bei den Boxenstopps selbst unseren Speed verloren. Und das hat uns schon Punkte gekostet. Das müssen wir angehen. Um nicht nur sicher zu sein, sondern den Speed wieder zu haben."

DHL: Boxenstopp-Wertung 2020

Team Punkte Bestzeiten Schnellster Stopp  Platz 2019 
1. Red Bull 225 6 1,90 s (GP Spanien) 1
2. Mercedes 131 0 2,22 s (GP 70 Jahre)  4
3. Williams 118 1 2,07 s (GP Ungarn) 2
4. Alfa Romeo 78 0 2,18 s (GP 70 Jahre) 9
5. Renault 61 0 2,40 s (GP 70 Jahre)  7
6. Ferrari 33 0 2,45 s (GP Spanien) 3
7. Alpha Tauri 31 0 2,40 s (GP 70 Jahre) 6
8. Racing Point 15 0 2,48 s (GP 70 Jahre) 10
9. McLaren 14 0 2,66 s (GP Belgien)  5
10. Haas 1 0 2,98 s (GP Steiermark) 8
Team Punkte Bestzeiten Schnellster Stopp  Platz 2019 
1. Red Bull 225 6 1,90 s (GP Spanien) 1
2. Mercedes 131 0 2,22 s (GP 70 Jahre)  4
3. Williams 118 1 2,07 s (GP Ungarn) 2
4. Alfa Romeo 78 0 2,18 s (GP 70 Jahre) 9
5. Renault 61 0 2,40 s (GP 70 Jahre)  7
6. Ferrari 33 0 2,45 s (GP Spanien) 3
7. Alpha Tauri 31 0 2,40 s (GP 70 Jahre) 6
8. Racing Point 15 0 2,48 s (GP 70 Jahre) 10
9. McLaren 14 0 2,66 s (GP Belgien)  5
10. Haas 1 0 2,98 s (GP Steiermark) 8
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