GP Tagebuch 2012 GP China Wilhelm
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GP Tagebuch 2012 GP China 22 Bilder

F1-Tagebuch 2012 (Teil 3): China

Eintagsfliege in Shanghai

Im Formel 1-Tagebuch geben die auto motor und sport F1-Reporter einen persönlichen Blick hinter die Kulissen des Grand Prix-Sports und lassen die Saison 2012 noch einmal Revue passieren. Teil 3: GP China.

Es gibt schönere Orte einen Formel 1-Saison zu beginnen. Das weiß auch mein Kollege Tobias Grüner. Aber gerade deshalb schanzt er mir regelmäßig das Rennen in Shanghai zu. In diesem Jahr durfte ich zum dritten Mal nach China reisen. Nicht, dass mich eine Metropole wie Shanghai nicht in den Bann ziehen würde – aber der Smog, die lange Autofahrt zur Strecke und das triste Fahrerlager des Shanghai International Circuit erinnern eher an ein hässliches Industriegebiet im Herbst, obwohl der Frühling vor der Tür steht.

Im Sprint zum Abflug-Gate

Schon der Auftakt verlief etwas holprig. Von München aus flog ich nach Zürich, um dort gemeinsam mit den Kollegen Michael Schmidt und Daniel Reinhard die Reise nach Shanghai anzutreten. Doch mein Flug hatte Verspätung. Kaum in Zürich angekommen spurtete ich wie ein Road Runner zum Abflug-Gate. Dort warteten Daniel und Michael bereits ungeduldig auf mich. Ich war bereits ausgerufen worden.

Schön blöd, wenn ich ausgerechnet den Flug zu meinem persönlichen Saison-Auftakt verpasst hätte - auch wenn ich rein landschaftlich betrachtet eine Woche Zürich vorgezogen hätte. Doch wenige Minuten später saßen wir schon im Flieger und hoben Richtung China ab.

Shanghai wird jedes Jahr größer

Etwas verknittert kam ich nach rund zwölf Stunden Flug in Shanghai an. Mit dem Taxi ging es wieder durch die ganze Stadt zu unserem Hotel in der Nähe des städtischen Zoos, dessen Bekanntschaft ich bereits bei meiner zwangsverlängerten Shanghai-Premiere während des Vulkanchaos rund um Eyjafjallajökull machte. Und nein, dieses Tierheim gehört definitiv nicht zu den Sightseeing-Hotspots für Touristen. Der Smog war noch genau derselbe wie damals, doch an jeder Ecke schossen neue Hochhäuser wie die Pilze aus dem Boden. Unglaublich, wie diese Stadt jedes Jahr wächst.

In unserem Übereifer fuhren wir natürlich schon am Mittwoch zur Strecke. Wie erwartet herrschte dort allerdings tote Hose. Es gab nur eine bestimmende Frage: Fliegen wir eine Woche später nach Bahrain oder nicht? Noch immer war die Sicherheitssituation im Wüstenstaat fraglich. Im Fahrerlager wurde diskutiert, gemutmaßt und spekuliert. Wir hatten vorsorglich den Rückflug nach Deutschland für Montag gebucht statt direkt nach Bahrain weiterzufliegen und konnten daher kurzfristig entscheiden, ob wir die Reise an den Golf antreten würden oder nicht.

Norbert Haug freut sich wie ein kleiner Junge

Der sportliche Kracher des Wochenendes war allerdings die Pole-Position und der Sieg von Nico Rosberg im Mercedes. Nach 111 Anläufen war der Knoten bei Rosberg endlich geplatzt. Und das Mercedes-Werksteam durfte ebenfalls seinen ersten Sieg feiern. Norbert Haug war davon so überwältigt, dass er sich auf dem Weg zum Siegerpodest sogar noch verirrte und zu spät kam. "So oft bin ich da ja nicht", scherzte Haug.

Hinter dem Teampavillon gab er anschließend Interviews und fuchtelt hastig mit seinem Smartphone herum. Die Glückwunsch-SMS konnte er schon nicht mehr zählen. Es war, als hätte dieser Mann für einen Moment seine aufgeräumte und auf alles vorbereitete Art abgestreift und sich in einen kleinen Jungen verwandelt.

Die Journalisten löcherten ihn, wie viele Siege nun noch folgen würden. Sie sollten Haug in dieser Saison aber nie mehr so erleben dürfen, denn es folgte kein einziger. Stattdessen durften sich die Medien im Anschluss an das Rennen in Shanghai zur Genüge mit dem Thema Bahrain beschäftigen. Denn das Rennen fand wie geplant statt.

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