Kimi Räikkönen - Alfa Romeo - Formel 1 - GP Niederlande - Zandvoort - 2. September 2021 Motorsport Images
Red Bull - Formel 1 - GP Niederlande - Zandvoort - 2. September 2021
Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Niederlande - Zandvoort - 2. September 2021
Pirelli - Formel 1 - GP Niederlande - Zandvoort - 2. September 2021
Sergio Perez - Red Bull - Formel 1 - GP Niederlande - Zandvoort - 2. September 2021 63 Bilder

F1 Team-Check GP Niederlande 2021

F1 Team-Check GP Niederlande 2021 Kimis neues Leben ohne Termine

Wir haben die zehn Teams am Donnerstag auf Neuigkeiten abgecheckt. Tagesgespräch im Fahrerlager war natürlich der Rücktritt von Kimi Räikkönen und die Rückkehr nach Zandvoort mit zwei Steilkurven, auf die sich schon alle Piloten freuen.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was neu am Auto ist und bei den Fahrern, wie sie das kommende Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Mercedes

Es wird auch in Zandvoort keine Neuigkeiten in Bezug auf die Fahrer für 2022 geben. Man wird sich bis Monza gedulden müssen. Valtteri Bottas trägt auch nichts zur Aufklärung bei: "Vielleicht weiß ich es, vielleicht nicht. Es geht in die richtige Richtung. Ich bin glücklich und gespannt."

Lewis Hamilton streut seinem künftigen Teamkollegen George Russell schon einmal Rosen: "George ist die Zukunft. Ein bescheidener Junge, der unglaublich schnell Auto fährt. Spa hat es wieder gezeigt – diese Runde in einem Williams war eine außergewöhnliche Leistung."

Hamilton redet so, als wäre Russell schon da. Angst kennt der Weltmeister nicht. Eher extra Motivation: "Ich finde es gut, dass wir so viele gute junge Fahrer haben. Bei dem ein oder anderen erkenne ich mich selbst wieder. Es ist auch für mich interessant zu sehen, wie lange ich gegen sie bestehen kann."

Carlos Sainz - Ferrari - Formel 1 - GP Niederlande - Zandvoort - 2. September 2021
ams
Carlos Sainz bekam von Ferrari eine Überraschung zum Geburtstag.

Ferrari

Der 27.Geburtstag war für Carlos Sainz der Reisetag nach Zandvoort. Das Team hatte sich für den Spanier eine schöne Überraschung ausgedacht. Sainz wurde aufgefordert, um 9 Uhr morgens noch mal in die Fabrik zu kommen, um vor der Fahrt zum Flughafen seinen Dienstwagen zu tauschen.

Eigentlich hatte der neue Ferrari-Pilot keine große Lust auf den frühen Termin in Maranello und den Umweg. Als er in der Firma ankam, wusste er warum sich sein Team die Schikane ausgedacht hatte. "Als ich meinen Wagen abgeben wollte, standen plötzlich 100 Leute da und haben mir zu Geburtstag gratuliert."

Ferrari rätselt noch immer, warum man in Spa so schwach war. "In Imola ging es im Regen deutlich besser", erinnerte sich Sainz. Charles Leclerc hofft: "Zandvoort sollte uns von der Papierform her eher liegen." Vorhersagen sind trotzdem schwierig. "Ich muss die Strecke erst einmal fahren, bevor ich eine Aussage treffen kann. Wir wissen zum Beispiel noch nicht, welche Linien wir durch die beiden Steilkurven fahren können."

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Niederlande - Zandvoort - 2. September 2021
Red Bull
Auch am Strand von Zandvoort ist das Verstappen-Fieber ausgebrochen.

Red Bull

In Zandvoort wird die Verstappen-Hysterie ihren Höhepunkt erreichen. Für den WM-Zweiten ist es das dritte Heimspiel nach Österreich und Belgien. Verstappen selbst ist erst ein Mal in Zandvoort gefahren. "Das war in einem Formel-3-Auto. Damals war ich noch der Sohn von Jos. Ich glaube, das hat sich geändert."

Im Rahmen eines Red Bull-Marketingevents hat der Lokalheld sogar schon einige Runden auf der aktuellen Streckenvariante gedreht. Verstappen verspricht sich vor allem eine aufregende Qualifikation: "Da gibt es Kurven, die waren schon im Formel 3 ziemlich schnell."

Der WM-Zweite will von geschenkten Punkten in Spa nichts wissen. "Das hatte nichts mit Glück zu tun. Wir haben unter schwierigen Bedingungen einen guten Job am Samstag gemacht." Prognosen zu seinem Heimrennen will Verstappen nicht abgeben. "Wir haben keine Erfahrung aus den früheren Jahren. Es ist deshalb schwer einzuschätzen, wer gut sein wird und wer nicht. Für mich ist beruhigend, dass unser Auto bis jetzt auf jeder Strecke funktioniert hat." Sergio Perez sieht das Duell gegen Mercedes unentschieden: "Uns passen die schnellen Kurven, Mercedes die Geraden."

Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Niederlande - Zandvoort - 2. September 2021
ams
Sebastian Vettel hatte auf seinem ersten Streckenspaziergang sichtlich Spaß.

Aston Martin

Sebastian Vettel hofft wie viele seiner Kollegen, dass die große Steilkurve am Ende der Runde ihren Zweck erfüllt. Sie soll die nur 685 Meter lange Zielgerade künstlich verlängern. "Es sieht an einigen Stellen schon sehr eng aus", urteilt Vettel nach vielen Runden im Simulator. "Ich hoffe, dass mit Hilfe der Steilkurve Überholmanöver möglich sind." Nach dem Streckenrundgang freute sich Vettel schon auf die ersten Runden im Auto: "Am liebsten würde ich sofort in meinen Aston Martin springen und die Steilkurven ausprobieren."

Aston Martin will in Zandvoort seine Fahrer für 2022 bekanntgeben. Man wundert sich, dass es dazu überhaupt ein Statement braucht. Vielleicht doch. In Spa waren Gerüchte aufgetaucht, dass Vettels Platz in Gefahr ist.

Angeblich hatte sich Teambesitzer Lawrence Stroll in der Sommerpause mit dem Management von Fernando Alonso getroffen. Da der Spanier seinen Vertrag mit Alpine verlängert hat, muss der Gesprächswunsch der Logik nach von der Gegenseite aus gegangen sein. Das Team bezog keine Stellung zu den Spekulationen. Wir hören: Alles bleibt beim Alten.

George Russell - Williams - Formel 1 - GP Niederlande - Zandvoort - 2. September 2021
xpb
George Russell wollte immer noch nicht bestätigen, dass er nächstes Jahr für Mercedes fährt.

Williams

Nicholas Latifi brauchte 28 Anläufe für seine ersten WM-Punkte. Dann folgte gleich darauf der nächste Punktegewinn. Der Kanadier wurde in Spa für seinen Startplatz belohnt. Er gab das Kompliment an sein Team weiter: "Wir haben uns für gute Arbeit belohnt. Der Schlüssel lag im richtigen Setup für den Regen. Und das haben perfekt erwischt."

Latifi gilt bei Williams für 2022 als gesetzt. Ein klares Statement gibt es dennoch nicht. "Mein Ziel ist es, bei Williams zu bleiben. Ich mache mir keine Sorgen, dass ich nächstes Jahr nicht mehr dabei bin." Favorit für das zweite Cockpit ist im Moment Alexander Albon, der mit einer Red-Bull-Mitgift in das Team gedrückt werden soll. Die thailändischen Anteilseigner von Red Bull wünschen sich ihren Landsmann zurück in der Formel 1. Doch Red Bull hat für Albon keinen Platz in seinen beiden Teams.

George Russell schwimmt nach dem zweiten Platz in Spa und dem bevorstehenden Transfer zu Mercedes auf der Welle des Erfolges. Der Engländer reicht alle Lobeshymnen an sein Team weiter: "Sie haben mich mit einem Auto, das für dieses Wetter richtig abgestimmt war, zur richtigen Zeit auf die Strecke geschickt." Russell erwartet, dass auch Zandvoort ein Rennen sein könnte, bei dem sich für die kleinen Teams Chancen ergeben könnte. "Die Strecke lädt zu Fehlern ein. Und hier bezahlst du dafür."

Was seine eigene Zukunft angeht, gibt sich der Youngster weiter schmallippig. Immerhin gab Russell zu, dass er schon weiß, wo er nächstes Jahr fährt. Vor dem Rennen in Spa habe man ihn informiert. Die Bestätigung lässt aber noch so lange auf sich warten, bis der neue Arbeitsplatz von Bottas klar ist.

Esteban Ocon - Alpine - Formel 1 - GP Niederlande - Zandvoort - 2. September 2021
ams
Esteban Ocon setzte sich schon am Donnerstag kurz ins Auto.

Alpine

Die Alpine-Fahrer legten zwischen den Rennen in Spa und Zandvoort einen Abstecher in der Fabrik in Enstone ein. Auf dem Programm standen Simulatorfahrten als Vorbereitung auf die neue Strecke. Esteban Ocon kennt Zandvoort von einem DTM-Rennen 2016. Fernando Alonso war noch nie da. Ocon lobt aus der Erinnerung: "Kurven wie in Zandvoort gibt es nirgendwo. Jetzt mit den Steilkurven umso mehr."

Spa war trotz Platz sieben für Ocon eine Enttäuschung. Der Regen durchkreuzte die Pläne von Alpine, die mit wenig Abtrieb auf ein Trockenrennen gesetzt hatten. "Am Freitag auf trockener Straße fühlte sich das Auto so gut wie noch nie in dieser Saison. Im Regen war das gute Gefühl wie weggeblasen. Auf Intermediates war es schlimmer als mit den Extremwetter-Reifen."

Alonso hat für Zandvoort ein gutes Gefühl. "Im Simulator erinnert mich Zandvoort an die Strecke in Budapest oder Barcelona. Auf beiden Strecken war unser Alpine stark. Deshalb erwarte ich das Q3 und Punkte." Nach dem Streckenrundgang warnt der Spanier: "Diese Strecke vergibt nicht. Ein Rad auf dem Gras oder im Kies, und das war es. Jeder Fehler wird bestraft. Die Mauern stehen in vielen Kurven ziemlich nah."

Überholmanövern gibt Alonso nur bei einem großen Vorteil eine Chance. "Nur dann kannst du in den letzten Kurven dicht dranbleiben." Dann verrät der Veteran, warum der Plan aufgegeben wurde, DRS schon in der Zielkurve zu öffnen. "Die letzten Simulationen haben gezeigt, dass die Kurve dann nicht mehr problemlos voll gehen würde. Es wäre zu gefährlich gewesen."

Pierre Gasly - Alpha Tauri - Formel 1 - GP Niederlande - Zandvoort - 2. September 2021
Red Bull
Pierre Gasly will in Zandvoort vor allem seine Qualifying-Stärke ausspielen.

Alpha Tauri

Pierre Gasly erwartet ein zweites Monte Carlo: "Die Geraden sind sehr kurz, die Strecke ist sehr schmal. Überholen wird eine schwierige Aufgabe. Deshalb ist der Samstag eminent wichtig. Das kann gut für uns sein, weil wir am Samstag meistens stärker sind als am Sonntag."

Der WM-Neunte glaubt auch, dass die Suche nach dem richtigen Setup eine Tüftelei wird. "Die Strecke liegt am Meer in den Dünen und wird zu Beginn ziemlich sandig sein. Wir erwarten, dass sich die Bedingungen laufend ändern und man flexibel sein muss, um sich anzupassen."

Teamkollege Yuki Tsunoda atmet auf: "Ich war noch nie in Zandvoort. Aber da die Strecke kürzlich geändert wurde, sollte sie für alle neu sein, nicht nur für uns Rookies." Der Japaner hat sich einen besonders intensiven Streckenrundgang vorgenommen. "Der Simulator gibt dir einen ersten Eindruck, aber eine Runde zu Fuß liefert dir das volle Bild." Tsunoda erkennt nach der ersten Inspektion Ähnlichkeiten zum Hungaroring.

Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - GP Niederlande - Zandvoort - 2. September 2021
ams
Mick Schumacher hat auf seinem Weg in die Formel 1 schon in Zandvoort gewonnen.

Haas

Mick Schumacher kennt Zandvoort noch aus der Formel 3. "Sie hat sich aber an einigen Stellen geändert. Die beiden Steilkurven waren früher noch nicht da. Die neue Zielkurve sollte uns es erlauben, das DRS früher zu öffnen. Deshalb werden wir wahrscheinlich wieder alles neu lernen müssen. Mit einem Formel-1-Auto wird es bestimmt aufregend hier zu fahren." Der Kurs in den Dünen wird mehr Abtrieb verlangen als in Spa. "Generell ist das besser für uns. Da holen wir mehr aus dem Auto heraus", freut sich Schumacher.

McLaren

Daniel Ricciardo hofft, dass sich der positive Trend von Spa in Zandvoort fortsetzt. Der vierte Platz war ein Motivationsschub. Lando will seinen Unfall von Spa so schnell wie möglich abstreifen. "Ich bin ein bisschen zu viel Risiko eingegangen. Das Auto fühlte sich im Regen unheimlich gut an. Letztes Jahr noch wäre ich dann beim nächsten Rennen vorsichtiger rangegangen. Mit drei Jahren Erfahrung kann ich sagen, dass die Herangehensweise in Spa richtig war, auch wenn es in einem Unfall geendet ist. Ich werde das Risiko nicht zurückschrauben. Wenn du alles aus dem Auto rausholen willst, musst du ans Limit gehen."

Kimi Räikkönen - Alfa Romeo - Formel 1 - GP Niederlande - Zandvoort - 2. September 2021
xpb
Kimi Räikkönen wird die Formel 1 wohl nicht vermissen.

Alfa Romeo

Eine lange Karriere geht zu Ende. Kimi Räikkönen erklärte am Mittwoch vor dem GP Holland auf Instagram seinen Rücktritt. "Die Entscheidung ist schon lange vorher gefallen. Ich habe vor Weihnachten letztes Jahr mit dem Teambesitzer darüber gesprochen. Da stand meine Entscheidung schon zu 95 Prozent fest."

Es ist ein Abschied ohne Bedauern. "Ich hatte eine glückliche Karriere. Weltmeister mit Ferrari zu werden, ist etwas Besonderes." Für den schweigsamen Finnen bricht keine Welt zusammen: "Die Formel 1 hat viel Zeit meines Lebens beansprucht, aber sie war nie das Wichtigste in meinem Leben."

Pläne für die Zukunft gibt es noch nicht. "Ich will endlich mal ein Leben ohne Termine führen, die mir der Motorsport diktiert, und die Dinge auf mich zukommen lassen. Ab nächstem Jahr steht die Familie im Mittelpunkt. Sie wird mir die Termine setzen. Zum Beispiel die Kinder in den Kindergarten fahren."

Der 41-jährige Finne weiß noch nicht einmal, ob er hin oder wieder an Rennen teilnimmt. "Ich habe echt keinen Plan." Auch auf die Frage, ob er mit seinem Rücktritt den Platz für Landsmann Bottas freiräumt, zuckte Räikkönen die Schultern: "Mir gehört das Team nicht. Ihr müsst die Besitzer fragen. Ich weiß nicht mehr als ihr."

Antonio Giovinazzi findet nur gute Worte über seinen Teamkollegen: "Ich habe unheimlich viel von ihm gelernt, speziell im Rennen. Und er war immer fair, im Auto und außerhalb. Bei ihm gab es keine Politik." Im Gegensatz zu Räikkönen kennt Giovinazzi den neuen Kurs von Zandvoort. "Ich bin hier 2015 in der Formel 3 gefahren, habe ein Rennen gewonnen und war im anderen Zweiter. Meiner Erinnerung nach gingen im Formel-3-Auto viele Passagen voll."

Fernando Alonso fuhr 2014 bei Ferrari mit Kimi Räikkönen im gleichen Team. Sein Urteil: "Als Fahrer war Kimi unglaublich fair. Einer, auf dem man sich im Rad-and-Rad-Kampf verlassen konnte. Du hast immer gewusst: Der macht keine Dummheiten, packt keine Tricks aus. Er war ein Rennfahrer der alten Schule. Als Mensch kenne ich ihn kaum. Er war immer zurückgezogen, sehr still, fast schüchtern. Wir haben kaum miteinander gesprochen, als wir Teamkollegen waren."

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