Aston Martin Vantage - Safety Car - Formel 1 - GP Saudi-Arabien - Jeddah Corniche Circuit - Donnerstag - 2.12.2021
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Aston Martin Vantage - Safety Car - Formel 1 - GP Saudi-Arabien - Jeddah Corniche Circuit - Donnerstag - 2.12.2021
Aston Martin DBX - Medical Car - Formel 1 - GP Saudi-Arabien - Jeddah Corniche Circuit - Donnerstag - 2.12.2021
Alpine - Formel 1 - GP Saudi-Arabien - Jeddah Corniche Circuit - Donnerstag - 2.12.2021
Impressionen - Formel 1 - GP Saudi-Arabien - Jeddah Corniche Circuit - Donnerstag - 2.12.2021 23 Bilder

Team-Check GP Saudi-Arabien: Fahrt ins Ungewisse

Team-Check GP Saudi-Arabien 2021 Die Fahrt ins Ungewisse

Wir checken die zehn Teams vor dem GP Saudi-Arabien auf Neuigkeiten ab. Alle Fahrer waren sich einig: Die GP-Premiere in Jeddah ist eine Fahrt ins Ungewisse. Die Titelkandidaten Lewis Hamilton und Max Verstappen betonen, wie relaxt sie sind.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was neu am Auto ist und bei den Fahrern, wie sie das Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Mercedes

Lewis Hamilton macht seinem WM-Gegner eine Kampfansage. "Ich bin so relaxt wie noch nie. Vor meinem ersten Titel, ja sogar vor dem zweiten und dem dritten hatte ich schlaflose Nächte. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Ich habe alles erlebt. Heute weiß ich, dass ich die Vergangenheit nicht mehr ändern, aber immer noch das Beste für die Zukunft rausholen kann."

Zu dem bevorstehenden Rennen wagt der Weltmeister keine Prognose. "Das ist wirklich ein Schritt ins Ungewisse. Die Streckenmodelle für den Simulator sind nicht wirklich exakt. Wir werden fahren müssen, um zu wissen, woran wir sind." Valtteri Bottas warnt vor seinem 100. Rennen für Mercedes: "Das ist eine Strecke, die keinen Fehler verzeiht. An einigen Stellen ist sie wirklich eng."

Ferrari - Formel 1 - GP Saudi-Arabien - Jeddah Corniche Circuit - Donnerstag - 2.12.2021
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Ferrari könnte in Jeddah den dritten WM-Platz klarmachen.

Ferrari

Charles Leclerc hat zehn Runden im Simulator gebraucht, bis er wusste, wo es lang geht auf dem Jeddah Street Circuit. "Es sind immerhin 27 Kurven. Gar nicht so einfach, sich an alle erinnern." Der Kurs am Roten Meer liegt in der Zahl der Kurven hinter dem alten Nürburgring mit 73 und hinter Clermont-Ferrand mit 51 Kurven.

Teamkollege Carlos Sainz hat ähnliche Erfahrungen mit dem schnellsten Stadtkurs der Welt gemacht: "Viele Kurven sehen sich sehr ähnlich. Diese Strecke ist schwerer zu lernen als andere." Der Spanier erwartet, dass McLaren in Jeddah wieder zu alter Form zurückfindet. "Deshalb glaube ich nicht, dass wir schon hier den dritten Platz festmachen."

Red Bull

Red Bull ist hin- und hergerissen. Max Verstappens Vorsprung auf Lewis Hamilton ist auf acht Punkte geschrumpft. Gleichzeitig hat sich der Rückstand des Teams in der Marken-Wertung auf fünf Zähler reduziert. Sergio Perez macht in Optimismus: "Wir haben es immer noch selbst in der Hand, beide Weltmeisterschaften zu gewinnen." Max Verstappen lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, auch wenn nur er an diesem Wochenende Weltmeister werden kann. "Ich gehe das Rennen an wie jedes andere. Wichtig ist erst einmal, die neue Strecke zu lernen."

Der Holländer sieht im Erfahrungsvorsprung von Lewis Hamilton keinen Vorteil. "Natürlich hat er heute mehr Erfahrung als vor seinem ersten Titel. Aber ich habe auch mehr Erfahrung als in meinem ersten Jahr. Ich sehe da keinen großen Unterschied, sonst hätte er sich schon früher in der Saison gezeigt."

Dann baut der WM-Spitzenreiter einer möglichen Niederlage schon mal vor: "Egal, wo wir landen, wir hatten eine gute Saison." Charles Leclerc traut sich einen WM-Tipp zu. "Bis Brasilien war ich mir sicher, dass es Max macht. Jetzt glaube ich eher, dass es Lewis wird."

Aston Martin Vantage - Safety Car - Formel 1 - GP Saudi-Arabien - Jeddah Corniche Circuit - Donnerstag - 2.12.2021
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Aston Martin hat seine Sicherheitsflotte in einem anderen Grün lackiert.

Aston Martin

Sebastian Vettel hat sein Zeichen gesetzt vor dem umstrittenen Grand Prix von Saudi-Arabien. Er organisierte in Jeddah ein Kartrennen für junge Frauen, denen es bis 2017 noch verboten war, überhaupt Auto zu fahren. "Ich habe mich im Vorfeld gefragt, was ich tun kann. Es bringt nichts, immer nur das Schlechte zu sehen, das wir mit unserer Brille beurteilen. Ich habe versucht, positiv zu denken. Deshalb habe ich sieben oder acht Mädchen mit unterschiedlichem Hintergrund zu dem Kart-Event eingeladen. Es war inspirierend, ihnen zuzuhören und ihnen von meinen Erfahrungen zu erzählen. Es hat mir gezeigt, dass sich etwas ändert. Aus unserer Sicht ist das vielleicht nicht viel, aus ihrer Sicht schon."

Vettel hofft, dass er in Jeddah die Serie von Zielankünften in den Top Ten fortsetzen kann. Zuletzt fuhr der Aston Martin-Pilot drei Mal in Folge in die Punkteränge. "Wir hatten zuletzt einige gute Rennen. Der Schlüssel ist aber immer noch die Qualifikation und wo du nach der ersten Kurve liegst. In Katar war ich leider in der ersten Kurve auf der falschen Seite. Dass wir trotzdem noch in die Punkte geschafft haben, zeigt dass der Speed da war."

Williams

Der GP Saudi-Arabien steht ganz im Zeichen des Todes des Firmengründers. Alle Teammitglieder tragen eine schwarze Armbinde. Auch wenn Frank Williams sein Team an die US-Investmentgesellschaft Dorilton Capital im August 2020 verkauft hat, so war der Rollstuhl-General immer noch allgegenwärtig. Beim Namen Williams dachte man an den eisernen Frank.

Valtteri Bottas bedankte sich bei Frank Williams, der letzten Sonntag verstorben ist: "Ohne Frank würde ich heute nicht hier sitzen. Er gab mir 2013 die Chance. Frank war die Seele des Teams. Alle haben von seiner Begeisterung gelebt." Nicholas Latifi hatte zwar kaum noch persönlichen Kontakt zu dem Firmengründer, und doch gibt der Kanadier zu: "Sein Geist schwebt immer noch durch die Fabrik."

George Russell will in den letzten beiden Rennen noch einmal in die Punkteränge fahren. "Die Strecke von Jeddah sollte uns besser liegen. Unser Auto ist normalerweise in schnellen Kurven besser als in langsamen. Es ist aber noch nicht so klar, welches Setup diese Strecke verlangt."

Fernando Alonso - Alpine - GP Saudi_Arabien 2021 - Jeddah
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Alonso scherzte in Saudi-Arabien über den Titel des besten Überholers.

Alpine

Katar hat für Alpine gut funktioniert. Deshalb ist man im Team optimistisch, dass man auch auf der neuen Strecke in Jeddah gut aussehen wird. "Der Schlüssel bei Strecken, die keiner kennt, ist die Vorbereitung, ein gutes Basis-Setup und das Verständnis der Reifen", predigt Esteban Ocon. Die Fahrer wissen aus dem Simulator, was sie erwartet. "Vergleiche mit anderen Strecken sind aber noch verfrüht. Fragt mich nach dem ersten Training noch einmal. Alles muss neu entdeckt werden. Die Rolle des Motors, wo wir Elektro-Power abrufen, die Reifen, wo man überholen kann", schlägt Fernando Alonso vor.

Die Veteranen Alonso, Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen streiten sich um den Titel des besten Überholers. Alonso führt mit 116 Überholmanövern vor Vettel und Räikkönen mit je 115 Positionswechseln. "Wir könnten uns absichtlich 20 Mal gegenseitig überholen, um uns von Kimi abzusetzen", schlug Vettel vor. Alonso gab aber auch zu: "Kimi hat wegen Corona zwei Mal aussetzen müssen. Deshalb führt eigentlich er die Wertung an."

Im Kampf gegen Alpha Tauri um Platz 5 in der Konstrukteurs-Wertung hat Alpine jetzt 25 Punkte Luft. "Das gibt uns etwas mehr Spielraum, aber wir können uns nie sicher sein", warnt Ocon.

Alpha Tauri

Pierre Gasly glaubt, dass der Jeddah Street Circuit die Fahrer vor eine der größten Herausforderungen der Saison stellt. "Die Strecke ist wahnsinnig schnell. Wir reden von Durchschnittsgeschwindigkeiten von 250 km/h. Viele der schnellen Ecken sind blind. Keiner weiß, wie der neue Asphalt sein wird. Wir erwarten, dass er wenig Grip haben wird."

Neuling Yuki Tsunoda bereitete sich in Italien mit einem Tag im Kart auf die neue Aufgabe vor. Sein Coach Alexander Albon war auch mit von der Partie. Tsunoda sieht das Geheimnis im Vertrauen in sich und sein Auto. "Die Mauern stehen direkt an der Strecke. Es gibt keinen Platz für Fehler. Deshalb ist Vertrauen alles. In den letzten Rennen habe ich schneller Vertrauen gefunden. Noch ist es nicht bei 100 Prozent, aber bei 89 bis 90."

Pierre Gasly trauert immer noch der verpassten Chance von Katar nach. Vom besten Startplatz der Saison aus hatte er eines der schlechtesten Rennen. "Wir haben unseren Reifengummi verbrannt. Das deutete sich bereits am Freitag an. Wir hatten schon das ganze Jahr Probleme mit Reifenverschleiß. Die Strecke von Katar hat das noch verstärkt." Der Franzose fürchtet: "Das Streckenlayout in Jeddah ist nicht ideal für uns." Nach dem Streckenrundgang fiel Gasly auf: "Zu Fuß wirkt die Strecke enger als im Simulator."

Haas

Mick Schumacher fühlte sich in Jeddah gleich wohl. Der Haas-Pilot erkennt in dem superschnellen Stadtkurs mit den Mauern direkt an der Strecke "einen Hauch von Macau." Auch die Strecke in dem Spielparadies ist extrem schnell, auch sie bietet kaum Auslauf. "Das hat mir extrem viel Spaß gemacht", erinnert sich Schumacher, der 2017 und 2018 dort gefahren ist. Seine Erkenntnis: "Vertrauen ist alles."

Nikita Mazepin sieht im Jeddah Street Circuit eine Kreuzung von Monte Carlo ("Weil die Mauern so nah stehen") und Baku ("Wegen der schnellen Passagen."). Das vorletzte Rennen des Jahres könnte die große Chance von Haas für WM-Punkte sein. "Aber nur, weil solche Rennen wie in Baku und hier viele Opfer fordern. Du nimmst zwar alles mit, aber so sollte man eigentlich nicht denken", relativiert der Russe.

Lando Norris - McLaren - Formel 1 - GP Saudi-Arabien - Jeddah Corniche Circuit - Donnerstag - 2.12.2021
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Lando Norris glaubt, dass der schnelle Stadtkurs seinem Fahrstil entgegenkommen wird.

McLaren

McLaren hofft endlich wieder auf große Ausbeute. In den letzten drei Rennen gab es vier Punkte. Daniel Ricciardo lieferte drei Nullrunden ab. Obwohl zwei Mal mechanische Probleme dafür verantwortlich waren, meint der Australier selbstkritisch: "Ich muss auch noch ein bisschen bei mir aufräumen. Die zweite Saisonhälfte lief besser, aber noch nicht perfekt." Das Setup der Autos könnte ähnlich dem von Monza sein, und trotzdem ist der Monza-Sieger vorsichtig mit Vorhersagen: "Es ist eine ganz andere Strecke als Monza. Der Kurs erinnert mich eher an Macau."

Lando Norris gibt sich angriffslustig: "Wir hätten in Katar vor den Ferrari landen können. Dann kam uns der Reifenschaden dazwischen. Ich will optimistisch in dieses Rennen gehen, nicht nur weil das Streckenlayout unserem Auto entgegenkommen könnte. Wir wollen Boden auf Ferrari gutmachen. Wenn wir sie schon nicht in der Konstrukteurs-WM schlagen können, dann will ich wenigstens in der Fahrerwertung vor Carlos und Charles bleiben."

Alfa-Sauber

Neue Rennstrecken sind immer die Chance, etwas besser zu machen als die Konkurrenz und damit technische Defizite auszugleichen. Teamchef Frédéric Vasseur fordert deshalb "volle Konzentration vom ersten Training weg." Kimi Räikkönen muss auf seine alten Tage noch drei neue Strecken lernen. Nach Losail jetzt den Jeddah Street Circuit und eine Woche später den umgebauten Yas Marina Circuit. "Ich bilde mir erst eine Meinung zu der Strecke, wenn ich darauf gefahren bin", verweigert der Finne eine Prognose. Antonio Giovinazzi erwartet wegen der nahestehenden Mauern viele Unfälle und rote Flaggen.

Das Team hat in der Pause zwischen Katar und Saudi-Arabien eine große Abschiedsparty für Kimi Räikkönen organisiert. Der Finne bedankte sich: "Es war eine tolle Veranstaltung und schön all die Leute und ihre Familien noch einmal zu sehen." Der dienstälteste Formel 1-Pilot wird bei seinem vorletzten Grand Prix nicht emotional: "Warum sollte ich? Ich werde nichts bereuen und freue mich jetzt schon auf die Zeit danach."

Räikkönen will den neuen Stadtkurs zum ersten Mal im Rennauto erleben. Ein Streckenrundgang? "Nur wenn mir einer einen Scooter gibt. Die Runde ist zu lang." Simulator? "Wir haben die Strecke in unserer Anlage nicht einprogrammiert."

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