Sebastian Vettel - Aston Martin - GP Spanien 2021 Motorsport Images
Alfa Romeo - Formel 1 - GP Spanien - Donnerstag - 6.5.2021
Aston Martin - Formel 1 - GP Spanien - Donnerstag - 6.5.2021
Aston Martin - Formel 1 - GP Spanien - Donnerstag - 6.5.2021
Aston Martin - Formel 1 - GP Spanien - Donnerstag - 6.5.2021 60 Bilder

Formel 1-Team-Check vor GP Spanien 2021

F1-Team-Check GP Spanien 2021 Vettel sieht keine Abkürzung

GP Spanien

Donnerstag ist die Ruhe vor dem Sturm. Wir checken die zehn Teams auf Neuigkeiten ab. Sebastian Vettel rät davon ab, dass sich Aston Martin schon auf 2022 konzentriert, Lewis Hamilton will sich nicht ewig auf Fehler anderer verlassen, und Sergio Perez erklärt, warum er sich anpassen muss.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. Noch sind für uns die Fahrerlager-Tore zu. Damit mussten alle 20 Fahrer wieder zu dem Donnerstags-Pressemarathon antreten. Wir haben zugehört und die letzten Meldungen vor dem GP Spanien zusammengetragen. Die erste betrifft die Strecke. Sie ist 20 Meter länger geworden. In Kurve 10 am Ende der Gegengerade wurde der Radius erweitert. Die Geschwindigkeit steigt dort nach Berechnungen der Teams von 85 auf 110 km/h.

Es ist die vierte Streckenvariante seit dem GP-Debüt des Circuit de Catalunya 1991. "Wenn wir jetzt noch die Schikane am Ende der Runde ausbauen, wäre es perfekt", träumt Sebastian Vettel. Wir werden wahrscheinlich auch wieder über Streckenlimits diskutieren. Die Kurven 13, 14 und 15 stehen unter besonderer Beobachtung.

Der GP Spanien ist traditionell ein Rennen mit wenig Überholmanövern. Die meisten gab es gleich beim ersten Mal 1991 mit 61 Positionswechseln, begünstigt durch wechselnde Wetterverhältnisse. 2005 und 2008 wurde über die ganze Distanz nur jeweils zwei Mal überholt. Der vierte WM-Lauf sollte endlich Klarheit über die wahre Stärke der Autos bringen. Außer dem Wind gibt es keine außergewöhnlichen Faktoren, die das Bild beeinflussen könnten.

Mercedes - Formel 1 - GP Spanien - Donnerstag - 6.5.2021
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Mercedes fürchet in Barcelona den letzten Sektor und überhitzende Hinterreifen.

Mercedes

Mercedes verzichtet in Barcelona auf Upgrades. Der Titelverteidiger will sich darauf konzentrieren, ein bekanntes Produkt optimal auf die Erfordernisse der Strecke von Barcelona abzustimmen. Mercedes fürchtet vor allem Sektor 3, obwohl gerade da der W12 wegen der vielen langsamen Kurven gut unterwegs sein müsste. Doch dort kann auch viel Rundenzeit verloren gehen, wenn man es nicht schafft, die Hinterreifen in den ersten beiden Sektoren zu konservieren. "Das ist immer noch unser Schwachpunkt", warnt Teamchef Toto Wolff im Vorfeld.

Valtteri Bottas führt noch einen weiteren Punkt ins Feld: "Die letzten zwei Rennstrecken hatten einen glatten Asphalt. Der hier in Barcelona ist wieder eher normal, so wie in Bahrain. Ein Asphalt mit viel Grip hilft normalerweise Red Bull." Der Finne kommt nicht zur Ruhe. Englische Medien berichten darüber, dass Bottas noch während der Saison seinen Platz an George Russell verlieren könnte. Bottas keilt zurück: "Ich werde nicht ersetzt, weil ich einen Vertrag habe. Das gibt es bei uns nicht. So etwas kommt nur bei einem Team im Feld vor." Das war ein kleiner Seitenhieb des WM-Vierten auf Red Bull.

Lewis Hamilton bringt den Vergleich mit Red Bull auf den Punkt: "Wir haben ein gutes Paket, das seine Schwächen hat. An denen arbeiten wir. Ist es genug? Wir können uns nicht immer auf die Fehler der anderen verlassen. Max ist in großartiger Form, und Red Bull hat ein Auto, mit dem man einen Titel gewinnen kann. Wir müssen sicherstellen, dass wir jedes Wochenende in allen Bereichen einen perfekten Job abliefern."

Ferrari - Formel 1 - GP Spanien - Donnerstag - 6.5.2021
ams
Ferrari hofft, in Barcelona die Lücke zu McLaren zu schließen.

Ferrari

Der neue Unterboden, den die beiden Ferrari-Piloten abwechselnd am Freitag in Portimao probiert hatten, ist Teil eines größeren Pakets, das jetzt die Lücke zu McLaren schließen soll. Carlos Sainz trägt immer noch schwer an der Pleite von Portugal. "Wir haben alles analysiert. Unter dem Strich haben wir in vielen Bereichen keinen guten Job gemacht. Wenn du in der ersten Runde auf Platz 4 liegst und Elfter wirst, kann etwas nicht stimmen."

Die Aussicht auf das Heimrennen ist ebenfalls getrübt: "Ohne Fans ist es leider nur ein halber Heim-Grand Prix. Mit meinem ersten Auftritt mit Ferrari und Fernandos Comeback wären die Tribünen bestimmt voll gewesen." Charles Leclerc versteht immer noch nicht, warum Ferrari in Portimao auf den Medium-Reifen so abgestürzt ist. "Wir untersuchen die Daten rauf und runter, haben aber noch keine Antwort. Bei den komplexen Autos sind die Antworten eben nicht immer so einfach."

Für Ferrari wäre es wichtig das Rätsel zu lösen. Pirelli hat wieder die Mischungen C1, C2 und C3 im Gepäck. Leclerc erhofft sich von Barcelona einen besseren Überblick über die Qualitäten der einzelnen Autos: "Es gibt alle Arten von Kurven. Deshalb brauchst du ein komplettes Auto. Barcelona sollte uns zeigen, wo wir tatsächlich stehen."

Red Bull

Für Max Verstappen ist Barcelona ein besonderer Ort. Hier gewann er bei seinem Red Bull-Debüt 2016 seinen ersten Grand Prix. Und hier feiert er jetzt seinen 100. GP-Start für das Team aus Milton Keynes. Zuzüglich 23 Grand Prix für Toro Rosso. "Der erste Sieg war ein Schock, weil er völlig unerwartet kam", erinnert sich Verstappen. Der WM-Zweite hofft, dass er im Duell wieder ausgleichen kann. "Endlich wieder ein Asphalt mit Grip."

Auf dem Papier ist Red Bull Favorit, aber es gibt keine Garantien. "Wir verstehen das Auto zwar immer besser, aber es verändert sich auch ständig. Die Autos sind so sensibel und müssen jedes Mal anders abgestimmt werden." Red Bull hat diesmal nur im Detail optimiert. Die Luftschächte in den vorderen Bremshutzen sind neu angeordnet.

Sergio Perez atmet auf. Der GP Portugal war das erste Wochenende in diesem Jahr, das für den Mexikaner sauber ablief mit der Ausnahme, dass er nach dem Re-Start hinter Norris fiel. "Ich bin die meiste Zeit des Rennens in sauberer Luft gefahren. Das hat mich einen großen Schritt weiter gebracht, das Auto im Renntrim zu verstehen. Ich muss völlig anders fahren, um das Maximum aus dem Auto und den Reifen rauszuholen."

Perez hält nichts davon, die Ingenieure zu bitten, das Auto auf seine Bedürfnisse anzupassen. "Es ist in einem so vollen Kalender viel zu wenig Zeit, das zu tun. Du würdest nur vom rechten Weg abkommen. Wenn Max mit dem Auto schnell fahren kann, muss ich es auch. Ich muss mich an ihm orientieren und mich anpassen." Red Bull-Sportchef Helmut Marko atmet auf: "Endlich mal ein Fahrer, der das Auto nicht selbst konstruieren will."

Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Spanien - Donnerstag - 6.5.2021
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Sebastian Vettel wartet in dieser Saison noch auf WM-Punkte.

Aston Martin

Aston Martin sucht immer noch Rundenzeit. Lance Stroll nennt zwei Schwächen des AMR21: "In schnellen Kurven fehlt uns Abtrieb, in langsamen Kurven die Stabilität im Heck." Sebastian Vettel hofft auf einen weiteren Schritt nach vorn. Diesmal bekommt auch er den neuen Unterboden, der in Portugal exklusiv Lance Stroll zu Verfügung stand. "Lance hat ihn positiv bewertet. Jetzt bin ich gespannt, was er bringt."

Der Ex-Weltmeister zählt nicht zu den Mahnern, die Aston Martin empfehlen, schon jetzt den Schalter für 2022 umzulegen: "Die Erfahrung zeigt, dass Abkürzungen nicht immer helfen. Wenn wir das aktuelle Auto weiterentwickeln, kannst du als Team viel daraus lernen. Es ist die Summe an Details, die am Ende zur Perfektion führen."

Williams

Wind ist Gift für die Williams. Das Auto steht mit seiner mächtigen Motorabdeckung wie ein Segel im Wind. "Imola hat gezeigt, was das Auto kann, wenn die Bedingungen ideal sind. Aber sobald es windig wird und die Tanks voll sind, ist unser Auto extrem schwer zu fahren", blickt Nicholas Latifi auf den GP Portugal zurück. Weil langsame Kurven der Schwachpunkt des Williams FW43B sind, ist der Kanadier froh, dass die Linie durch Kurve 10 flüssiger geworden ist.

George Russell würde gerne herausfinden, warum der Williams am Samstag besser ist als am Sonntag. "Vom puren Speed her bewegen wir uns zwischen Platz 8 und 9. Wir müssen unser Auto fahrbarer machen, so dass es überall funktioniert. Unter schwierigen Bedingungen tun wir uns am Sonntag schwer, am Limit zu fahren."

Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - GP Spanien - Donnerstag - 6.5.2021
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Fernando Alonso ist neben Carlos Sainz der Lokalheld in Spanien.

Alpine

Alpine will zeigen, dass Portimao keine Eintagsfliege kann. Und Fernando Alonso will demonstrieren, dass er auch auf eine Runde am Samstag noch schnell sein kann. "Das wird diesmal entscheidend sein, weil du im Rennen nicht mehr so viele Plätze gutmachen kannst wie in Portugal", feuert sich der Spanier vor seinem Heimspiel an. Noch sieht er sich nicht am Ziel. "Es gibt immer noch Dinge, die ich lernen muss. Ich werde am Sonntag ein besserer Rennfahrer sein, als ich es heute bin."

Das Geheimnis für Esteban Ocon liegt darin, durch die ersten zwei Sektoren zu kommen, ohne die Hinterreifen hinzurichten. "Sie leiden in den zwei schnellen Kurven 3 und 9. Aber du brauchst sie noch in dem langsamen Abschnitt am Ende der Runde." Alpine will in Barcelona weitere Upgrades bringen, die zum Teil schon am Freitag in Portimao getestet wurden. Mindestens genauso wichtig ist laut Ocon das Verständnis für das Auto. "Da haben wir zwischen Imola und Portimao viel gelernt."

Alpha Tauri

Red Bulls Schwesterteam steht mit neun Punkten schlechter da als man es aufgrund des Autos erwarten dürfte. Pierre Gasly qualifizierte sich drei Mal für das Q3. "Der Speed am Samstag stimmt. Aber wir haben am Sonntag nicht immer das rausgeholt, was das Auto kann. Nur Portimao lief gut, aber da war das Auto leider zu langsam." Der Franzose sieht die Schwächen des AT02 in langsamen Kurven. "Da sollte uns die Strecke in Barcelona besser liegen."

Nach dem sensationellen Debüt von Yuki Tsunoda in Bahrain lernte der Japaner in Imola und Portimao, dass in der Formel 1 noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. "Unser Auto ist schneller als ich zuletzt gezeigt habe. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich die volle Kontrolle über das Auto habe."

Haas

Mick Schumachers Ziele sind klar gesteckt: "Ich will ins Q2 kommen und im Rennen vor den Williams landen." In Portugal ist Teil 2 des Plans schon einmal gelungen. Schumacher kam vor Nicholas Laitifi ins Ziel. Und er spürte, dass er den Speed hatte, um sogar mit George Russell mitzuhalten. Die Fortschritte müssen bei Haas von den Fahrern und der Abstimmung der Autos kommen. Der VF-21 wird sich bis zum Saisonende nicht mehr verändern.

Für Nikita Mazepin war der GP Portugal ein langes, einsames Rennen am Ende des Feldes. Der Mangel an Ablenkung verstärkte der Lerneffekt. "Ich glaube, ich weiß jetzt besser, wie ich mit diesem Auto fahren muss und was das Auto braucht, um es schnell zu fahren." Das Sorgenkind des US-Rennstalls fühlt sich trotzdem noch nicht in seinem Auto zuhause: "Seit dem Bahrain-Test hat sich die Balance des Autos bei jedem Rennen verändert. Wir müssen herausfinden, warum das so ist." Seine Ungeduld hat Mazepin mittlerweile gezügelt. "Das muss ja nicht nur schlecht sein. Ungeduld bedeutet auch, dass du viel willst."

McLaren - Formel 1 - GP Spanien - Donnerstag - 6.5.2021
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McLaren war in den ersten drei Rennen jeweils die dritte Kraft im Feld.

McLaren

McLaren wurde nach dem GP Portugal von der FIA noch länger in der Garage festgehalten. Die Technikkommissare fischten das Auto von Lando Norris zum General-Check heraus und untersuchten den Heckflügel und den DRS-Mechanismus. Alles entsprach den Regeln. Für Norris hat die Saison nach Maß begonnen. Der Engländer rangiert als WM-Dritter zwischen den Fahrern von Mercedes und Red Bull. "Alles läuft wie geschmiert, aber das ist keine Garantie, dass es so bleibt. Das Pendel kann schnell auf Platz 6, 7 oder 8 ausschlagen. Das Mittelfeld ist so eng, dass jeder kleine Fehler bestraft wird."

Von außen sieht alles spielerisch leicht aus in dieser Saison. Ist es aber nicht, widerspricht Norris: "Unser Auto ist schwer zu fahren, anders als letztes Jahr. Ich lerne noch, wie man es perfekt einstellen muss." Als Fahrer, der schon im dritten Jahr bei McLaren ist, sind Verantwortung und das Selbstvertrauen gestiegen. "Das Team erwartet mehr von mir. Ich kenne das Team und die Abläufe besser als Daniel, aber dieser Vorteil wird irgendwann schwinden."

Daniel Ricciardo hofft, dass in Barcelona endlich der Knoten platzt. "Endlich eine normale Rennstrecke mit gutem Grip. Hier gibt es keine Ablenkungen. Ich kann mich voll aufs Fahren konzentrieren und zeigen, ob ich mit dem Auto jetzt voll vertraut bin." Der Australier ist ein Fan von Doppelschlägen im Kalender. "Wenn es gut gelaufen ist, nimmst du die Euphorie ins nächste Rennen mit. Wenn nicht, bekommst du gleich wieder eine Chance, die Dinge geradezurücken."

Alfa Sauber

Nach Callum Ilott darf jetzt wieder Robert Kubica als dritte Kraft ins Cockpit. Der Pole ersetzt Kimi Räikkönen im ersten freien Training, und er wird Dienstag und Mittwoch nach dem GP Spanien für Pirelli die 18-Zoll-Reifen testen. Giovinazzi geht ehrlich mit den Ergebnissen des Schweizer Rennstalls um. Alfa Romeo wartet immer noch auf die ersten Punkte. "Wir waren in Portimao Zwölfter am Samstag und am Sonntag. Das ist unser Limit, wenn andere Autos nicht ausfallen. Viel besser als im letzten Jahr, aber noch nicht genug für WM-Punkte."

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