Jolyon Palmer - Renault - GP Australien - Melbourne - 24. März 2017

Formel 1 Team-Duelle

Neue Autos trennen Spreu von Weizen

Die Fahrer lieben die neuen Formel 1-Autos. Sie sind schwierig zu fahren und trennen die Spreu vom Weizen. In drei Teams zeichnet sich bereits ab, wer Extraklasse ist oder nur ein guter Rennfahrer.

Es sollten die schnellsten Formel 1-Autos aller Zeiten werden. Bis jetzt sind sie es. In den ersten drei Rennen fielen sämtliche Rekorde, wenn auch nicht immer in dem Umfang, den man uns das versprochen hat. Die Fahrer sprechen wieder von richtigen Rennautos. Lewis Hamilton sagt sogar, dass er noch nie Autos gefahren ist, die so schwierig zu fahren sind.

Der Trend der ersten Rennen bestätigt das. In drei Teams trennt sich bereits die Spreu vom Weizen. In drei anderen deutet es sich an. Die deutlichen Fälle von einem Klassenunterschied im Team sind schon im Training zu beobachten. Bei den weniger offensichtlichen wird es erst im Rennen klar. Es ist eine Sache, den Ritt auf der Kanonenkugel eine Runde durchzuhalten und eine andere, es über eine ganze Renndistanz zu bewerkstelligen.

Hülkenberg eine Klasse besser als Palmer

Am klarsten ist das Bild bei Renault. Nico Hülkenberg fährt in einer anderen Kategorie. Das Trainingsduell gegen Jolyon Palmer steht 3:0. In Australien schaffte es der Deutsche ins Q2, Palmer blieb nur der vorletzte Platz. In Shanghai war der Unterschied ähnlich deutlich. Auch wenn man die Startplatzstrafe für Palmer abzieht. Beim dritten Lauf in Bahrain stießen beide Renault-Piloten ins Q3 vor. Doch Hülkenberg war um 1,232 Sekunden schneller. Ein Klassenunterschied.

Williams - GP Australien 2017
Klare Sache bei Williams. Lance Stroll ist chancenlos gegen Massa.

Auch bei Williams und McLaren verläuft das Duell bislang einseitig. Felipe Massa und Fernando Alonso fahren gegen Neulinge, denen man noch etwas Zeit geben muss. Die Zeitabstände sind allerdings eklatant. Lance Stroll und Stoffel Vandoorne haben viel Arbeit vor sich, die Lücke zu schließen.

Massa kam alle drei Mal ins Q3. Stroll schaffte das nur in Shanghai. Der Abstand betrug da 0,713 Sekunden. Für McLaren-Honda ist derzeit der Sprung ins Q2 das maximal mögliche Resultat. Alonso übersprang jedes Mal die erste Qualifikationshürde, Vandoorne nie.

Räikkönen fehlt halbe Sekunde auf Vettel

Bei Mercedes, Ferrari und Force India braucht man den zweiten Blick. Valtteri Bottas schlägt sich im Trainingsvergleich mit Lewis Hamilton mehr als respektabel. Der Finne wurde mit jeder Qualifikation besser, steigerte sich von 0.293 auf 0.187 Sekunden Rückstand und nahm Hamilton in Bahrain sogar die Pole Position ab. Doch im Rennen kann Bottas im Moment noch nicht das Tempo des dreifachen Weltmeisters mithalten. Da fehlt es ihm an Konstanz. Zuletzt in Bahrain musste Bottas den Teamkollegen zwei Mal vorbeiwinken.

Ferrari - Formel 1 - GP Bahrain 2017
Sebastian Vettel fährt Räikkönen bisher um die Ohren.

Auch Kimi Räikkönen kriegt gegen Sebastian Vettel keinen Fuß auf dem Boden. In der Qualifikation fehlen ihm bei Rückständen von 0,577, 0,276 und 0,298 Sekunden durchschnittlich 0,382 Sekunden auf den WM-Spitzenreiter. Im Rennen ist die Differenz der beiden Ferrari-Piloten noch eklatanter: 22,4 Sekunden in Melbourne, 41,8 in Shanghai, 22,5 in Bahrain. Im Schnitt 28.9 Sekunden über die Renndistanz oder eine halbe Sekunde pro Runde. Da wir nicht annehmen dürfen, dass Räikkönen mit den neuen Autos überfordert ist, muss den Oldie irgendetwas anderes bremsen. Auto und Fahrer sind noch keine Einheit.

Bei Force India kamen beide Fahrer jeweils in die Punkteränge, doch im Moment hat Sergio Perez noch deutlich die Oberhand. Der Mexikaner gewann die ersten beiden Trainingsduelle und verlor das dritte, weil ihn eine gelbe Flagge bremste und im Q1 festhielt. Das gleiche passierte Ocon in Shanghai. Im Rennen profitiert Perez von seiner Erfahrung und seinen Qualitäten, die Reifen zu streicheln. Es zeichnet sich jedoch bereits ab, dass Ocon näher rückt. Der Franzose ist auf einem guten Weg.

Unentschieden bei Red Bull, Toro Rosso und HaasF1

Ausgeglichen ist die Lage bei Red Bull, Toro Rosso und HaasF1. Bei Red Bull gab es erst ein richtiges Duell. In Melbourne entzog sich Daniel Ricciardo durch Unfall einem Vergleich. In Shanghai legte eine defekte Zündspule Max Verstappen schon im Q1 lahm. Der einzig echte Vergleich in Bahrain ging mit 0,142 Sekunden Vorsprung knapp für Ricciardo aus.

Auch bei Toro Rosso und HaasF1 haben äußere Umstände einen Teil der Zweikämpfe entschieden. Carlos Sainz und Daniil Kvyat trennen manchmal nur Tausendstel. In Melbourne waren es 0,025 Sekunden zugunsten von Sainz.

Bei HaasF1 startet ein Fahrer immer weit vorne und der andere weit hinten. Meistens haben gelbe Flaggen das Trainingsergebnis bestimmt. In China hing Romain Grosjean im Q1 fest, in Bahrain Kevin Magnussen. Anhand der Rennen lässt sich ablesen, dass es zwischen Grosjean und Magnussen auf ein enges Match hinausläuft.

Sauber haben wir weggelassen, weil Pascal Wehrlein erst ein Mal gegen Marcus Ericsson angetreten ist. Zuvor wurde der DTM-Meister von 2015 von Antonio Giovinazzi vertreten. Es wäre unfair aus einer Momentaufnahme einen Trend abzuleiten. Wenn überhaupt kann man sagen, dass sich Ericsson gegen beide Neulinge im Team schwer getan hat.

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