Mercedes - GP Abu Dhabi - Donnerstag - 10.12.2020 xpb
George Russell - Mercedes  - GP Sakhir 2020 - Bahrain - Rennen
George Russell - Mercedes - GP Sakhir 2020 - Bahrain
Max Verstappen - Red Bull - GP Sakhir 2020 - Bahrain
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Sakhir - Bahrain - Samstag - 5.12.2020 16 Bilder

Teamcheck GP Abu Dhabi 2020: Wo ist Hamilton?

Donnerstags-Check GP Abu Dhabi Wo ist Hamilton?

Wir checken die zehn Teams vor dem Saisonfinale auf Neuigkeiten ab. Alles dreht sich um die Frage, ob Lewis Hamilton wieder fährt. Am Donnerstag trug sein Ersatz George Russell noch ein Mercedes-Shirt. Doch wird er es gegen die Williams-Teamkleidung eintauschen müssen? Und wenn ja, wann?

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. Die Fahrerlager-Tore bleiben für uns auch diesmal geschlossen. Zum neunten Mal findet das Finale in Abu Dhabi statt. Wie der Großteil der Rennen ohne Zuschauer. Sportlich wird der Dreikampf um den dritten Platz im Konstrukteurspokal im Blickpunkt stehen. Er hat sich nach den beiden Bahrain-Rennen allerdings etwas entspannt. Racing Point hat 10 Punkte Vorsprung auf McLaren und 22 Zähler auf Renault. Ferrari ist raus und liegt seinerseits ziemlich sicher vor Alpha Tauri.

Drei Tage vor dem letzten Grand Prix des Jahres war die Nennliste noch nicht komplett. Noch ist George Russell für Mercedes nominiert und Jack Aitken für Williams. Das kann sich ändern, wenn Lewis Hamilton die Freigabe für sein Comeback erhält. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Teams.

Mercedes

Viele Gerüchte um Lewis Hamilton schwirren durch das Fahrerlager. Angeblich ist der Champion noch in Bahrain, hat aber schon einen Corona-Test mit negativem Ergebnis bestanden. Er soll Freitag in Abu Dhabi ankommen, sich dort einem weiteren Test unterziehen und nach einem Tag in Isolation am Samstag in seinen Mercedes steigen. Das würde bedeuten, dass George Russell am Freitag im Mercedes beginnt und am Samstag in den Williams umsteigt. Das Team hält sich im Fall Hamilton noch bedeckt, um keine falschen Hoffnungen zu wecken.

Russell hat sich auf jeden Fall so vorbereitet, als würde er dieses Wochenende sein zweites Rennen für Mercedes fahren, macht sich aber gleichzeitig keine Illusionen: "Wenn Lewis negativ getestet wird, fährt er." Abu Dhabi wäre der ultimative Test für das Wunderkind. "Weil 21 Kurven eine andere Nummer sind als die kurze Strecke von Bahrain."

Die ersten Lektionen in der neuen Umgebung sind gelernt. Diesmal würde sich Russell mit seinen Ingenieuren darauf konzentrieren, das Auto seinem Fahrstil besser anzupassen. "In Bahrain bin ich mit dem Setup von Lewis gefahren. Das ist nicht schlecht, aber ich bin nicht Lewis. Ich werde mit den Ingenieuren daran arbeiten, das Auto so zu trimmen, dass es mir besser passt." Beim Komfort ist in der Kürze der Zeit nicht viel zu machen. "Wir haben kleine Änderungen am Lenkrad vorgenommen. Das sollte die Bedienung etwas einfacher machen. Ich werde wohl wieder blaue Flecken haben, aber wenn du dieses Auto fahren darfst, dann verscheucht das Adrenalin alle Schmerzen."

Valtteri Bottas kam neben dem neuen Hoffnungsträger kaum zu Wort. Der Finne will in Abu Dhabi etwas gerade rücken und wird insgeheim darauf hoffen, dass er noch einmal gegen Russell antreten darf. "Ich weiß, was ich besser machen muss. Zum Glück haben wir sofort wieder ein Rennen, in dem ich das richtigstellen kann. Es wäre gut für mich selbst, wenn ich mich mit einem Sieg in die Winterpause verabschieden könnte."

Sebastian Vettel - Ferrari - GP Abu Dhabi 2020 - Donnerstag - 10.12.2020
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Sebastian Vettel bestreitet seinen 118. und letzten Grand Prix für Ferrari. 2021 fährt er für Racing Point.

Ferrari

Sebastian Vettel fährt sein letztes Ferrari-Rennen. Aus 118 Rennen stechen 14 Siege hervor. Seine besten? "Malaysia 2015, Monte Carlo 2017, Montreal 2018." Vettel dankt es dem Team mit einem besonderen Helm. Die Erfolgsaussichten sind laut Vettel eher gering: "Die Strecke von Abu Dhabi hat unserem Auto noch nie gepasst."

Keine guten Nachrichten für Charles Leclerc, der drei Startplätze verlieren wird als Strafe für die Kollision mit Sergio Perez. Leclerc akzeptiert die Strafe, verteidigt aber auch seine aggressive Fahrweise: "Wir haben in diesem Jahr viele Positionen in der ersten Runde gutgemacht. Zwei Mal ist es schiefgegangen. In Bahrain hätte ich nicht mit aller Macht versuchen sollen, Max zu überholen. Er war nicht mein Gegner für dieses Rennen."

Red Bull

Max Verstappen blickt mit gemischten Gefühlen auf seine fünfte Red Bull-Saison zurück. "Wir sind immer noch das zweitbeste Team. Wir wollten um den WM-Titel kämpfen, haben aber schnell gemerkt, dass es dazu nicht reicht. Deshalb haben wir versucht, die Schwächen des Autos zu verstehen und sie abzustellen. Das Auto ist besser geworden, aber trotzdem ist Mercedes immer noch das beste Team. Persönlich bin ich zufrieden. Ich habe mich wieder gesteigert, aus Fehlern gelernt, das Risiko besser abgewägt. Mit den Jahren macht dich nur noch Erfahrung besser. Den Speed hast du, oder du hast ihn nicht."

Alexander Albon hat in Abu Dhabi die letzte Gelegenheit die Bosse davon zu überzeugen, dass er die bessere Wahl ist als Sergio Perez oder Nico Hülkenberg. "Ich schaue nicht auf Perez", beteuert Albon. "Ich muss mich auf mich selbst konzentrieren. Die letzten Rennen waren mit Ausnahme der Qualifikation im zweiten Bahrain-Grand Prix nicht so schlecht. Ich glaube, dass ich mich gesteigert habe." Ob Helmut Marko und Christian Horner auch so denken?

Racing Point

Sergio Perez lebt immer noch seinen ersten GP-Sieg. Doch die Sternstunde muss er jetzt ausblenden: "Die Formel 1 schreitet so schnell voran, dass das letzte Wochenende abgehakt ist. Wir haben noch einen Job zu tun, und das ist der dritte Platz in der Konstrukteurs-WM." Fast alle Teamchefs gratulierten dem Mexikaner. Auch Red Bull-Sportchef Helmut Marko war darunter.

Perez glaubt nicht, dass der Sieg in Bahrain seine Chancen auf das Red Bull-Cockpit verbessert hat: "Ein Rennen ändert nichts in der Formel 1. Es ist wichtiger, was ich in den letzten zehn Jahren gezeigt habe. Ich habe aus meinen Chancen mit den Autos, die ich hatte, das meiste gemacht. Wenn ich nächstes Jahr ein Cockpit komme, ist das gut. Wenn nicht, kann ich auch damit leben. Ich werde 2022 zurückkommen. Der Sieg hat mich noch entschlossener gemacht. Ich bin auf dem Höhepunkt meiner Karriere und habe noch viel zu geben. Dieses Gefühl will ich öfter erleben."

Williams

Nicholas Latifi genoss in Bahrain die Rolle des Teamkapitäns: "Es war eine schöne Erfahrung, dass sich das Team mehr auf mich konzentriert hat. Ich musste am Freitagmorgen viele Setup-Experimente durchführen. Weil ich die einzige Referenz war, lag die ganze Arbeitslast auf mir." George Russells Ausflug zu Mercedes hat auch Latifi aufgewertet. Der Kanadier lag zuletzt nicht so weit weg von Russell, und der war schneller als Valtteri Bottas. "Ich war nicht überrascht, dass sich George so gut geschlagen hat. Ich weiß, wie er schnell hat."

Wenn Williams in Abu Dhabi leer ausgeht, wird es die erste Saison sein, die der englische Traditionsrennstall ohne Punkte beendet. "Der Speed reicht gerade nicht aus, um aus eigener Kraft in die Punkte zu fahren", bedauert Latifi. Er fürchtet, dass die Streckencharakteristik dem Williams nicht entgegen kommt. Latifi macht dem Yas Marina Circuit generell keine Komplimente: "Die Strecke ist nicht die aufregendste im Kalender. Meistens geht es 90 Grad ums Eck. Die drei Highspeed-Kurven gehen alle easy voll."

Russells Ersatzmann Jack Aitken wartete am Donnerstag noch auf die Bestätigung, ob er seinen zweiten Grand Prix fahren darf. "Alles hängt davon ab, ob Lewis wieder gesund ist. Ich habe mich vorbereitet, als würde ich fahren." Aitken zog ein positives Fazit nach seinem Debüt: "Als ich aus dem Auto ausgestiegen bin, war ich wegen des Drehers sauer auf mich. Mit etwas mehr Zeit, das Wochenende zu verdauen, kann ich sagen: Ich habe einen soliden Job gemacht und langsam meinen Speed gesteigert."

Esteban Ocon - Daniel Ricciardo - GP Abu Dhabi - Donnerstag - 10.12.2020
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Esteban Ocon und Daniel Ricciardo sind zum letzten Mal Teamkollegen bei Renault. Im Quali-Duell steht es 15:1 für den Australier.

Renault

Daniel Ricciardo hat für sein letztes Renault-Rennen einen festen Plan: "Ich will das letzte Trainingsduell gewinnen, weil ich in Abu Dhabi noch nie gegen einen Teamkollegen verloren habe." Der Australier hofft noch aus einem anderen Grund auf die perfekte Qualifikationsrunde: "Der Startplatz ist in Abu Dhabi wichtiger als anderswo, weil das Überholen so schwierig ist."

Der siebenfache GP-Sieger verlässt Renault mit der Erkenntnis: "Es ist heute ein anderes Team als vor 24 Monaten als ich dazu gestoßen bin. Ich sehe viel mehr Selbstvertrauen." Esteban Ocon schwebt nach seinem zweiten Platz letzte Woche in Bahrain immer noch auf Wolke sieben: "Jetzt weiß ich, wie sich ein Podium in der Formel 1 anfühlt. Dieses Gefühl will ich noch öfter haben." Renault bestreitet in Abu Dhabi übrigens seinen 400. Grand Prix. Um das zu feiern, fährt Fernando Alonso sein Weltmeisterauto von 2005.

Alpha Tauri

Das Schwesterteam von Red Bull hat zum ersten Mal in seiner Geschichte die 100 Punkte-Marke geknackt. Daniil Kvyat kennt die Geschichte des Teams seit 2014: "Der Fortschritt, der gemacht wurde, war unglaublich. Das Team hat sich in jedem Bereich verbessert. Ich sehe keine schwachen Bereiche mehr." Pierre Gasly formuliert das Ziel für 2021: "Wir müssen an das vordere Ende des Mittelfeldes kommen."

Kvyats Zukunft ist immer noch offen, obwohl Helmut Marko bereits mehrmals durchblicken ließ, dass Yuki Tsunoda im nächsten Jahr den zweiten Alpha Tauri fahren wird. "Fragt Helmut", bedauert Kvyat. "Ich weiß auch nicht, warum es so lange braucht, gewisse Dinge zu kommunizieren, die schon entschieden sind."

Gasly erwartet, dass die Strategie das Rennen am Sonntag entscheiden wird: "Wir fahren hier die weichste Mischung. Es wird schwer sein, den C5-Reifen vor Überhitzen zu schützen. Deshalb wird ihn kaum einer im Rennen fahren wollen, aber man wird ihn für einen guten Startplatz brauchen."

Haas

Größer können die Gegensätze nicht sein. Kevin Magnussen fährt in Abu Dhabi seinen letzten Grand Prix, Pietro Fittipaldi seinen zweiten. Während Fittipaldi sich drauf freut, dass die erste Lektion gelernt ist und er besser vorbereitet in sein zweites Rennen geht, blickt Magnussen ohne Zorn zurück. "Ich hatte sechs Jahre in der Formel 1 und bin dankbar dafür. Ich gehe im Frieden mit mir selbst, auch wenn ich am Sonntag vielleicht zum letzten Mal aus einem dieser wunderbaren Autos steigen muss. Dafür werde ich in Zukunft in einem Auto sitzen, mit dem ich wieder gewinnen kann. Das Gefühl hat mir zuletzt gefehlt."

Für Magnussen geht es schon in einem Monat mit den 24 Stunden von Daytona weiter. Haas feiert beim Saisonfinale seinen 100. GP-Start. "Nicht viele Startups in den letzten 20 Jahren sind so weit gekommen", blickt Teamchef Guenther Steiner zurück. Im ersten Freitagstraining greift Mick Schumacher ins Lenkrad. Es ist der erste offizielle Formel 1-Auftritt des neuen HaasF1-Piloten. Sein künftiger Teamkollege Nikita Mazepin hat wegen der "Grabsch-Affäre" ein ernsthaftes Problem. Sein neues Team hat den Vorfall bereits öffentlich verurteilt. Es drohen interne Konsequenzen. Der Russe soll 2021 auch den neuen Hauptsponsor mitbringen. Auch die FIA hat Mazepin eine Rüge verpasst.

Fernando Alonso - Renault - GP Sakhir 2020 - Bahrain
Aktuell

McLaren

Zehn Punkte Rückstand auf Racing Point, zwölf Punkte Vorsprung auf Renault. "Wir werden unseren Gegnern einen großen Kampf liefern", verspricht Lando Norris, der das schlechteste Wochenende in dieser Saison beim Finale abstreifen will. Carlos Sainz ärgert sich weiter über die Sonderregel, die es Fernando Alonso erlaubt, für Renault am Young Drivers-Test in Abu Dhabi teilzunehmen, ihm selbst, Ricciardo und Vettel aber nicht. "Da ist keine Logik dahinter", kritisiert Sainz. "Alle wissen, dass wir vor der Saison 2021 nur drei Testtage haben. Da hätte man wirklich einen Tag in Abu Dhabi an die Teams und Fahrer geben können, die das wünschen, um sich an ihre neuen Teams zu gewöhnen. Vor allem, wenn jedes Team auch noch zwei Autos einsetzen darf."

Alfa-Sauber

Robert Kubica darf zum fünften Mal nach dem GP Steiermark, Ungarn, England und dem ersten Bahrain-Wochenende am Freitag in das Cockpit des Alfa Romeo. Der Pole ersetzt diesmal Antonio Giovinazzi. Der Italiener ist mit seiner Saison zufrieden: "Ich habe mich vor allem Rennen gesteigert. Die erste Runde und die Konstanz der Runden ist besser geworden."

Kimi Räikkönen ging mit vier Punkten durch seine schlechteste Saison. "Wir haben schon früh gemerkt, dass wir ein Problem haben, dass wir nicht mehr so gut sind wie im letzten Jahr. Es zeigt wie abhängig du als Fahrer vom Auto bist." Dann noch ein Bonmot des Finnen. Als er auf einen seiner Sätze in der Pressemitteilung des Teams angesprochen wird, antwortet Räikkönen mit einem Lächeln: "Es ist schön mal zu hören, was ich da so sage."

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