Mick Schumacher - GP Bahrain 2020 - Sakhir - Formel 2 xpb
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Türkei 2020 - Istanbul - Rennen
Max Verstappen - Red Bull - GP Türkei 2020 - Istanbul - Rennen
Alexander Albon - Red Bull - GP Türkei 2020 - Istanbul - Rennen
Lance Stroll - Racing Point - GP Türkei 2020 - Istanbul - Rennen 18 Bilder

Teamcheck GP Bahrain 2020: Gute Nachricht für Schumi

Donnerstags-Check GP Bahrain 2020 Gute Nachricht für Schumi

Wir checken die zehn Teams vor dem GP Bahrain auf Neuigkeiten ab. Haas kann seine Fahrerpaarung für 2021 immer noch nicht bestätigen, aber Kevin Magnussen hat für Mick Schumacher eine gute Nachricht: "Unser Auto ist einfach zu fahren."

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. Die Fahrerlager-Tore bleiben für uns weiter geschlossen. Die WM-Titel sind vergeben. Jetzt kann sich alles auf die Schlacht um Platz drei in der Konstrukteurs-WM konzentrieren, die seit dem GP Türkei nur noch ein Vierkampf ist. Alpha Tauri bräuchte schon ein zweites Monza, um noch einmal den Anschluss zu schaffen.

Mit Bahrain kehrt zum ersten Mal seit Sotschi wieder ein alter Bekannter zurück. Die Aufgabenstellung auf dem Wüstenkurs kennen die Formel 1-Teams seit 2014, als zum ersten Mal am Tag gestartet und in die Nacht hinein gefahren wurde. Die Trainingssitzungen am Freitag- und Samstagmorgen sind praktisch wertlos, weil sie in der größten Hitze des Tages stattfinden. So wird die zweite Trainingssitzung am Freitagabend zum wichtigsten Bestandteil der Vorbereitung. Nur in diesen 90 Minuten können sich Fahrer und Ingenieure unter repräsentativen Bedingungen auf Qualifikation und Rennen vorbereiten. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Teams.

Bahrain International Circuit - GP Bahrain 2020 - Sakhir
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Die Trainings bei Tag sind praktisch wertlos für Qualifying und Rennen.

Mercedes

Valtteri Bottas ist auch in seinem vierten Jahr mit Mercedes nicht Weltmeister geworden. Der Finne will aber noch nicht eine Bilanz ziehen. Es sind ja noch drei Rennen zu fahren. "Das ganze Bild wird sich erst nach Abu Dhabi zeigen. Ich habe mich in einigen Bereichen verbessert, aber nicht in genug. Einige Rennen hatte ich Pech, aber es gab auch Rennen, wo Lewis einfach den Unterschied ausgemacht hat. Deshalb ist er wieder Weltmeister geworden. Er hat noch zugelegt, und ich war nicht in der Lage, so regelmäßig wie er auf dem höchsten Niveau zu fahren. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich auch dieses Jahr wieder besser geworden bin. Der Abstand zu Lewis ist nicht so groß, wie es der Punktestand ausweist."

Lewis Hamilton gab seinem Teamkollegen Rückendeckung, nicht ohne die Kritiker von Bottas daran zu erinnern, wer der Chef im Ring ist. "Viele Kritiker vergessen bei ihrem Urteil über Valtteri, gegen wen er fährt. Es ist nicht einfach, mein Teamkollege zu sein. Valtteri hat sich nie beklagt. Er arbeitet hart an sich, und er wird jedes Jahr besser."

Ferrari

Ferrari hat 2004, 2007, 2008, 2010, 2017 und 2018 in Bahrain gewonnen. Im letzten Jahr vereitelte ein Kurzschluss in einem der Steuergeräte den Sieg von Charles Leclerc. Diesmal dürfte die Aufgabe deutlich schwieriger werden. Es fehlt die Motorleistung, die man auf den langen Geraden braucht. "Regen ist wohl kaum in Sicht", fürchtet Sebastian Vettel. Leclercs Ärger über das verlorene Podium in Istanbul ist bereits verraucht. Nüchterne Analyse: "Ich war einfach zu optimistisch mit meinem Bremspunkt, und ich wusste nicht, dass Seb so nah dran war."

Seine besten Erinnerungen in einer schwierigen Saison: "Meine Qualifikationsrunde in Mugello und mein Rennen in Portimao." Kann Ferrari die 24 Punkte Rückstand auf Racing Point im Kampf um Platz 3 noch aufholen? Leclerc bleibt realistisch. "Nur, wenn wir drei perfekte Wochenenden haben. Dafür müssen wir uns ausschließlich auf uns selbst konzentrieren." Ferrari hat für das Finale keine weiteren Upgrades mehr in der Hinterhand. Sie haben laut Vettel auf direktem Weg gar nicht so viel Rundenzeit gebracht. "Aber sie haben das Verständnis für unser Auto verbessert. Das hat uns auf unsere Gegner aufholen lassen."

Red Bull

Alexander Albon hat beim GP Türkei seine erste Führungsrunde abgespult. Er bekam sie durch die frühen Boxenstopps im Rennen geschenkt. "Deshalb kann ich mich auch nicht an die Runde erinnern. Mir war nicht bewusst, dass ich geführt habe." Der Thailänder glaubt, dass ihn sein Wochenende in der Türkei einen Schritt näher zum Erhalt seines Cockpits gebracht hat. "Ich habe vom Speed her einen Schritt vorwärts gemacht. Das Heck wird stabiler, und damit steigt mein Vertrauen in das Auto."

Albon setzt voll auf eine Zukunft mit Red Bull: "Ich habe nur einen Plan A." Red Bull brachte in der Türkei neue Teile für seinen RB16. Das erste Gefühl war gut. "Aber wir werden erst in Bahrain wissen, was sie wirklich bringen", meint Max Verstappen.

Sergio Perez - Racing Point - GP Bahrain 2020 - Sakhir
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Sergio Perez: entweder Red Bull oder ein Jahr Pause.

Racing Point

Lance Stroll knabbert immer noch an der Pleite von Istanbul. Er stürzte von der Pole Position auf den 9. Platz ab. Zwei Wochen danach hadert der Kanadier immer noch damit: "Wir verstehen jetzt wenigstens, warum die Reifen im Rennen nicht funktioniert haben. Unsere Führungsrunden haben uns gezeigt, was möglich wäre, wenn alles funktioniert."

Sergio Perez machte es besser. Der Mexikaner stand zum neunten Mal in seiner Formel 1-Karriere auf dem Podium, sechs Mal davon für das Team, das er am Ende der Saison verlassen muss. Sein Ziel für 2020 ist klar umrissen: "Ich will Vierter in der Fahrer-WM werden." Das wäre die beste Voraussetzung für einen Platz bei Red Bull. "Ich kann nur so gut wie möglich fahren. Der Rest liegt nicht mehr in meiner Hand." Plan B ist im Moment ein Jahr Pause. "Dann habe ich ein Jahr Zeit mir klarzuwerden, ob ich ohne Motorsport leben kann."

Williams

Williams hat in der Türkei eine weitere Gelegenheit verpasst, endlich WM-Punkte zu holen. George Russell sieht es trotzdem nicht als verpasste Chance: "Die Verhältnisse in der Türkei waren extrem. Alles wurde durch die Reifentemperaturen bestimmt. Wer drin war, hat profitiert. Der Rest hatte keine Chance." Russell wird im ersten Training zuschauen. Williams-Testfahrer Roy Nissany darf ans Lenkrad. Gegen ordentlich Geld. Das ist für Russell verschmerzbar. "Das erste Training in der Nachmittagshitze hat wenig Aussagekraft."

Obwohl die Entwicklungsmöglichkeiten für 2021 beschränkt sind, glaubt Nicholas Latifi daran, dass es nächstes Jahr besser laufen könnte. "Wir waren dieses Jahr ein paar Mal in der Position, Punkte zu machen. Wenn wir uns im Vergleich zu unseren Gegnern etwas mehr verbessern können, sollten wir nächstes Jahr diese Chance öfter bekommen. Es ist aber unrealistisch, einen großen Unterschied zu erwarten."

Renault

Für Renault geht es beim drittletzten Rennen schon um alles. Die Franzosen müssen so schnell wie möglich eine 18-Punkte-Lücke zu Racing Point und 13 Zähler Differenz zu McLaren schließen. Bahrain ist dafür ein gutes Pflaster. Das Streckenlayout passt für den R.S.20. "Und wir sollten hier keine Probleme haben, die Reifen auf Temperatur zu bringen", hofft Esteban Ocon. Renault sieht zehn Tage nach der Pleite in der Türkei klarer, aber Daniel Ricciardo zweifelt, ob die Erkenntnis viel hilft: "Die Bedingungen waren so einzigartig, dass wir das Gelernte wahrscheinlich nie mehr nutzen können."

Für Ocon ist der Dreikampf um Platz 3 in der Konstrukteurs-WM ein Vierkampf geworden: "Ferrari ist wieder zurückgekommen, Racing Point war über das gesamte Jahr etwas schneller als wird, aber sie haben nicht die Punkte gemacht, die sie hätten machen können. Wir müssen Punkte aufholen. Bahrain sollte uns wieder bessere Chancen geben als Portugal oder die Türkei. Wir sind wieder zurück auf einer normalen Rennstrecke."

Alpha Tauri

Alpha Tauri will das Rennen in der Türkei möglichst schnell abhaken. "Es war unser schlechtestes Rennen in dieser Saison, aber wissen jetzt, dass es eine Eintagsfliege war. Die Reifen wollten einfach nicht auf Temperatur kommen. Das sollte in Bahrain nicht unser Problem sein", stellt Pierre Gasly fest. Daniil Kvyat ergänzte: "Es fühlte sich an, als würde ich kein Formel 1-Auto fahren."

Haas

Romain Grosjean ist in Bahrain schon zwei Mal Dritter geworden und hat 2016 für Haas die ersten WM-Punkte für das US-Team geholt. Im Trainingsduell gegen Kevin Magnussen steht es 7:7. Bei 17 Rennen kann es nur einen Sieger geben. "Das wird eine enge Kiste", schätzt Grosjean. "Im Schnitt lagen Kevin und ich innerhalb einer Zehntelsekunde." Magnussen trauert einer verpassten Chance in der Türkei nach: "Wenn wir auf den zweiten Boxenstopp verzichtet hätten, hätten wir eine Chance auf WM-Punkte gehabt. Hamilton und Perez haben gezeigt, dass man auch auf alten Reifen schnell sein könnte."

Obwohl es ein offenes Geheimnis ist, dass Haas im nächsten Jahr mit Mick Schumacher und Nikita Mazepin fährt, steht die Bekanntgabe noch aus. Teamchef Guenther Steiner vertröstet uns noch um einige Tage. Magnussen macht den beiden Rookies, die ihn und Romain Grosjean 2021 bei Haas ersetzen, Mut: "Unser Auto ist leicht zu fahren. Wir sind einfach nur langsam, weil an allen Ecken und Enden ein bisschen fehlt."

Carlos Sainz - Lando Norris - McLaren - GP Bahrain 2020 - Sakhir
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Carlos Sainz und Lando Norris wollen McLaren auf den dritten Platz bringen.

McLaren

Im Kampf um Platz 3 in der Konstrukteurs-Wertung kommt es jetzt auf jedes Detail an. Carlos Sainz kann nur an eines denken: "Wir müssen Dritter werden. Racing Point liegt nur ein paar Punkte vor uns. Das ist aufholbar. Aber wir dürfen Renault und Ferrari nicht aus dem Auge lassen. Wir fahren gegen alle. Zuletzt hatten wir zwar nicht immer das schnellste Auto, aber wir haben es geschafft, uns aus Schwierigkeiten rauszuhalten. Das muss unsere Taktik bleiben. Lass die anderen die Fehler machen."

Lando Norris traut sich keine Prognosen mehr zu. "Diese Autos sind so komplex, dass Kleinigkeiten riesige Unterschiede machen. Das Layout oder der Asphalt lassen das Pendel mal in die eine Richtung, mal in die andere ausschlagen." Der Engländer erinnert sich gerne an die Fahrt in der Wüste: "Bahrain war 2019 mein bestes Rennen. Hier habe ich meine ersten WM-Punkte geholt. Hier habe ich in der Formel 2 gewonnen." Was ist so speziell an der Strecke? "Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Vielleicht passen die Kurven gut zu meinem Fahrstil." Sainz hat dagegen noch nie einen WM-Punkt in Bahrain geholt. Auch der Spanier weiß nicht warum. "Eigentlich mag ich die Strecke. Aber es kommt immer etwas dazwischen. Entweder eine Kollision mit einem Kollegen oder ein Defekt."

Alfa-Sauber

Trotz der Nullrunde in der Türkei will Teamchef Frédéric Vasseur den positiven Trend der letzten Rennen fortsetzen. "Wir haben in der zweiten Saisonhälfte bei 50 Prozent der Rennen gepunktet. Das hat dem Team neues Selbstvertrauen gegeben." Kimi Räikkönen kam 2019 als Siebter ins Ziel. "Es wird schwer, das zu wiederholen, auch wenn wir zuletzt besser geworden sind." Die hohen Temperaturen geben dem Veteran Hoffnung: "In der Hitze funktioniert unser Auto normalerweise besser."

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