Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Bahrain 2021 xpb
Mercedes - Technik-Details - Formel 1 - 2021
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Teamcheck GP Bahrain 2021: Hamilton angestachelt

Teamcheck GP Bahrain 2021 Hamilton von Problemen angestachelt

Donnerstag ist die Ruhe vor dem Sturm. Wir checken die zehn Teams auf Neuigkeiten ab. Lewis Hamilton warnt davor, ihn abzuschreiben, Sebastian Vettel sieht nicht so schwarz wie man nach den Testfahrten glauben möchte und Mick Schumacher will einfach nur keine Dummheiten machen.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. Seit dem letzten Testtag in Bahrain sind jetzt zwölf Tage vergangen. Die Vorbereitungszeit ist gegenüber dem Jahr davor auf die Hälfte geschrumpft, doch im Unterschied zur Vergangenheit findet das erste Rennen an dem Ort statt, an dem die Teams vor zwei Wochen über 20.000 Kilometer abgespult haben. Die Erinnerungen waren einen Tag vor dem ersten Training noch frisch. Doch keiner traute sich aus den Testfahrten ein Kräfteverhältnis herauszulesen. Mercedes und Red Bull spielen sich die Favoritenrolle gegenseitig zu, und McLaren sieht im Moment aus wie die Nummer drei Feld.

Mercedes

Hat Mercedes den Fehler gefunden? Die Ingenieure haben drei Gründe für die Instabilität im Heck identifiziert. Das kleiner gewordene Reifenfenster, die Aerodynamik und die Erkenntnis, dass man in der Entwicklung des Autos hinter den eigenen Erwartungen hinterhergehinkt ist. Starker Wind vergrößert die Probleme noch. Da für den Renntag starke Windböen angekündigt sind, warnt Teamchef Toto Wolff: "Bahrain könnte die schwierigste Strecke für uns werden."

Lewis Hamilton hat volles Vertrauen in seine Ingenieure: "Ich bin mir sicher, dass sie alles getan haben, das Auto und seine Defizite zu verstehen. Es wird ein dauerhafter Prozess werden, das Auto so hinzukriegen, wie wir es wollen. Wir können trotzdem positiv gestimmt in das erste Rennen gehen." Der Weltmeister hat aber auch keinen Zweifel daran, dass diese Titelverteidigung härter wird als in den Jahren zuvor: "Ich erwarte einen engeren Kampf. Wir sind augenblicklich nicht die Schnellsten und es ist auch etwas schwerer auszumachen, wo wir mit unserem Auto stehen."

Valtteri Bottas unterstreicht das: "Wir hatten unsere Probleme mit der Fahrzeugbalance, speziell bei Wind. Das hat es schwerer gemacht, die Änderungen zu verstehen, die wir am Auto vorgenommen haben. Red Bull scheint näher dran zu sein als in den letzten Jahren. Die Saison ist so lang, dass es keinen Grund zur Panik gibt." Wer das Gefühl hat, Hamilton könnte in seine letzte Formel 1-Saison gehen, soll sich nicht täuschen. Der Champion freut sich auf mehr Wettbewerb: "Ich liebe, was ich tue. Umso mehr, wenn ich für den Erfolg kämpfen muss. Der Einjahresvertrag bedeutet nicht, dass ich müde bin. Ich laufe nicht davon, weil es schwierig wird."

Ferrari - Formel 1 - GP Bahrain 2021
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Wie stark hat sich Ferrari verbessert? Der Saisonstart wird es zeigen.

Ferrari

Ist die Ferrari-Pressemitteilung ein Spiegel der Stimmungslage im Team? Ferrari liefert in seiner Vorschau für den GP Bahrain nur Daten zur Rennstrecke und historische Fakten. Keine Information zu der Analyse der Testfahrten, keine Statements vom Team und von den Fahrern. Das gab es noch nie. Baut Ferrari da einer möglichen Enttäuschung beim Saisonauftakt vor? Die Testfahrten jedenfalls gaben keinen Anlass, euphorisch zu sein.

Immerhin hat der neue Ferrari-Motor die Erwartungen erfüllt. Ferrari ist kein Freiwild mehr auf den Geraden. Charles Leclerc wich Fragen nach der wahren Stärke des neuen Autos aus: "Wir haben an den drei Testtagen alles abgehakt, was auf dem Programm stand. Es gibt ein paar positive Anzeichen vom Motor und vom Auto. Die Balance vom Kurveneingang bis Kurvenausgang ist ein bisschen besser geworden." Ferrari-Neuling Carlos Sainz wundert sich: "Der Ferrari ist in seiner Charakteristik völlig anders als der McLaren. Es ist erstaunlich wie total unterschiedliche Autos am Ende auf eine ähnliche Rundenzeit kommen."

Red Bull

Red Bull ist nach den Testfahrten der neue Favorit für die Saison. Das Auto lief drei Tage ohne Probleme und war unter allen Bedingungen schnell. Der RB16B ist im Gegensatz zu seinen Vorgängern ein berechenbares Autos. Bei Wind, bei kühlen Temperaturen oder wärmeren Wetter. Trotzdem will sich Max Verstappen nicht aus dem Fenster lehnen. Auf die Frage, mit wie viel Selbstvertrauen er in die Saison geht, meinte der Holländer kurz angebunden: "Ich bin mir sicher, dass wir nicht Letzter sein werden. Mehr nicht." Das Ziel ist trotzdem klar abgesteckt: "Mit Checo haben wir ein stärkeres Team. Ich hoffe stark genug, um Mercedes herauszufordern."

Sergio Perez weiß noch nicht, was er von seinem neuen Auto halten soll: "Es fühlt sich so an, als hätte es großes Potenzial. Ich bin damit noch nicht genug gefahren, um ein endgültiges Urteil abzugeben. Aber alles ist relativ. Erst der Vergleich mit den anderen Autos wird zeigen, ob unser Auto so gut ist wie es sich anfühlt." Der erste Eindruck des Mexikaners: "In diesem Team geht es nur ums Gewinnen. Sie operieren in jedem Bereich am Limit."

Red Bull - Formel 1 - GP Bahrain 2021
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Red Bull startet als der Favorit in das Bahrain-Wochenende.

Aston Martin

Die Tage in der Anonymität sind vorbei. Unter dem Namen von Force India oder Racing Point ist der Rennstall nur aufgefallen, wenn er besser war, als man es einem Team mit chronisch knappem Budget zutraute. Als Aston Martin steht das Team aus Silverstone auch dann im Fokus, wenn es nicht läuft. Gerade dann. Die Mannschaft mit dem großen Namen legte einen klassischen Fehlstart hin. Die Autos waren weder schnell noch zuverlässig. Sebastian Vettel hatte nicht einmal die Gelegenheit, sein neues Auto ausgiebig kennenzulernen.

Mit 117 Runden legte der vierfache Weltmeister bei den Testfahrten die geringste Distanz aller Teilnehmer zurück. Trotzdem sucht Vettel keine Entschuldigung: "Ich bin in keiner so schlechtes Position. Keiner im Feld ist zu 100 Prozent vorbereitet. Ich habe mich in meinem Auto von Beginn an recht wohlgefühlt. Natürlich muss ich mich noch an viele neue Sachen gewöhnen. Da muss mir die Zeit helfen. Nichts ersetzt die Erfahrung auf der Rennstrecke." Grobe Einschätzung des früheren Ferrari-Piloten: "Mercedes und Red Bull sind die Favoriten. Dahinter wird es wieder sehr eng."

Williams

Der Williams FW43B präsentierte sich bei den Testfahrten als Auto, das nur in einem kleinen Fenster funktionierte. Nicholas Latifi wundert das nicht: "Das neue Auto ist eine Evolution des alten. Deshalb hat es auch seine Launen übernommen. Bei Wind wird es besonders schwierig sein. Wir dürfen keine Wunder erwarten." Teamkollege George Russell sieht trotzdem Chancen auf WM-Punkte, allerdings nicht beim Debüt: "Es ist mehr Wind vorhergesagt als bei den Testfahrten. Das ist nicht die Stärke des Autos. Aber es werden Strecken kommen, auf denen wir mit unserem Auto besser aussehen und in die Nähe von WM-Punkten fahren können. Diese Gelegenheiten müssen wir nutzen."

Der Engländer hat generell ein gutes Gefühl: "Wir sind näher am Feld dran als zur gleichen Zeit im letzten Jahr." Latifi sieht noch Verbesserungspotenzial bei sich selbst: "Ich muss mich in der Qualifikation steigern und in den entscheidenden Runden das volle Potenzial aus dem Auto herausholen."

Fernando Alonso - Alpine - Formel 1 - GP Bahrain 2021
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Fernando Alonso kehrt nach Ausflügen in die WEC, zu IndyCar und zur Rallye Dakar in die Formel 1 zurück.

Alpine

Alpine legte bei den Testfahrten 2.143 Kilometer ohne technische Probleme zurück. Technikchef Marcin Budkowski lobte: "Das war unsere beste Vorbereitung seit langem." Die Zuverlässigkeit stimmt. Jetzt suchen die Ingenieure noch nach Rundenzeit. Hochrechnungen zufolge liegt Alpine zwei bis drei Zehntel hinter McLaren. Budkowski gibt zu: "Es gibt noch ein paar unbeantwortete Fragen zum Auto, die wir in den freien Trainingssitzungen klären müssen."

Heimkehrer Fernando Alonso zeigte sich besonders vom Motor beeindruckt: "Es fühlt sich gut an, und es gab null Probleme. Es ist erstaunlich, um wie viel zuverlässiger diese Motoren generell geworden sind als vor zwei Jahren." Der 39-jährige Spanier hat sich kein klares Ziel in Form von Resultaten gesetzt: "Ich will dem Team auf seinem Weg beim Übergang von Renault zu Alpine helfen." Dann verrät der zweifache Weltmeister: "Ich habe meine Comeback-Entscheidung in der Zeit nach dem abgesagten Melbourne-Rennen im März getroffen. Die Pläne von Präsident de Meo hörten sich sehr überzeugend für mich an."

Alpha Tauri

Alpha Tauri war neben Alfa Romeo der Gewinner der Testfahrten. "Das waren die besten Wintertests seit ich bei diesem Team bin. Wir sind die meisten Kilometer gefahren und haben gute Schritte gemacht, unser Auto zu verstehen. Der AT02 ist eine gute Basis, in die Saison zu starten. Er fühlt sich großartig an", jubelt Pierre Gasly. Der Franzose vergleicht: "Wir haben gefühlt etwas weniger Grip als letztes Jahr, aber der Unterschied ist nicht groß."

Yuki Tsunoda sorgte als Zweiter der Testfahrten für hochgezogene Augenbrauen. Der Japaner gibt zu, dass dabei ein bisschen geschummelt wurde: "Ich habe ein bisschen öfter DRS genutzt als erlaubt." Der Hintergrund: Das Team wollte seinem Debütanten ein gutes Gefühl und einen Schuss Selbstvertrauen für die große Aufgabe geben. Tsunoda ist mit 1,59 Meter der kleinste und mit 54 Kilogramm der leichteste Fahrer im Feld. Größere Kollegen haben Mühe sich in die engen Cockpits zu zwängen. "Ich brauche Polster, um den Platz zu füllen. Und die Pedale müssen näher gerückt werden, damit ich mit meinen Füßen rankomme", verrät der Dritte der Formel 2-Saison 2020. Tsunoda räumt ein, dass er an seinen Nackenmuskeln noch arbeiten muss: "Ich habe es bei den Testfahrten beim Bremsen und den schnellen Kurven gespürt."

Haas

Der US-Rennstall geht ohne große Illusionen in diese Saison. Ein paar WM-Punkte im Verlauf der 23 Rennen wären schon ein großer Erfolg. "Unser Licht am Ende des Tunnels ist die Saison 2022. Da wollen wir zu unserer alten Form zurückfinden. Wir machen jetzt einen Schritt rückwärts, um dann zwei Schritte vorwärts zu machen und stecken schon voll in der Entwicklung des 2022er Autos", gibt Teamchef Guenther Steiner zu. Für die Rookies Mick Schumacher und Nikita Mazepin geht es vor allem darum, keine großen Fehler zu machen. "Ich erwarte von ihnen, dass sie so viele Kilometer zurücklegen wie möglich, das Rennen mit eingeschlossen. Der Auftrag heißt, dass sie das Auto nach Hause bringen sollen. Dabei würden sie am meisten lernen."

Mick Schumacher verspricht: "Ich werde keine Dummheiten machen." Am 28. März wird er Geschichte schreiben. 10.808 Tage nach dem Debüt seines Vaters kehrt der Name Schumacher wieder auf die Formel 1-Pisten zurück. Der 22-jährige Deutsche kann es schon nicht mehr erwarten: "Die Testfahrten waren ein guter Vorgeschmack. Jetzt will ich mehr."

McLaren

McLaren wird von den Experten als die dritte Kraft im Feld hinter Red Bull und Mercedes eingeschätzt. Teamchef Andreas Seidl bleibt vorsichtig: "Der Longrun von Ricciardo am letzten Tag war zwar exzellent, aber er ist ihn auch zu einer Zeit gefahren, in der die Strecke besonders schnell war." Die Daten zeigen, dass der McLaren MCL35M noch nicht die Abtriebswerte seines Vorgängers erreicht hat, ihnen aber schon sehr nahe gekommen ist. Es sollen nur noch drei bis vier Prozent fehlen.

Daniel Ricciardo blickt optimistisch in seine erste McLaren-Saison: "Ich fühle mich am richtigen Platz und erwarte, dass wir in den Top 3 fahren können." Der Vergleich mit dem letztjährigen Renault fällt überraschend aus: "Zu 95 Prozent fühlen sich die Autos gleich an. Aber es sind die letzten fünf Prozent, die entscheiden." Lando Norris ergänzt: "Ich hoffe, wir können die Erwartungen erfüllen, die wir nach den Testfahrten geweckt haben. Wir haben uns in einigen Dingen verbessert, aber nicht in allen. Unter dem Strich ist das Gefühl gut."

Alfa Romeo - Formel 1 - GP Bahrain 2021
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Alfa Romeo könnte mit dem C41 den Anschluss an das Mittelfeld geschafft haben.

Alfa Romeo-Sauber

Alfa Romeo hat einen Riesenschritt Richtung Mittelfeld gemacht. Das jedenfalls sagen die Daten der Testfahrten. "Der Motor hat einen Schritt vorwärts gemacht. Das sagt der Datenvergleich mit dem Grand Prix im letzten Jahr. Aber auch das Auto hat sich verbessert. Das war selbst unter den schwierigen Bedingungen zu spüren." Kimi Räikkönen bestätigt: "Das Auto fühlt sich gut an, aber ich weiß nicht, wie es den anderen geht. Deshalb sind alle Prognosen sinnlos. Warten wir den Samstag ab."

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