Pierre Gasly - Toro Rosso - F1-Test - Abu Dhabi - 4. Dezember 2019 xpb
Charles Leclerc - Ferrari - F1-Test - Abu Dhabi - 4. Dezember 2019
George Russell - Mercedes - F1-Test - Abu Dhabi - 4. Dezember 2019
Nicholas Latifi - Williams - F1-Test - Abu Dhabi - 4. Dezember 2019
Nicholas Latifi - Williams - F1-Test - Abu Dhabi - 4. Dezember 2019 46 Bilder

Teams stimmen gegen neue Reifen

2020 bleibt alles beim Alten

Die zehn Teams haben sich entschieden. Die 2020er Pirelli-Reifen werden nach den Testfahrten wieder eingepackt. Stattdessen fährt die Formel 1 im kommenden Jahr mit den alten Reifen weiter.

Die Entscheidung ist gefallen. Die Formel 1 hält an den diesjährigen Pirelli-Reifen fest. Die neue Spezifikation, die man über die Saison hinweg und in der letzten Woche an zwei Tagen in Abu Dhabi getestet hatte, ist hingegen durchgefallen. Pirellis Neuentwicklung stieß bei den Teams auf keine Gegenliebe.

Der Motorsportweltverband FIA verkündete am Dienstag (10.12.2019), dass alles beim Alten bleibt. Die zehn Teams haben sich einstimmig dafür entschieden, die 2019er Reifen auch in der nächsten Saison zu fahren. Pirelli konnte mit seiner Neuentwicklung nicht punkten. Die Einstimmigkeit ist insofern verwunderlich, als dass zum Beispiel Haas sich beim letzten Saisonrennen eindeutig gegen die 2019er Reifen ausgesprochen hatte.

Weniger Grip, langsamere Zeiten

Es ist schon bizarr. Zu Jahresbeginn hatten einige Teams gegen die 2019er Reifengeneration revoltiert. Es ging sogar der Wunsch um, auf die alten Reifen zurückzukehren. Viele Teams hatten Probleme damit, das Arbeitsfenster zu treffen, dass sich wegen einer dünneren Lauffläche und steiferen Flanken nach oben verschoben hatte. Nur Mercedes traf es zuverlässig.

Die Kritik verstummte ab dem GP Österreich. Die Rebellen verloren eine Abstimmung. Und wie aus dem Nichts wurden die Rennen besser. Ferrari und Red Bull boten Dauersieger Mercedes auf einmal Gegenwehr. Schon wurde weniger über die Reifen gestritten.

Trotzdem sollte Pirelli für 2020 einen Reifen entwickeln, der sich einfacher ins magische Temperaturfenster bringen lässt und hinter einem anderen Auto weniger schnell überhitzt. Offenbar haben die Italiener dieses Ziel nicht in dem Maß erreicht, um über die anderen Nachteile hinwegzusehen. Die Fahrer beschwerten sich über weniger Haftung und langsamere Rundenzeiten.

Höhere Luftdrücke 2020

Bei den zweitägigen Testfahrten in Abu Dhabi nach dem Saisonfinale verglichen alle Teams den alten mit dem neuen Reifen. Und sprachen sich für die alte Generation aus. Die Teams kennen das Produkt aus 21 Rennen und können sich jetzt voll auf die Entwicklung der neuen Autos stürzen.

Es ist trotzdem absehbar, dass es 2020 Klagen geben wird. Pirelli-Rennleiter Mario Isola hatte bereits angekündigt, dass man die Luftdrücke mit den alten Reifen erhöhen und die Sturzwerte reduzieren werde. „Die 2020er Autos werden mehr Abtrieb haben. Wir rechnen damit, dass die Teams zwischen einer und 1,5 Sekunden finden. Mehr Abtrieb bedeutet eine höhere Belastung für den Reifen. Da müssen wir gegensteuern.“

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