F1 Technik-Check Grand Prix Shanghai

Neuer Diffusor bringt Alonso in Reihe eins

Renault-Diffusor Foto: Daniel Reinhard 6 Bilder

Als viertes Team in der Formel 1 hat nun auch Renault einen Doppel-Diffusor präsentiert. Die Premiere in Shanghai verlief besser als erwartet. Auch bei McLaren und Toro Rosso gab es neue Teile.

Als ob es noch eines letzten Beweises für den Nutzen des umstrittenen Doppeldiffusors gebraucht hätte, fuhr Fernando Alonso mit dem neuen Unterboden im Qualifying auf Rang zwei. Während der zweifache Weltmeister aus der ersten Startreihe ins Rennen geht, blieb Teamkollege Nelson Piquet, der ohne den Diffusor auskommen musste, schon im ersten Abschnitt auf Rang 17 hängen.

Vom Design her unterscheidet sich die Renault-Kopie deutlich von den Heckansicht der anderen drei "Diffusor-Teams". Der Mittelteil ist sehr breit und scheint die erlaubten 50 Zentimeter vollständig auszunutzen. Neben dem mittleren Trichter haben die Designer nur noch zwei seitliche Kanäle eingeplant. Der Diffusor wirkt dadurch deutlich massiver und nicht so filigran wie z.B. die Vorlage von Brawn GP.
 
Es ist schon etwas überraschend wie gut der neue Diffusor auf Anhieb funktioniert. Beim ersten Test im Abschlusstraining lag der neue Unterboden noch zu nah am Auspuff und wurde angeschmort. Nur sechs Runden hatte Alonso Zeit, sich an das neue Teil zu gewöhnen. Dieser Umstand macht die zweitbeste Zeit im Qualifying noch beeindruckender.

Neue Teile am Silberpfeil

Auch McLaren-Mercedes präsentierte in Shanghai ein großes Aerodynamik-Update. Die Silberpfeile haben auch einen neuen Diffusor im Gepäck. Der Unterboden funktioniert allerdings noch konventionell mit nur einer Ebene. Erst in Bahrain will auf McLaren mit Doppeldiffusor starten.

Auch am Frontflügel des MP4-24 waren deutliche Änderungen zu erkennen. Über dem Hauptblatt thront in einer zweiten Ebene nun ein zweiteiliger Zusatzflügel. Diese Zusatzelemente sind allerdings nur im äußeren Teil des Flügels erlaubt. Sie sind weniger für Abtrieb zuständig, sondern sollen den Luftstrom über dem Auto in die gewünschten Bahnen Richtung Heckflügel leiten. Aus dem Team ist zu hören, dass der Fortschritt spürbar ist, was auch durch den neunten Quali-Platz von Weltmeister Lewis Hamilton untermauert wird.

Toro Rosso zeigt sich deutlich verbessert

Ein auffälliges neues Aero-Paket hat auch Toro Rosso nach China mitgebracht. Vor allem die mächtige Airbox-Verlängerung springt dem Betrachter sofort ins Auge. Red Bull ist viele der neuen Toro Rosso-Teile schon in Australien gefahren. Jetzt kommt langsam auch das B-Team in den Genuss des Fortschritts. Laut Franz Tost bringt das Update rund vier Zehntel. Angesichts des guten Qualifyings von Sebastien Buemi ist diese Einschätzung wohl eher vorsichtig. Buemi erreichte überraschend das Q3.

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