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F1 Technik-Upgrades GP Monaco 2019

Red Bull stopft das Nasenloch

In Monaco kommen Technik-Fans normalerweise eher nicht auf ihre Kosten. In diesem Jahr haben wir aber doch noch ein paar interessante Neuteile an den Formel-1-Autos entdecken können, die wir Ihnen in der Galerie zeigen.

Der Klassiker in Monaco ist nicht nur wegen seiner Tradition und dem Glamour-Faktor ein ganz besonderes Rennen. Auch von den Ingenieuren verlangt die 3,337 Kilometer lange Hafenrundfahrt jedes Jahr wieder eine etwas aufwändigere Vorbereitung als die anderen Grands Prix auf konventionellen Rennstrecken.

So kommen bei der Hafenrundfahrt im Fürstentum stets spezielle Motor-Mappings zum Einsatz, die auf eine gute Traktion in den unteren Gängen ausgelegt ist. Und auch in Sachen Lenkübersetzung müssen die Techniker auf extremere Varianten umbauen, damit die Fahrer um die enge Loews-Haarnadel kommen.

Schnelle Lösungen für mehr Abtrieb

Bei der Aerodynamik ist die Aufgabe dagegen relativ simpel: Es wird einfach alles an Flügeln ans Auto geschraubt, was Abtrieb bringt. Luftwiderstand spielt nur eine untergeordnete Rolle. Überholen kann man auf den kurzen Geraden sowieso nicht. Das Hauptziel besteht darin, das perfekte Setup fürs Qualifying zu finden.

Um sich im Freien Training nicht noch zusätzlich zu verwirren, verzichten die Ingenieure in Monaco meistens auf größere Aero-Upgrades. Auch der Kalender-Termin direkt hinter dem Europa-Auftakt in Barcelona, bei dem viele Teams traditionell mit umfangreichen Ausbaustufen antreten, verhindert Upgrade-Festivals im Fürstentum.

Racing Point - Technik - GP Monaco 2019
Motorsport Images
Racing Point rollte in Monaco mit einem Vierfach-T-Flügel aus der Garage.

In den vergangenen Jahren mussten sich Technik-Fans vor allem mit kleinen Abtriebsspendern zufrieden geben. Zusätzlichen Anpressdruck brachten zum Beispiel neue T-Flügel im Heck. Weil viele Teams dieses Jahr aber von den schwer auf Temperatur zu bringenden Pirelli-Reifen überrascht wurden, haben wir die größeren T-Flügel an vielen Autos schon früher in der Saison gesehen.

Nur Racing Point hatte für den Klassiker an der Cote d’Azur noch einmal spezielle Teile im Gepäck. Gleich vier horizontale Flügel-Elemente wurden in dem kleinen Bereich am Ende der Motorhaube platziert, in dem das Reglement Anbauteile erlaubt. Das half am Ende aber auch nicht viel. Weder Stroll noch Perez schafften es in die Punkte.

Red Bull Spezial-Nase für Monaco?

Auch bei Red Bull lohnte ein genauer Blick auf die Technik – hier allerdings auf den Frontbereich. Das Design-Team um Aero-Guru Adrian Newey ließen überraschend das Loch in der RB15-Nase verschwinden. Der kleine Stumpf am Ende des Vorderbaus präsentierte sich so verschlossen wie zuletzt beim Red Bull RB12 aus der Saison 2016.

Ob es sich um eine einmalige Variante für das Rennen in Monaco handelte oder ob es zur Dauerlösung wird, wissen wir aktuell noch nicht. Technik-Experten hatten schon lange kontrovers über den Nutzen des Nasenlochs diskutiert. In der Theorie helfen die kleinen Lamellen im Inneren der Nase dabei, die Luft nach außen zu dirigieren.

Doch weil nun fast zweieinhalb Jahre nach dem ersten Auftritt des „Red-Bull-Rüssels“ noch kein anderes Team auf diese Lösung umgeschwenkt ist, scheint der positive Effekt überschaubar zu sein. Wir sind jetzt schon gespannt, mit welcher Version Verstappen und Gasly beim nächsten Rennen in Montreal unterwegs sind.

Technik GP Monaco 2019: Die wichtigsten Upgrades im Überblick

Red Bull - Technik - GP Monaco 2019
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