Formel 1-Bremse Piola Animation
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Technik-Video: Formel 1-Bremsen

Von 300 km/h auf Null in 135 Metern

Die Bremsen waren auf der Highspeed-Strecke von Montreal besonders gefordert. In unserem exklusiven Technik-Video zeigen wir Ihnen, wie die Karbon-Stopper aufgebaut sind und wie sie gekühlt werden.

Fragt man einen Formel 1-Piloten, wo der größte Unterschied zwischen einem Rennauto und einem Straßenwagen liegt, so erhält man immer wieder die gleiche Antwort. Nicht der Motor sondern die Bremsen sind die größte Umstellung.

In Montreal mussten die Fahrer gleich sieben Mal pro Runde hart in die Eisen gehen. Damit lag die Belastung doppelt so hoch wie zum Beispiel in Spa-Francorchamps, obwohl die Piloten auf beiden Strecken insgesamt 15 Sekunden lang pro Runde auf dem rechten Pedal stehen.

Vor Kurve zehn waren die Karbon-Stopper in Montreal besonders gefordert. Von knapp 300 geht es hier runter auf 60 km/h. Der Geschwindigkeitsunterschied von 240 km/h wird in nur 140 Metern abgebaut, während der Fahrer mit 5,5 G in die Gurte gepresst wird. Unter optimalen Bedingungen - mit mehr Abtrieb und mehr Grip als in Montreal - können Formel 1-Autos theoretisch in nur 135 Metern von 300 auf Null abbremsen. Von 100 auf Null vergehen nur 1,6 Sekunden.

Formel 1-Bremsen stark temperaturabhängig

In der Spitze werden die Bremsscheiben und Beläge auf mehr als 1.000°C aufgeheizt. Zu stark dürfen die Karbon-Stopper nicht abkühlen, sonst verlieren sie an Wirkung. Deshalb werden die Temperaturen von den Fahrern während einer Safety-Car-Phase bei 200°C gehalten.

Auch wenn die Bremsen auf Strecken wie Montreal besonders gefordert sind, dürfen die Teams die Dimensionen des Materials nicht verändern. Die Scheiben sind auf einen Durchmesser von 278 Millimeter und eine Dicke von 28 Millimeter genormt. Um auf die hohen Belastungen zu reagieren, verwenden die Ingenieure eine etwas andere Zusammensetzung und eine verstärkte Kühlung. Alleine die großen Lufteinlässe kosten rund zwei Zehntel pro Runde im Vergleich zu den kleineren Versionen auf anderen Strecken.

Formel 1-Bremsbalance: 55 zu 45 Prozent

Je nach Einsatz von KERS müssen die Fahrer die Bremsbalance zwischen Vorder- und Hinterachse ständig verstellen. Typisch ist eine Verteilung von 55 Prozent vorne zu 45 Prozent hinten. Wird an der Hinterachse viel Energie zum Laden des Hybrid-Systems abgezweigt, muss mehr Bremskraft nach vorne verstellt warden, damit die Hinterräder nicht blockieren.

In unserer exklusiven Technik-Animation zeigen wir Ihnen am Beispiel von Ferrari, wie Formel 1-Bremsen aufgebaut sind und wie sie belüftet werden. In unserer Fotoshow finden Sie wie immer die Erläuterungen zu den einzelnen Szenen.

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