Fernando Alonso - Renault - GP Sakhir 2020 - Bahrain xpb
Fernando Alonso - Renault - Comeback - 2020
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Fernando Alonso - Renault - Comeback - 2020 15 Bilder

Alonso-Erlaubnis Test Abu Dhabi: Keine Chance für Vettel

Alonso-Regel gilt nicht für Vettel Aus für Vettel-Test im Racing Point

Fernando Alonso hat die Erlaubnis, am Abschlusstest für junge Fahrer in Abu Dhabi teilzunehmen. Renault machte sich eine Sonderregelung zunutze. Auch andere Teams fragten an. Racing Point wollter Sebastian Vettel ins Auto setzen. Doch die FIA machte dem Plan einen Strich durch die Rechnung.

Der letzte Test des Jahres ist eigentlich für junge Fahrer reserviert. Wer in Abu Dhabi am Dienstag nach dem Saisonfinale teilnehmen will, darf die letzten zwei Jahre keinen Grand Prix gefahren sein und überhaupt nicht mehr als zwei GP-Starts in seiner Vita haben. So wie Mick Schumacher, der für Haas testen wird, Nikita Mazepin für Mercedes, Robert Shwartzman und Antonio Fuoco für Ferrari und Callum Ilott für Alfa Romeo.

Renault hatte ursprünglich seinen Nachwuchsfahrer Guanyu Zhou für eines der beiden Autos nominiert. Umso überraschter war die Konkurrenz, als Renault dann Fernando Alonso ins andere Auto setzte. Der 39-jährige Spanier hat zwar in den letzten beiden Jahren an keinem Grand Prix teilgenommen, ist aber mit 312 GP-Starts einer der erfahrensten Piloten im Feld. Der zweifache Weltmeister ist seit Bekanntgabe seines Comebacks so angefixt, dass er jede Fahrgelegenheit wahrnimmt. Im aktuellen Auto an einem Filmtag in Barcelona, im 2018er Renault bei Privattests in Bahrain und Abu Dhabi.

Sonderregel wegen Corona

Klar, dass der ausgefuchste Ex-Champion Renault darauf drängte, ihn auch beim letzten Test des Jahres in Abu Dhabi ins Auto zu setzen. Da hätte er dann einen ganzen Tag Zeit, das aktuelle Auto kennenzulernen, was sich nicht allzu sehr vom 2021er Renault unterscheiden wird. Als Renault in einer Teamchefsitzung das Thema auf den Tisch brachte, lehnten alle anderen Teams ab. Liberty war dafür. Alonso bringt Schlagzeilen. Wenig später hatte Renault die Erlaubnis. Teamchef Cyril Abiteboul dankte es der Sportbehörde und Liberty mit den Worten: "Sie haben unsere Bemühungen um die Förderung von Talenten und auch Fernandos Einsatz für junge Fahrer belohnt."

Der Weltverband zog eine Sonderregelung aus dem Hut. Im Wortlaut heißt es: "Die FIA kann auf Anfrage des Teams einem Fahrer eine Sondergenehmigung erteilen. Wegen der Corona bedingten logistischen Schwierigkeiten für die Teams wurden mehreren Bewerbern eine solche Befreiung von der Regel erteilt." Welche das neben Renault sind, bleibt offen. Mit logistischen Schwierigkeiten meint die FIA offensichtlich die gegenwärtigen Reisebeschränkungen und unterschiedlichen Covid-Bestimmungen in den einzelnen Ländern.

Sebastian Vettel - Ferrari - GP Sakhir 2020 - Bahrain
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Sebastian Vettel würde liebend gern in Abu Dhabi den Racing Point nach seinem letzten Rennen für Ferrari testen.

Keine Chance für Vettel

Ferrari, McLaren und Racing Point gingen davon aus, dass die Regel wirklich nur für junge Fahrer gilt. Als sich herumsprach, dass Alonso den Renault testet, kam der Wunsch auf, auch Carlos Sainz, Daniel Ricciardo und Sebastian Vettel einen ersten Test für ihre neuen Teams zu ermöglichen. Vettel wunderte sich: "Ich verstehe nicht, warum da für bestimmte Leute Extrawürste gebraten werden. Eigentlich war das schon vom Tisch, dann wieder doch nicht. Wenn es die Möglichkeit der Sonderregelung auch für Aston Martin gäbe, würde ich gerne fahren." Teamchef Otmar Szafnauer versprach: "Wenn das auch für uns gilt, werden wir einen Test für Sebastian beantragen."

Nachdem die FIA mit Anfragen bombardiert wurde, verschickte Rennleiter Michael Masi eine Klarstellung an die Teams. Darin heißt es: "Wir stellen klar, dass wir Fahrern, die mehr als zwei Grand Prix in ihrer Karriere bestritten haben, unter Artikel 10.5b) ii) nur zu diesem Test zulassen, wenn sie in den letzten zwei Jahren nicht an einem Formel 1-Rennen teilgenommen haben." Das schließt Alonso ein, Vettel, Sainz und Ricciardo aber aus. Szafnauer ist nicht nur wegen der Absage für Vettel sauer: "Ich höre, dass Red Bull könnte jetzt seinen Simulatorfahrer Buemi ins Auto lässt. Das ist eine Möglichkeit für Buemi zu checken, wie realitätsnah das Reifenmodell für den Red Bull-Simulator ist."

McLaren-Teamchef Andreas Seidl hätte Daniel Ricciardo wegen der auf drei Tage verkürzten Wintertests gerne einen extra Tag zum Kennenlernen des Teams geboten, hält aber seinen Ärger im Zaum: "Wir finden diese Regelung nicht korrekt, werden aber keine Energien auf den Fall Alonso verschwenden. Stattdessen versuchen wir, das bessere Team zu werden und unsere Gegner auf der Rennstrecke zu schlagen." Offenbar gibt es da auch vertragliche Probleme. Ricciardo bräuchte zuerst eine Freistellung von Renault. Der Australier nimmt es gelassen: "Ich verliere nichts. Meine McLaren-Zeit beginnt erst 2021." Carlos Sainz hatte sich schon vor der Absage in sein Schicksal gefügt. "Wie ich höre, sind bei Ferrari bereits zwei andere Fahrer verplant." Sainz wird im Januar einen zwei Jahre alten Ferrari probefahren.

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