F1 Tests Top-Speed-Analyse

Sauber top auf der Gerade

Marcus Ericsson - Sauber - Formel 1-Test - Barcelona - 4.3.2016 Foto: sutton-images.com 19 Bilder

Die Nummer 1 auf der Zielgerade von Barcelona waren weder Mercedes, Ferrari, noch Williams. Nein, Sauber führt die Rangliste mit großem Vorsprung an. Der neue Sauber C35 räumte an 3 von 4 Tagen den Top-Speed-Rekord ab.

In der zweiten Testwoche von Barcelona sind die Top-Speeds leicht gestiegen. Das lag am Wind, an aggressiveren Motorprogrammen, am Energiemanagement oder beim ein oder anderen auch daran, dass noch Abtrieb fehlt. Der Spitzenwert von Felipe Nasr im neuen Sauber C35 mit 346,1 km/h ist allerdings ein Ausreißer. Er dürfte im Windschatten erzielt worden sein.

Der zweitbeste Wert eines Sauber hinkt mit 341,7 km/h deutlich hinterher. Und doch fällt auf, dass der Sauber an 3 von 4 Tagen an der Spitze liegt. Das stellt dem verbesserten Ferrari-Motor ein gutes Zeugnis aus. Es kann aber auch heißen, dass es dem Sauber noch Abtrieb fehlt. So wie dem Renault R.S.16, der mit 341,7 km/h auf Platz 2 der Hitliste folgt.

Mercedes und Ferrari fast gleichauf

Die Top-Speeds in der zweiten Woche waren schwer zu lesen. Viele Teams haben sich auf Rennsimulationen beschränkt und sind deshalb nur selten mit offenem DRS gefahren. Das hatte auch auf die Motorprogramme und das Energiemanagement einen Einfluss. Wir haben gehört, dass einige Teams aber der Hälfte der Zielgerade nicht mehr geboostet haben. Dann fehlen gleich mal 163 PS.

Mercedes und Ferrari fuhren an den letzten drei Tagen weitgehend ähnliche Programme, sollten deshalb also auch ganz gut vergleichbar sein. Der Bestwert auf dem Zielstrich war mit 287,2 km/h absolut identisch. Die Top-Speed-Differenz betrug nur 2,1 km/h zugunsten von Mercedes.

Auch beim Geschwindigkeitszuwachs zwischen Ziellinie und Top-Speed-Messstelle haben sich die Werte in der zweiten Testwoche angeglichen. Da kam Mercedes auf 50,2 km/h, Ferrari auf 50,0 km/h. Ferrari hat offenbar seine Hausaufgaben beim Motor gemacht.

Verdächtig ist nur, dass Mercedes in der zweiten Testwoche seine Werte aus der ersten nicht mehr erreicht, Ferrari sich aber klar gesteigert hat. Eigentlich hätte Mercedes ab dem fünften Tag schneller sein müssen. Es war ein frischer, stärkerer Motor im Auto, und aerodynamisch war das Auto komplett. Haben die Silberpfeile da etwa nicht alle Karten auf den Tisch gelegt?

Starke Anstellung schlecht für Top-Speed

Interessant ist auch, dass die 3 am stärksten angestellten Autos in der Top-Speed-Tabelle weit hinten liegen. Das sind der Red Bull, Force India und McLaren. Wir haben eine Foto-Analyse erstellen lassen und festgestellt, dass der Anstellwinkel bei den genannten drei Autos mit 1,9 Grad fast doppelt so stark ist wie beim Mercedes. Der Ferrari liegt genau dazwischen.

Red Bull, Force India und McLaren landen bei den Top-Speeds auf den Plätzen 7, 8 und 11. Zufall? Wohl eher nicht. Beim Red Bull und McLaren könnte man sich vielleicht noch auf mangelnde Motorleistung herausreden, doch beim Force India mit Mercedes-Power sicher nicht.

Auch die unterschiedlichen Tankinhalte haben einen Einfluss auf den Speed. Messpunkt 1 etwa 200 Meter hinter der Kurve 3 ist ein Indikator, wie schnell das Auto aus der 220 km/h schnellen Rechtskurve kommt. Überraschenderweise ist auch da Sauber mit 292,8 km/h die Nummer 1. Vor Red Bull und Force India mit je 291,1 km/h. Ferrari und Mercedes landen da mit 285,7 respektive 282,7 km/h nur im Mittelfeld. Und die sind bestimmt nicht die langsamsten in den Kurven.

Top-Speeds Barcelona 2 (2016)

Team Top-Speed
1. Sauber 346,1 km/h
2. Renault 341,7 km/h
3. Williams 340,6 km/h
4. Mercedes 338,5 km/h
5. Ferrari 336,4 km/h
6. Manor 336,4 km/h
7. Red Bull 335,4 km/h
8. Force India 334,3 km/h
9. Toro Rosso 334,3 km/h
10. Haas F1 331,2 km/h
11. McLaren 330,2 km/h
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