Formel 1-Test bei 5°C

„Von einem Testtag kann man nicht sprechen“

Carlos Sainz - Renault - F1-Test - Barcelona - Tag 2 - 27. Februar 2018 Foto: sutton-images.com 156 Bilder

Die Kältewelle hält Barcelona fest im Griff. Am zweiten Testtag mussten die Fahrer bei 5°C über Null bis zu 10 Runden fahren, um die Reifen zum Arbeiten zu bringen. Carlos Sainz fasste zusammen: „Von einem Testtag kann man nicht sprechen“

So einen Testtag hat die Formel 1 noch nicht erlebt. Als die Ampel am Morgen auf Grün sprang, da lagen die Temperaturen noch unter Null. Die feuchten Stellen auf der Strecke waren zu Eis gefroren. Kevin Magnussen segelte mit Tempo 120 von der Bahn. Sebastian Vettel juxte: „Das war kein Fahren. Du bist gerutscht wie im Regen auf Slicks.“ Der Ferrari-Pilot hatte Angst, ob er es überhaupt zur Rennstrecke schaffen würde: „Ich wohne auf einem Berg. Wenn es da richtig schneit, komme ich mit meinen Sommerreifen nicht runter.“

Den Höchststand erreichte das Thermometer am frühen Nachmittag. Lausige 5,6 Grad. Immerhin trauten sich die Fahrer dann häufiger auf die Piste. Es dauerte bis zu 10 Runden, bis die Medium-Reifen in ihren Arbeitsbereich kamen. „Ich bin ab der Runde aus der Box raus wie in der Qualifikation gefahren, damit die Dinger warm werden. Das war ein schmaler Grat zum Abfliegen, weil am Anfang die Reifen ja noch kalt waren“, berichtete Carlos Sainz.

Reifen nicht auf Temperatur

Renault stellte daraufhin sein Programm um und spendierte dem Spanier einen Satz Soft, damit er sich nicht so auf den Medium-Reifen abmühen musste. Auch Ferrari stieg von Medium auf weich um. „Auf den Medium-Reifen hättest du locker eine Renndistanz fahren können“, berichtete Vettel.

Red Bull-Kollege Max Verstappen stöhnte: „Man muss direkt aus der Box Vollgas geben, damit die Temperatur gar nicht erst aus den Reifen entweicht. Und trotzdem wird man mit jeder Runde schneller. Der neue Asphalt macht das Ganze noch eine Stufe schwieriger.“

Auch Robert Kubica fluchte, dass eine seiner seltenen Testgelegenheiten durch die Bedingungen unbrauchbar wurde. „Das Wetter wurde im Laufe des Nachmittags immer schlimmer. In der letzten Stunde war es einfach nur unfahrbar. Aber trotzdem war es natürlich ein schönes Gefühl wieder ins Auto zu steigen.“

Vandoorne auf Hypersoft-Reifen

Sebastian Vettel - Ferrari - F1-Test - Barcelona - Tag 2 - 27. Februar 2018 Ergebnis Barcelona F1-Test 2018 (Tag 2) Vettel mit Dreher und Bestzeit

McLaren packte sogar den neuen Hypersoft-Reifen aus. „Wir hatten nur kurze Stints im Programm, weil wir noch einige Dinge über unser neues Auto in Bezug auf Setups lernen und Aero-Daten sammeln wollten. Da kannst du deinem Fahrer nicht lange Aufwärmphase zumuten“, erklärte Teamchef Eric Boullier.

Stoffel Vandoorne dankte es ihm mit der drittschnellsten Runde des Tages. Der Belgier war trotz der miserablen Bedingungen zufrieden: „Der erste Eindruck ist sehr positiv: Das Auto reagiert logisch. Es gab keine bösen Überraschungen.“ Bis auf eine gebrochene Auspuffbefestigung, die ein kleines Feuer im Heck auslöste. Dabei wurden Kabel und Sensoren verschmort. Besonders die des Bremssystems.

Carlos Sainz will sich auf seinen ersten Eindruck noch nicht verlassen. „Wenn die Balance des Autos heute gut war, muss das noch lange nicht bedeuten, dass sie bei 20 Grad auch noch gut ist. Heute ging es nur darum, Kilometer auf das Auto und meinen Nacken zu fahren.“ Nach 65 Runden endete die Fahrt wegen eines Problems mit der Radmutter. Renault spielte es offiziell herunter. Es führte aber dazu, dass der Testtag frühzeitig abgebrochen wurde.„

Gelbe Flaggen wegen Schneefall

Sainz musste im Cockpit fast lachen: “Es ist blöd, dass wir die Kältewelle gerade jetzt in Barcelona abgekriegt haben. Ich jedenfalls habe noch nie gelbe Flaggen als Warnung vor Schneefall gezeigt bekommen.„ Hin und wieder rieselten weiße Flocken vom Himmel. Das soll am Mittwoch zunehmen.

Sainz kam zu dem Schluss: “Von einem Testtag kann man nicht wirklich sprechen.„ Die Ingenieure würden ihm Recht geben. Sie sind so schlau wie vorher. “Die Rundenzeiten sagen nicht viel aus. Deshalb ist es sinnlos Vergleiche anzustellen. Wir sammeln Daten für die Aerodynamik, prüfen die Korrelation mit unseren Werkzeugen und bringen Kilometer auf Auto und Motor„, hieß es bei Mercedes. Valtteri Bottas, der hinter Vettel die zweitschnellste Zeit fuhr, seufzte: “Diese Reifen sind nicht für Kälte gebaut.„

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